El Mala kaum wiederzuerkennen – Nagelsmann verwundert erneut

So kennt man Said El Mala, doch so sieht er nun nicht mehr aus. (Foto: Bucco)
So kennt man Said El Mala, doch so sieht er nun nicht mehr aus. (Foto: Bucco)

Ein neuer Look – und immer mehr Kritik für Julian Nagelsmann. Said El Malas Nichtberücksichtigung für die WM sorgt weiterhin für Aufsehen. Ein früherer Trainer des 1. FC Köln wird besonders deutlich, Nagelsmann rechtfertigt sich noch einmal.

Es dürfte ein spannender Sommer für ihn werden – auch ohne WM-Ticket. Nach seiner sagenhaften Debüt-Saison beim 1. FC Köln gilt Said El Mala ohnehin als eine der heißesten Aktien auf dem europäischen Transfermarkt. Für eine erste Veränderung hat sich der 19-Jährige bereits jetzt entschieden. Allerdings nur optischer Natur.

Eine Woche nach dem Saisonende in der Bundesliga ist El Mala (13 Tore, fünf Vorlagen) kaum wiederzuerkennen. Auf Instagram zeigt sich der Shootingstar des FC mit einer neuen Frisur, seine dunklen Haare leuchten nun grau. Im frischen Look ging es für den Stürmer mit Bruder Malek direkt mal ins Fitnessstudio. Trainingsfrei am Geißbockheim heißt nicht trainingsfrei für die El Malas.

Grau in den Sommer: Said El Mala. (Foto: Instagram.com/gabriel_haarstudio)
Grau in die Sommerpause: Said El Mala. (Foto: Instagram.com/gabriel_haarstudio)

Unverständnis für Nagelsmanns Kaderwahl

Die Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann nimmt derweil zu. Nicht wenige Experten würden den grauen El Mala gerne bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko bestaunen. Lothar Matthäus („El Malas Leistung war wesentlich besser als die von Sané“) und Pierre Littbarski („Ein Fehler von Nagelsmann“) brachten ihr Unverständnis bereits direkt nach der Nichtnominierung am Donnerstag zum Ausdruck. Ewald Lienen findet nun noch deutlichere Worte.

In seinem Podcast DerSechzehner kann sich der frühere FC-Trainer nur in Sarkasmus flüchten, fragt: „Wieso sollte man auf die Idee kommen, den konterstärksten und torgefährlichsten jungen Spieler, den wir aktuell – außer Lamine Yamal – auf dem Markt haben, nicht mitzunehmen? Das würde ja an Selbstverstümmelung grenzen. Es wäre fatal.“ Doch es ist so.

Lienen hätte Sechser für El Mala geopfert

Anders als viele Experten hätte Lienen aber nicht zwangsläufig den bei Galatasaray wenig überzeugenden Leroy Sané zu Hause gelassen. „Warum brauche ich mit Felix Nmecha, Leon Goretzka, Angelo Stiller, Aleksandar Pavlovic und Pascal Groß fünf defensive Mittelfeldspieler und verzichte dafür auf einen Spieler wie Said El Mala?“, kann der 72-Jährige nur rätseln.

Nagelsmanns Erklärung, dass El Malas Stärken gut zur Kölner Spielidee, allerdings nicht zu jener der deutschen Nationalmannschaft passen würden, überzeugt Lienen wenig – für ihn überwiegen die Qualitäten des Youngsters ohne Wenn und Aber. „Ich kenne keinen anderen Spieler mit einem deutschen Pass, der über diese Schnelligkeit und Durchschlagskraft verfügt.“ El Mala nicht zu berücksichtigen, sei einfach „abenteuerlich“.

Nagelsmann: El Mala „kann sich sportlich nichts vorwerfen“

Am Samstagabend, im Vorfeld des DFB-Pokalfinals, wurde Nagelsmann in der ARD noch einmal zu seinem Verzicht auf den Kölner befragt und versicherte: „Er kann sich sportlich gar nichts vorwerfen.“ El Mala sei ein „super Typ und guter Spieler“, der eine „große Zeit“ vor sich habe. „Said hätte es sich sportlich total verdient, dabei zu sein“, so der Bundestrainer, der zudem prophezeite: „Er hat noch einige Turniere vor sich.“

Warum Bayerns Lennart Karl im Gegensatz zu El Mala nominiert ist? Nagelsmann verwies erneut auf seine Spielidee: „Von der Grundhaltung wollen wir eher wie Bayern München spielen und sind nicht so auf Konter ausgelegt.“ Die „Krux“ sei außerdem: „Ich muss bewerten, was die Spieler im Verein machen, ich muss aber auch bewerten, was die Spieler bei uns machen.“

Karl habe bei seinem DFB-Debüt im März einen „unglaublich guten Eindruck hinterlassen“, sei „demütig und trotzdem frech“ gewesen. Der im November nominierte, aber nicht eingesetzte El Mala wiederum sei „ein bisschen zurückhaltender gewesen“, wenngleich er beim FC „eine sehr gute Rückrunde“ gespielt habe. Demütig und frech? Nagelsmanns Wortwahl zu Karl weckte Erinnerungen und verwunderte. Denn was hatte der Bundestrainer im November über El Mala gesagt? Genau: „Er ist demütig, aber trotzdem auch frech.“ Offenbar nicht frech genug.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
49 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete