Egal, ob der Transferhammer mit Edson Álvarez gelingt, egal, ob Ellyes Skhiri zurückkehrt oder nicht: Said El Mala ist das Gesicht des 1. FC Köln – sollte der Top-Scorer der vergangenen Saison noch ein weiteres Jahr bleiben. René Wagner kämpft um seinen größten Star, äußert nach einem „wilden Sommer“ aber auch Sorgen.
Am Donnerstagabend überraschte Fabrizio Romano mit seinem berühmten „Here we go“ rund um den 1. FC Köln. Quasi aus dem Nichts kündigte der Transferexperte die bevorstehende Verpflichtung von Paul Okon-Engstler an, der Australier wird in der kommenden Woche zum Medizincheck erwartet. Am Freitagabend wiederum widmete Romano nun dem FC Barcelona und Karim Adeyemi sein „Here we go“.
Der Deal zwischen den Katalanen und Borussia Dortmund ist offenbar fix: 22 Millionen Euro plus sieben Millionen Euro an möglichen Bonuszahlungen soll der BVB für den noch ein Jahr unter Vertrag stehenden Adeyemi kassieren. Nahezu reflexartig werden die Rufe laut, Said El Mala wäre doch der logische Ersatz.
El Mala zum BVB? Rechnung geht nicht auf
Dabei sind die 22 Millionen Euro, die zunächst fließen sollen, nicht mal die Hälfte der Ablöse, die sich die Kölner Verantwortlichen vorstellen. Beachtet man zudem, dass das BVB-Budget ohne die zusätzlichen Einnahmen etwa 25 Millionen Euro betragen soll und durch die bisherigen Transferbewegungen – insbesondere die Verpflichtung von Salzburgs Joane Gadou – bereits ein Minus von knapp 20 Millionen Euro entstanden ist, wird schnell klar: Diese Rechnung kann nicht aufgehen.
Ohnehin soll nach dem Abschied von Julian Brandt die Suche nach einem neuen Zehner ganz oben auf der Dortmunder Prioritätenliste stehen. So überrascht es nicht, dass man am Geißbockheim weiterhin nicht mit einem ernsthaften El-Mala-Vorstoß aus Dortmund rechnet. Zumal es auch vom BVB selbst heißt, so berichtet es Sky, dass die geforderten 50 Millionen Euro nicht infrage kommen. Gleiches gilt im Übrigen für RB Leipzig – mit dem Unterschied, dass die Sachsen möglicherweise noch eine dreistellige Millionensumme für Yan Diomande kassieren könnten.
Aktuell plane ich mit ihm, ja.
René Wagner über Said El Mala
Für René Wagner ist die Lage derzeit klar. Auf die GEISSBLOG-Nachfrage, ob er die neue Saison mit El Mala plane, sagte der FC-Trainer am Freitag: „Aktuell plane ich mit ihm, ja.“ Natürlich müssen die Kölner Bosse weiterhin auf alle Szenarien vorbereitet sein, doch schon seit Anfang Juni – seit El Malas Absage an Brentford – hat die sportliche Leitung um Thomas Kessler Kurs genommen auf eine zweite Saison mit dem 19-Jährigen (der GEISSBLOG berichtete).
Fragezeichen werden bleiben, das weiß auch Wagner, der zum Start der Vorbereitung zunächst mal das persönliche Gespräch mit El Mala suchen will. „Ich glaube, bei jedem Spieler möchte man so schnell es geht Klarheit. Das gilt für Said wie für jeden anderen Spieler im Kader. Je schneller wir Klarheit haben, desto einfacher ist es auch für den Jungen. Ich muss erst mal mit Said sprechen.“ Über den Sommer hinweg habe man das „ein-, zweimal“ getan. Mit unverändertem Status quo: „Am Ende ist Said ein Spieler des 1. FC Köln, er wird am Montag hier auftauchen. Und dann werden wir sehen, was passiert.“
El Malas „wilder Sommer“ mit Couch-WM und Gerüchte
Montag steigt am Geißbockheim das erste Mannschaftstraining der Saison, und Wagner will genau in seinen Shootingstar reinhorchen: „Er hatte einen wilden Sommer – mit der WM von der Couch und keine Ahnung, wie viele Zeitungsartikel über Said El Mala geschrieben wurden. Er muss wahrscheinlich einer der meistbesprochenen Spieler des Sommers sein.“
Wie schon sein Vorgänger Lukas Kwasniok sorgt sich der Trainer durchaus: „Das tut dem Jungen natürlich nicht gut. Für jeden Menschen ist das nicht schön, wenn man jeden Tag etwas Neues über sich selbst liest. Am Ende weiß man ja nur selber, was die Wahrheit ist.“ Dass die Spielerseite einen Transfer zu Brentford platzen ließ, statt frühzeitig im Sommer für Klarheit zu sorgen, gilt jedoch als verbrieft.
Generell können wir ihm eine Heimat bieten, wo wir ihn mögen, wo er auch spielt und wo wir ihn entwickeln können.
René Wagner
Wagners Wunsch: „Mich würde es freuen, wenn wir den Jungen hier ankommen lassen und dann schauen, was passiert.“ Der 37-Jährige möchte „Ruhe reinbekommen“, die Fragen bezüglich El Malas Zukunft könne er nach dem persönlichen Austausch „besser beantworten“.
Wobei Wagner überzeugt ist, dass der FC für El Mala weiterhin die richtige Adresse ist: „Für jeden Spieler ist wichtig, dass er spielt. Bei uns hat er die maximale Chance, zu spielen. Das weiß er selbst.“ Und das wird der Trainer dem Torjäger in den persönlichen Gesprächen gewiss auch noch einmal vermitteln – in der Hoffnung auf ein „Ja“ für eine zweite Bundesliga-Saison in Köln. Wagner betont: „Generell können wir ihm eine Heimat bieten, wo wir ihn mögen, wo er auch spielt und wo wir ihn entwickeln können. Alles andere muss er entscheiden.“








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