Der Saisonstart naht. Wer hat beim 1. FC Köln aktuell die besten Aussichten auf einen Stammplatz? Trainer René Wagner lobt den Konkurrenzkampf und hebt lediglich Kapitän Marvin Schwäbe sowie Offensivstar Said El Mala heraus.
In zehn Tagen wird es ernst für den 1. FC Köln. Dann wartet mit dem Pokal-Auftakt bei den Würzburger Kickers das erste Pflichtspiel der neuen Saison. Zuvor sollen bei der doppelten Generalprobe in Paderborn (Sonntag, ab 12.30 Uhr) noch einmal alle Profis die Chance erhalten, sich René Wagner zu präsentieren.
Der FC-Trainer wollte seine beiden Aufstellungen gegen Real Sociedad noch nicht als klare Fingerzeige verstanden wissen. Er habe lediglich „Kombinationen getestet“, sagte Wagner im Anschluss und betonte: „Für mich ist aktuell echt viel Wettkampf drin in den Positionen.“
Eine Ausnahme stelle lediglich Marvin Schwäbe dar, der als Nummer eins gesetzt ist. Und natürlich Said El Mala, wenn er denn bleibt. „Said ist ein besonderer Spieler. Er weiß, wo er spielen wird, wenn er in Würzburg aufläuft“, vergab Wagner noch eine zweite Startgarantie. Doch wie sieht es auf den weiteren Positionen aus?
Innenverteidigung
Auf dem Papier gelten der spielstarke Jahmai Simpson-Pusey und der als robuster Anführer verpflichtete Luka Lochoshvili als favorisiertes Paar für das Abwehrzentrum. Beim A-Test gegen Real Sociedad ließ Wagner die beiden nun erstmals Seite an Seite verteidigen und war trotz des unglücklichen Eigentores zufrieden: „Beide haben echt einen guten Job gemacht.“
Gerade Simpson-Pusey habe einen „sehr frischen“ Eindruck hinterlassen. „Er hat seine erste große Vorbereitung in Deutschland mitgemacht und merkt, dass es ein Unterschied für ihn ist“, so Wagner über den ehemaligen Nachwuchsspieler von Manchester City, auf dessen Stärken er eigentlich nicht verzichten kann. „Er ist da voll drin, er ist committet und zu 100 Prozent dabei. Seine Qualität mit Ball ist natürlich eine besondere.“

Lochoshvili wiederum bringt die vergangene Saison vermisste Stärke bei Standards mit sich, ist zudem der einzige Linksfuß. Es wäre eine Überraschung, wenn Wagner zum Start nicht auf diese Kombination setzen würde. Wenngleich der Trainer am Samstag sagte: „Die anderen beiden Innenverteidiger geben genauso viel Gas. Dann wird es für mich besonders schwer, eine Entscheidung zu treffen.“
Gemeint sind Joel Schmied und Rav van den Berg, die Wagner gemeinsam mit Simpson-Pusey und Lochoshvili in sämtlichen Konstellationen ausprobierte. „Wir schauen, dass sich die zwei Besten durchsetzen. Ich kann keinem eine Pole-Position geben“, ließ sich der Kölner Coach noch alles offen, wobei die Youngsters Julian Pauli und Elias Bakatukanda, die zum Vorbereitungsstart noch kürzertreten mussten, hintendran sind.
Außenverteidigung
Kommt es zu keiner Überraschung, stellen sich die Außenverteidiger-Positionen aktuell von alleine auf. Rechts fehlt Startelf-Kandidat Sebastian Sebulonsen aufgrund eines Muskelfaserrisses, links wurde noch keine Alternative zu Gideon Mensah verpflichtet. Die Youngsters Jonathan Friemel (links) und David Fürst (rechts) fungieren als Back-ups für Mensah und Alessio Castro-Montes.
Speziell an Mensah sollte kein Weg vorbeiführen, auch wenn der Neuzugang gegen Real Sociedad noch Anlaufschwierigkeiten offenbarte. Wagner: „Der eine oder andere Moment war dabei, wo er vielleicht noch ein bisschen sauberer spielen will, das weiß er selbst. Trotzdem gibt uns Gideon in der Kette Stabilität.“ Castro-Montes kommt derweil mit viel Offensivdrang daher. Gerade im Pokal beim Drittligisten Würzburg dürfte diese Qualität gefragt sein.
Mittelfeldzentrum
Die Suche nach einem neuen Sechser begleitet den FC schon den ganzen Sommer. „Weil die Personalie so wichtig sein kann, lassen wir uns da Zeit“, erklärte Wagner. Weitere Transferaktivitäten sollen den Konkurrenzkampf in der Mittelfeldzentrale befeuern.
Zunächst wird Wagner wohl auf bekannte Gesichter setzen: Tom Krauß als Sechser, Isak Johannesson als Achter. „Tom und Isak geben Gas“, lobte der Kölner Coach nach dem Sieg gegen Real Sociedad. Die Alternativen bringen allesamt keine Bundesliga-Erfahrung mit – aber Hunger. „Die jungen Spieler drücken“, gab es von Wagner keinen Freifahrtschein für Krauß und Johannesson: „Mit Paul Okon-Engstler haben wir einen Spieler dazu bekommen, der drückt. Auch Patrik Kristal hat sich bei uns in den Fokus gespielt.“
Offensives Mittelfeld
Hier kommt ebenfalls noch Verstärkung. Die Leihe von Tottenhams Mikey Moore gilt als ausgemacht, wurde bisher aber nicht vollzogen. So sind es für die zentrale Position hinter der Spitze und für die Außenbahn vor allem langjährige FC-Profis, die sich duellieren.
Auf der rechten Außenbahn konnten zuletzt sowohl Jan Thielmann als auch Linton Maina, die jeweils keine zufriedenstellende Saison hinter sich haben, Pluspunkte sammeln. Die Generalprobe in Paderborn dürfte entscheiden, wer sich für den Moment durchsetzt.

Im Zentrum, ob als Zehner oder hängende Spitze, ließ Wagner bislang Marius Bülter und Luca Waldschmidt ran. Auch die beiden Routiniers konnten mit Toren auf sich aufmerksam machen. Es ist ein ähnlich offenes Duell wie auf der rechten Bahn, womöglich mit leichten Vorteilen für Bülter. Wobei es bei weiteren Offensivtransfers für beide schwer werden dürfte.
Und dann ist da noch Reigan Heskey, der mit reichlich Vorschusslorbeeren aus der Akademie von Manchester City verpflichtet wurde, aber keinen Druck von den Verantwortlichen bekommt. Der Engländer war in der Vorbereitung stets die Alternative zu El Mala. Und da El Mala bei einem Verbleib gesetzt wäre, wäre Heskey auf Linksaußen zunächst eindeutig der Herausforderer.
Angriff
Die Leihe von Bolognas Thijs Dallinga steht bevor. Doch noch ist der Niederländer, der Ragnar Ache herausfordern und ergänzen soll, nicht am Geißbockheim angekommen. Für den Moment ist Ache, der vergangene Saison gemeinsam mit Jakub Kaminski der zweitbeste Scorer im Team war, die Nummer eins in der Sturmspitze. Youssoupha Niang lauert als Joker. Mit Dallinga dürften zudem die Chancen auf eine kopfballstarke Doppelspitze, dann in einem 4-2-2-2- oder 4-1-3-2-System, steigen.
Für Wagner wird es bald darum gehen, die bislang gute Stimmung im Team aufrechtzuerhalten. „Wenn es zu den ersten Entscheidungen kommt, ist es wichtig, dass wir die Spieler, die enttäuscht sind, bei Stange halten“, sagte der Trainer und lobte den aktuellen Spirit: „Wir bekommen hier echt eine gute Truppe zusammen, die Jungs wachsen zusammen, die jungen Spieler geben viel Energie.“ Genau das wünscht er sich auch im Bundesliga-Alltag.








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