Bislang ging man beim 1. FC Köln eher davon aus, dass im Sturm entweder Ragnar Ache oder Neuzugang Thijs Dallinga auflaufen würden. Nach den Aussagen von René Wagner klingt das plötzlich anders. Perspektivisch könnten beide gemeinsam auf dem Platz stehen.
Als der Niederländer Thijs Dallinga am Donnerstag zum ersten Mal den Trainingsplatz des 1. FC Köln am Geißbockheim betrat, war für viele Fans seine Rolle im Kader eigentlich klar umrissen: eine Alternative zu Ragnar Ache. Schließlich sind beide Angreifer echte Mittelstürmer.
Auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalspiel gegen die Würzburger Kickers ließ René Wagner aber Sätze fallen, die diese Einschätzung ins Wanken brachten – und die eine andere taktische Idee andeuten. Eine Idee, die Wagner unter Cheftrainer Steffen Baumgart schon einmal beim FC spielen ließ: eine echte Doppelspitze mit zwei Stoßstürmern wie einst mit Anthony Modeste und Sebastian Andersson.
Doppelspitze als neue Waffe
Bislang hatte Wagner in der Vorbereitung meist hinter Ache auf der Zehn einen zweiten Angreifer wie Marius Bülter, Luca Waldschmidt oder Jan Thielmann eingesetzt – Spieler, die aus der Tiefe kommen oder über die Flügel einrücken, aber keine klassischen Mittelstürmer. Genau das könnte sich mit Neuzugang Dallinga ändern. Auf die Frage nach dem Anforderungsprofil des Niederländers wurde Wagner konkret: „Das Profil war relativ klar. Wir haben von Beginn an einen Spieler gesucht, der sowohl alleine als auch als Doppelspitze agieren kann. Wenn wir mal auf Ragy verzichten müssen, brauchen wir jemanden, der ihn ersetzen kann, der aber auch mit ihm spielen kann.“
Eine Aussage, die aufhorchen lässt, denn damit ist Dallinga eben nicht nur als Alternative gedacht, sondern auch als Sturmpartner. Wie genau sich das auf dem Platz abbilden ließe, führte der Coach direkt weiter aus: „Thijs hat eine gute Stärke in der Luft, eine gute Wucht, ist ein Spieler, der auch zwischen den Linien auftauchen kann, so dass er an der Seite von Ragy eine gute Rolle spielen kann, wie auch beide jeweils alleine auf der Neun.“ Während Ache von seiner Kopfballstärke, seinem Arbeiten gegen den Mann und seinem Auge für die Nebenleute lebt, könnte der FC dank Dallinga nun zwei Stürmer mit unterschiedlichen Stärken haben, die sich ergänzen statt sich zu duplizieren.
Hoffnung auf ähnliche Entwicklung wie Kaminski
Warum der FC überhaupt so lange nach diesem speziellen Spielertyp gesucht hat, erklärte Wagner mit Blick auf Dallingas Zahlen und Werdegang: „Thijs hat die Qualitäten in der Box. Das ist an seinen Statistiken relativ einfach ablesbar, auch wenn er das die letzten zwei Jahre nicht so auf den Platz bekommen hat. Aber das ist genau der Weg, den wir gehen wollen: Wir haben mit Jakub Kaminski letztes Jahr gezeigt, dass wir Spielern ein Umfeld bieten können, in dem sie zurück zu alter Stärke finden können.“ Der Verweis auf Kaminski ist dabei kein Zufall – auch der Pole kam mit einer Formkrise aus Wolfsburg nach Köln und fand hier zurück zu seinem alten Niveau, woraufhin sich ihm die Türen nach Lissabon öffneten.
Eine Integration ins neue Team kann dem Niederländer nach Aussagen seines Coaches Wagner nicht schwergefallen sein: Neben Rav van den Berg spricht ausgerechnet Sturmpartner Ache fließend Niederländisch, wodurch sich die beiden Angreifer auf und neben dem Platz einfach austauschen können.
Kommt Dallinga schon im DFB-Pokal zum Einsatz?
Nur drei Tage blieben Dallinga nach dem ersten Mannschaftstraining, um sich einen Kaderplatz zu sichern und sich für einen Einsatz in Würzburg zu empfehlen. Als gesetzt im Sturmzentrum gilt weiterhin Ache, ein Joker-Debüt des 26-Jährigen ist aber wahrscheinlich. Zumal Torgefahr von der Bank für den FC im Pokal schon öfter wichtig war. Im Vorjahr etwa gelang das Weiterkommen in Regensburg erst durch zwei Tore in der Nachspielzeit – jeweils nach Vorlage des eingewechselten Ragnar Ache.








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