Duell der Türsteher: Lochoshvili trifft mit Spitzenwerten auf seinen Vorgänger

Luka Lochoshvili grätscht.
Eine Grätsche in höchster Not: Luka Lochoshvili rettet vor Adam Daghim. Foto_ imago/DeFodi

Der 1. FC Köln hat einen neuen Turm für die Abwehrschlachten. Nicht nur auf dem Papier überzeugte Luka Lochoshvili bei seinem Bundesliga-Debüt gegen die TSG Hoffenheim. Nun trifft er beim VfB Stuttgart auf seinen Vorgänger.

Als Luka Lochoshvili nach dem 1. Spieltag in der Mixed Zone des RheinEnergieStadions im ärmellosen Trainingshirt dastand, bekam man eine Vorstellung, warum ein Hoffenheimer nach dem anderen an dem georgischen Innenverteidiger des 1. FC Köln „zerschellt“ war. Ein 1,90 Meter großer Muskelberg, der in der Luft und auf dem Boden die Szenerie rund um den Kölner Strafraum dominiert hatte und um ein Haar sogar nach einer Ecke per Kopf offensiv erfolgreich gewesen wäre.

Schon in der ersten Bundesliga-Partie deutete Lochoshvili an, dass er zum Turm in so mancher Abwehrschlacht für den FC werden könnte. Kapitän Marvin Schwäbe war beeindruckt vom Auftritt seines Vordermanns: „Locho ist eine absolute Maschine gegen den Mann, aber auch gut am Fuß. Ein sehr guter Innenverteidiger, der die anderen mitziehen kann. Genau das, was wir auf der Position brauchen.“

Wagner: „Mit Lochoshvili reift ein Chef bei uns“

Trainer René Wagner hatte sich einen körperlich starken Innenverteidiger mit gutem Passspiel gewünscht, seine guten Werte aus dem vergangenen Jahr in Nürnberg bestätigte Lochoshvili nun gegen Europa-League-Club TSG Hoffenheim. Und riss dabei mit Leistung und Kommandos seine Nebenleute gleich mit.

„Das Gefühl, dass er als Chef reift, haben wir seit sechs Wochen. Locho macht seit Tag eins in der Kabine den Mund auf“, lobte Wagner nach der Partie. „Wir wussten, was wir von ihm bekommen. Ich freue mich für ihn, dass heute alle anderen gesehen haben, was wir jeden Tag im Training sehen.“

Spielentscheidende Szene so wichtig wie ein Tor

78 Prozent gewonnene Zweikämpfe, vier von fünf Kopfballduellen auf seiner Seite – für ein Bundesliga-Debüt gegen einen starken Gegner herausragende Werte. Auch Sportchef Thomas Kessler sah in Lochoshvili einen der Matchwinner. „Es gab eine Situation, wo wir in der Vorwärtsbewegung den Ball verlieren und er mit der letzten Energieleistung den Pass noch abfängt. Normalerweise fängst du da ein Gegentor.“ Gemeint war Lochos Grätschte in der 61. Minute gegen Adam Daghim.

Es war eine der Aktionen, die die Fans von ihren Sitzen rissen. Und eine Aktion, die neben seinem weiteren Auftreten an einen Vorgänger erinnerte: Jeff Chabot wurde zwischen 2022 und 2024 zum Kölner Publikumsliebling, weil der bullige Linksfuß in der Abwehr resolut abräumte und sich so den Spitznamen „Türsteher“ verdiente. Lochoshvili erinnert in vielerlei Hinsicht an Chabot und zeigte schon im ersten Bundesliga-Spiel, wozu er im Stande ist.

Direktes Duell mit Chabot in Stuttgart

Am Freitagabend nun kommt es zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Türsteher. Wenn der FC den 2. Spieltag beim VfB eröffnet, werden sich Lochoshvili im FC-Trikot und Chabot im Trikot mit dem Brustring gegenüberstehen. Dann können sich die Fans einen Eindruck von beiden Innenverteidigern machen. Und Locho kann beweisen, dass er seinem Vorgänger in nichts nachsteht.

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