Trotz eines zwischenzeitlichen Sturmlaufs war der 1. FC Köln am Freitagabend beim VfB Stuttgart chancenlos, verlor das Flutlichtspiel beim Champions-League-Team deutlich mit 1:4 (0:1). Die Noten und Zeugnisse in der GEISSBLOG-Einzelkritik.
Aus Stuttgart berichtet Marc L. Merten
Tor & Abwehr
Marvin Schwäbe
Zunächst rettete die Latte zweimal für den FC, dann Schwäbe. Vor den Augen von Bundestrainer Jürgen Klopp war der FC-Kapitän bei einem Schuss von Undav erstmals zur Stelle (19.). Bei Prömels abgefälschtem Versuch musste er sich lang machen (22.). Viel mehr bekam Schwäbe gegen die Schwaben nicht zu tun – bis er nach eigenem Fehlpass gegen Pejcinovic rettete (71.). Nach dem anschließenden Eckball auch gegen Chabot auf dem Posten (72.). An ihm lag es nicht, auch wenn er viermal den Ball aus dem Netz holen musste.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Alessio Castro-Montes
Bekam erst mal Regelkunde. Als er einen Einwurf nach fünf Sekunden nicht ausgeführt hatte, reichte Schiedsrichter Dingert den Ball an Stuttgart weiter (7.). Das blieb bei Weitem nicht die einzige Unachtsamkeit des Rechtsverteidigers. Vor Vagnomans Riesenchance zu zaghaft gegen El Khannouss. Auch gegen Führich auf verlorenem Posten (20.). Dann ließ Castro-Montes einen aussichtsreichen Kölner Angriff mit einem schlimmen Pass auf Maina verpuffen (24.). Vor dem 0:2 wartete er und wartete er – bis El Khannouss schließlich an ihm vorbei den zweiten Gegentreffer einleitete (60.). Ein ganz schwacher Abend, da halfen auch seine Standards nicht. Immerhin mit dem Ballgewinn vor dem Ehrentreffer.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Jahmai Simpson-Pusey
War nicht ganz so überfordert wie seine Nebenmänner, ging aber mit unter. Sein Stellungsfehler hätte Pejcinovic den Weg zur Führung ebnen können, doch Schwäbe passte auf (38.). Gefährlicher Ballverlust in der gegnerischen Hälfte (65.). Auch für Simpson-Pusey war das Stuttgarter Tempo über weite Strecken zu hoch.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Luka Lochoshvili
In der ersten Minute direkt mit einer wichtigen Klärungstat im Fünfer. Kurz darauf mit unnötigem Ballverlust am eigenen Strafraum. Sein Querpass ins Aus war ein zusätzlicher Beweis für die unsichere FC-Defensive (14.). Verlor das Kopfballduell mit Pejcinovic bei dessen Lattentreffer (15.). Auch er konnte El Khannouss beim 0:1 nicht stoppen (39.). Erst recht nicht Demirovic, der ihn beim 0:3 wie einen Statisten aussehen ließ (75.). Ein Abend wie eine Lehrstunde für den Bundesliga-Neuling.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Gideon Mensah
Bei Vagnomans Lattenkracher zwar genau wie Maina in der Nähe, aber nicht entscheidend am Stuttgarter dran. Probierte es nach einem abgewehrten Eckball einfach mal aus der Distanz (19.). Zeigte Vagnoman mit einer starken Grätsche, dass die FC-Defensive nicht alles mit sich machen lässt (32.). War in der Abwehr noch der Stabilste. Fälschte beim 0:1 zwar unglücklich ab (39.), versuchte aber immerhin, das Gegentor zu verhindern. Bereitete die Skhiri-Chance nach dem Seitenwechsel etwas unfreiwillig mit einem abgefälschten Schussversuch vor.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Mittelfeld
Tom Krauß
Antizipierte bei einem Stiller-Pass an der Mittellinie gut (24.), spekulierte beim 0:1 aber falsch. Krauß gehörte zu den Spielern, die El Khannouss stehen ließ, kam nicht ansatzweise in den Zweikampf. Nach Vorlage von Moore ans Außennetz (53.). Beim 0:2 mit in der Verlosung. Kaum Akzente für den Spielaufbau.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Isak Johannesson
In der ersten Halbzeit kaum zu sehen, zu Beginn des zweiten Durchgangs dann unsanft von Mittelstädt gestoppt (51.). Da hätte der Isländer viel grüne Wiese vor sich gehabt. Johannesson steigerte sich deutlich. Bei seinem Dropkick fehlte nicht viel (57.).
GEISSBLOG-Note: 3,5
Paul Okon-Engstler
Zweiter Startelf-Einsatz in Folge für den australischen Neuzugang, der reichlich Lehrgeld zahlte. Okon-Engstler hatte der Übermacht des VfB in beide Richtungen nichts entgegenzusetzen. Dementsprechend überraschte es nicht, dass er in der Halbzeit in der Kabine blieb.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Ellyes Skhiri (ab 46. Minute)
Aus kürzester Distanz mit der riesigen Ausgleichschance – Bredlow stand im Weg (47.). Das hätte das 1:1 sein müssen. Die erste Aktion des Tunesiers blieb seine auffälligste, wenngleich er dem FC-Spiel in der Drangphase mehr Struktur verschaffte. Als Stuttgart wieder das Tempo anzog, bekam auch Skhiri Probleme.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Reigan Heskey (ab 75. Minute)
Nach seiner Einwechslung für Maina direkt mit einem Abschluss aus 18 Metern (79.). Heskey legte bei seinem Debüt beherzt los, steckte vor dem FC-Treffer mit etwas Glück auf Vorlagengeber Moore durch.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Angriff
Jan Thielmann
Hatte aus dem Nichts das 1:0 auf dem Fuß, Jeltsch rettete in höchster Not (25.). Leistete El Khannouss vor dem 0:1 wie so viele Kölner nur Geleitschutz. Nach einem Eckball mit einem Distanzversuch (43.), den Locho per Kopf noch abfälschte. Ansonsten nicht zu sehen und zur Pause raus.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Linton Maina
Ersetzte den kranken El Mala. Begann mit einem Dribbling in den VfB-Strafraum und wurde geblockt (6.). Sein Geistesblitz ermöglichte dem FC die erste Top-Chance – starker Pass auf Thielmann. Zunächst noch der Beste in einer harmlosen Offensive, doch in der Rückwärtsbewegung fehlte er nicht nur einmal.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Ragnar Ache
Blieb beim ersten Vorstoß an Chabot hängen (8.). Hatte gegen die VfB-Defensive einen ganz schweren Stand. Mit riesigen Problemen, den Ball fest zu machen. Nach dem Seitenwechsel wachte auch er zwischenzeitlich auf, setzte erst Moore in Szene und wurde dann selbst geblockt (56.). Legte zudem gut für Krauß ab (58.). Insgesamt reichte das allerdings nicht.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Mikey Moore (ab 46. Minute)
Kam für Thielmann und stürmte nach zehn Sekunden auf den Stuttgarter Strafraum zu, holte sofort einen Eckball heraus. Setzte sich dann auch stark am Sechzehner durch und scheiterte an Bredlow (53.). An jedem Kölner Angriff war der Engländer beteiligt – ein absoluter Antreiber, der Feuer reinbrachte. Moores Auftritt war aus Kölner Sicht das Highlight des Abends, fast schon furios. Der 19-Jährige ist ohne Wenn und Aber ein Hoffnungsträger.
GEISSBLOG-Note: 2,0
Marius Bülter (ab 75. Minute)
Ersetzte Ache und fand gegen Chabot zunächst kein Durchkommen. Bitter für Bülter, falls sein 1:3 als Eigentor von Hendriks gewertet wird.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Imad Rondic (ab 90. Minute)
Aus der Degradierung sofort auf die Bundesliga-Bühne – irre! Auch für ihn war es eine Premiere im deutschen Oberhaus. Das Pech der vergangenen Jahre blieb dem für Krauß eingewechselten Rondic jedoch treu. Der Stürmer bereitete unfreiwillig Vagnomans Traumtor zum 1:4-Endstand vor.
GEISSBLOG-Note: keine Note







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