Katastrophale Halbzeit, dann Moore-Aufschwung: FC verliert deutlich in Stuttgart

Der 1. FC Köln war an diesem Abend zu oft nur Zuschauer. (Foto: IMAGO / Maximilian Koch)
Der 1. FC Köln war an diesem Abend zu oft nur Zuschauer. (Foto: IMAGO / Maximilian Koch)

Der 1. FC Köln hat beim VfB Stuttgart die erste Niederlage der neuen Bundesliga-Saison kassiert. Die Geißböcke leisteten sich eine katastrophale erste Halbzeit und gingen am Ende mit 1:4 (0:1) als Verlierer vom Feld. Da half auch das Debüt von Mikey Moore nichts, der für die beste Phase im Kölner Spiel sorgte.

Aus der MHP-Arena berichtet Marc L. Merten

Der 1. FC Köln eröffnete am Freitagabend den zweiten Bundesliga-Spieltag. Und das bedeutete, dass die Geißböcke mit Anpfiff in der Live-Tabelle als Spitzenreiter geführt wurden. Doch würde dies auch nach Schlusspfiff in Stuttgart noch so sein? Die FC-Fans jedenfalls feierten mit einem wahrhaften Feuerwerk. Die Raketen, die unkontrolliert durch die Stadionluft flogen, dürften viel Geld kosten.

Tore und Highlights

1. Halbzeit: Der VfB legte vor heimischen Fans los wie die Feuerwehr und wollte den FC offenbar überrennen. Die Geißböcke waren immer wieder komplett desorganisiert, konnten dem schnellen Stuttgarter Spiel nicht ansatzweise folgen. In der 9. Minute vergab Vagnoman eine irre Torchance, als er aus drei Metern den Ball an die Latte statt ins völlig leere FC-Tor beförderte. Nur sechs Minuten später köpfte Pejcinovic an die Latte (15.). In der 20. Minute musste sich Schwäbe bei einem Undav-Schuss lang machen. Vom extrem fehlerhaften FC kam praktisch nichts. Es war eine erschreckend schwache Halbzeit, einzig dadurch erträglich war, dass der FC nur mit 0:1 zurück lag.

39. Minute: Denn in der 39. Minute traf der VfB völlig verdient zur Führung. Und das Tor war sinnbildlich für die Kölner Verteidigungsleistung bis dahin. El Khannouss konnte sich den Ball 35 Meter vor dem FC-Tor zurechtlegen und einen Sprint anziehen. Thielmann, Maina, Okon-Engstler und Krauß verweigerten die Arbeit, der Stuttgarter tunnelte Lochoshvili und schoss dann abgefälscht von Mensah aus 13 Metern zum 0:1 ein.

2. Halbzeit: Wagner reagierte zur Pause und brachte Skhiri und Moore. Der Engländer kam so zu seinem FC-Debüt und holte gleich nach 20 Sekunden eine Ecke raus. Skhiri vergab daraufhin per Kopf aus kurzer Distanz die Chance zum Ausgleich (47.). Nur fünf Minuten später vergab Moore das 1:1, als er halblinks zehn Meter vor dem Tor an Bredlow scheiterte. Der FC spielte wie ausgewechselt und vergab anschließend zahlreiche Top-Chancen: Moore und Ache (57.), Johannesson (57.) und Krauß (59.). Dann schlug der VfB zurück und machte es besser.

60. Minute: Gerade, als der FC sich den Ausgleich zu verdienen schien, sorgte ein Seitenwechsel auf El Khannouss für die kalte Dusche. Ein Pass hinter Castro-Montes und Krauß brachte Mittelstädt an der Grundlinie in Position. Der Pass in den Rückraum landete beim völlig ungedeckten Prömel und dieser jagte die Kugel zum 0:2 unter die Latte.

75. Minute: Der zweite Gegentreffer zog dem FC wieder den Stecker, der VfB hatte alles im Griff und sorgte für die Vorentscheidung. Unmittelbar nach Wagners nächstem Doppelwechsel mit Heskey und Bülter sah Lochoshvili gegen Demirovic ganz alt aus. Der eingewechselte VfB-Stürmer ließ den FC-Verteidiger an der Seitenauslinie stehen und traf nach einem Solo über 30, 40 Meter zum 0:3.

81. Minute: Der FC meldete sich allerdings noch einmal zurück. Heskey steckte mit Glück auf Moore durch, dessen Hereingabe drückte Bülter aus kurzer Distanz zum 1:3 über die Linie. Mehr sprang für die Geißböcke nicht heraus.

90. Minute: Zumal Vagnoman mit einem Volley-Traumtor aus knapp 20 Metern noch das 1:4 drauflegte. Zuvor hatte der eingewechselte Rondic per Kopf geklärt.

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Castro-Montes, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Mensah – Krauß (90. Rondic) – Johannesson, Okon-Engstler (46. Skhiri) – Maina (75. Heskey), Ache (75. Bülter), Thielmann (46. Moore)

Zur Aufstellung: Der FC musste auf Said El Mala und Thijs Dallinga verzichten. Das tat den Geißböcken richtig weh. Linton Maina rückte für El Mala in die Startelf, ansonsten vertraute René Wagner seiner Elf aus dem ersten Heimspiel. Das bedeutete auch: Die Neuzugänge Mikey Moore und Borna Sosa blieben zunächst auf der Bank. Moore kam in der zweiten Halbzeit zu seinem Bundesliga-Debüt – genau wie Reigan Heskey und Imad Rondic.

Fazit

Der 1. FC Köln muss mit seinen Spielern vor allem über die erste Halbzeit sprechen. Nicht nur taktisch, sondern auch die Art und Weise im Spiel hatte nichts mit Bundesliga zu tun. Das Nicht-Verteidigen vor dem 0:1 stand sinnbildlich für genau das, was die Verantwortlichen eigentlich nicht sehen wollen. Die Reaktion zur zweiten Halbzeit war stark, Moore deutete sofort an, was für eine Waffe er sein kann. Doch die Defensivleistung der gesamten Mannschaft war bedenklich, auch nach dem zwischenzeitlichen Aufschwung. Das muss in einer Woche gegen den SV Werder Bremen wieder besser werden.

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