Reigan Heskey hat am Sonntag bei der U21 des 1. FC Köln Spielpraxis gesammelt. Vor den Augen von Profi-Coach René Wagner konnte der Engländer eine Halbzeit lang überzeugen. Dann allerdings tauchte er wie das gesamte Team von Manuel Hartmann ab.
Nach den vielen Vorschusslorbeeren, mit denen Reigan Heskey beim 1. FC Köln empfangen wurde, waren wohl nicht wenige Fans verwundert, dass der 18-Jährige am Samstagabend erstmals im Bundesliga-Kader fehlte. Wirklich überraschend kam seine Nichtberücksichtigung für das Heimspiel gegen Werder Bremen (1:1) allerdings nicht – René Wagner hatte bereits in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass Heskey noch Zeit benötigt und diese auch erhält.
Bei der U21 sollte der Linksaußen nun „auf Seniorenlevel mehr Minuten sammeln, als er sie bei uns in der Bundesliga bekommen hätte“. Es waren gut 70 Minuten, die Heskey am Sonntag gegen Bergisch Gladbach auf dem Platz stand, bevor er von der Bank aus mitansehen musste, wie der FC gegen den Aufsteiger noch mit 1:2 verlor.
Heskey verpasst ersten FC-Treffer
Nachdem er in den ersten drei Pflichtspielen lediglich in Stuttgart zu einem Joker-Einsatz gekommen war, sollte der Neuzugang bei der U21 nicht direkt über die gesamte Spielzeit mitmischen. „Wir haben da Kommunikation gehabt, damit wir keine Verletzung riskieren“, berichtete Trainer Manuel Hartmann. „Wir halten uns klar an die Absprachen. Wenn er sich verletzt, will ich danach nicht in meiner Haut stecken.“
Wobei Heskey wohl auch ohne Minutenvorgabe der Profiabteilung ein Kandidat für eine Auswechslung gewesen wäre. Denn nach einer auffälligen ersten Halbzeit, in der er mit seinen Dribblings für die Bergisch Gladbacher nur schwer zu stoppen war und zweimal sein erstes Tor für den FC auf dem Fuß hatte, wurde er mit zunehmender Spieldauer unauffälliger.
Die erste Halbzeit fand ich sehr, sehr gut. In der zweiten ist er ein bisschen abgetaucht.
Manuel Hartmann über Heskey
Das sah auch Hartmann so: „Die erste Halbzeit fand ich sehr, sehr gut. In der zweiten ist er ein bisschen abgetaucht. Das kann an der fehlenden Spielpraxis liegen.“ Wie erwähnt, spielte Heskey seit Saisonstart lediglich beim 1:4 in Stuttgart, als er nach 75 Minuten eingewechselt wurde und prompt an der Entstehung des Ehrentreffers beteiligt war.
Bei der U21 wurde er immer wieder von seinen Mitspielern gesucht, obwohl der bei Manchester City ausgebildete Youngster zuvor kein einziges Mal mit der Mannschaft trainiert hatte. „Bei einem Spieler seiner individuellen Qualität wäre es komisch, wenn die Mitspieler ihn nicht suchen würden“, sagte Hartmann und zog unter dem Strich ein positives Fazit: „Er hat sich hier bemüht, hat sich ordentlich präsentiert.“
Hartmann rätselt: „Weiß nicht, warum wir das eingestellt haben“
Ob Heskeys Auftritt reicht, um am Samstag beim Auswärtsspiel gegen den Hamburger SV wieder im Profikader zu stehen, muss nun René Wagner entscheiden. Der 38-Jährige saß beim U21-Spiel mit Teilen seines Trainerteams auf der Tribüne des Franz-Kremer-Stadions und sammelte Eindrücke.

Hartmann wird womöglich auch in Zukunft das eine oder andere Mal auf Heskey setzen können. „Aber wir haben noch viel mehr Spieler, die eine sehr gute Qualität haben, die wir noch mehr suchen müssen“, stellte der nach dem 1:2 gegen Bergisch Gladbach frustrierte Nachwuchstrainer klar.
Er rätselte nicht zum ersten Mal über seine Mannschaft: „In der ersten Halbzeit lief das Kombinationsspiel sehr gut. Ich weiß nicht, warum wir das eingestellt haben. Wir geben das Spiel so passiv aus der Hand, weil wir Meter sparen.“ Heskey war längst nicht der einzige U21-Spieler, der abtauchte.







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