Die Fans des 1. FC Köln haben die Niederlage beim Hamburger SV mit Pfiffen quittiert. Die Verantwortlichen zeigen Verständnis und setzen auf die Lernkurve der Mannschaft.
Aus dem Volksparkstadion berichtet Marc L. Merten
Als die Spieler des 1. FC Köln nach dem 1:2 beim Hamburger SV in die Gästekurve gingen, um sich bei den rund 6000 mitgereisten FC-Fans zu bedenken, empfingen deutliche Pfiffe die Spieler. Diese blieben daraufhin nur wenige Sekunden vor dem Fanblock stehen, ehe sie sich umdrehten und in Richtung Kabinen gingen.
Es war das bittere Ende einer ohnehin bitteren Partie, die der FC durchaus hätte gewinnen können und am Ende unnötigerweise verlor. „Generell hat jeder Fan das Recht seine Meinung zu äußern“, sagte René Wagner hinterher. Der Cheftrainer zeigte Verständnis für die Anhänger und deren Enttäuschung. „Ich kann jeden Fan verstehen, der zum Auswärtsspiel fährt und einen Sieg erwartet.“
Wagner appelliert an den Zusammenhalt
Wagner versuchte anschließend aber auch für Verständnis für die Spieler zu werben. „Ich finde, dass die Jungs heute die volle Unterstützung verdient haben. Die haben sich 95 Minuten reingehauen. Wir hatten die Möglichkeit das Spiel zu gewinnen, das haben wir nicht getan. Wir werden hart arbeiten und dranbleiben“, versprach der 38-Jährige.
Und weiter: „Unsere Aufgabe ist es die guten Dinge aus dem Spiel rauszuarbeiten und an den anderen Dingen zu arbeiten. Die Aufgabe der Fans ist es vielleicht auch, ihre Enttäuschung kund zu tun. Aber wenn wir zusammenstehen und die Mannschaft unterstützen, ist das für uns wichtig. Es geht für uns darum, jetzt weiterzumachen und an unseren Themen zu arbeiten, damit wir zuhause gegen Gladbach drei Punkte holen.“
Kessler wünscht sich Verständnis und Realismus
Auch Sportchef Thomas Kessler konnte nachvollziehen, „dass die Fans 400 Kilometer hierher fahren und den FC siegen sehen wollen“. Der 40-Jährige signalisierte aber auch, dass er sich wünscht, am 11. Oktober gegen Borussia Mönchengladbach im Heimspiel-Derby eine Energie in Müngersdorf zu spüren, welche in Hamburg trotz der lange Zeit destruktiven Spielweise der Gastgeber geherrscht hatte.
„Sie haben es geschafft, trotz dreier sehr schlechter Spiele eine Stimmung zu erzeugen, in der die Fans sehr wohlwollend damit umgegangen sind, dass der HSV sich gegen den FC zuhause mit einem 5-4-1 hinten reingestellt hat“, sagte Kessler. „Deswegen kann ich nur daran appellieren: Es hat niemand gesagt, dass das eine super easy Saison wird, durch die wir hindurch gleiten werden. Wir hätten es definitiv verdient gehabt, mehr als vier Punkte zu haben. Jetzt haben wir die vier und werden mit einem sehr interessanten Spiel aus der Länderspielpause herausgehen.“






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