Von Schäfer über Overath bis Hector: Diese Idole waren Kapitäne des 1. FC Köln

Wolfgang Overath war der längste amtierende FC-Kapitän in der Vereinsgeschichte. (Foto: IMAGO / Horstmüller)
Wolfgang Overath war der längste amtierende FC-Kapitän in der Vereinsgeschichte. (Foto: IMAGO / Horstmüller)

Wer war der erste Kapitän des 1. FC Köln? Und was passierte in den 2000er Jahren, als der FC-Spielführer teils mehrfach pro Saison wechselte? Hier findet Ihr alle Kapitäne der Geißböcke in der Vereinshistorie.

Die ersten Kapitäne seit der Gründung

Willi Weyer (1948–1950)

Willi Weyer, 1918 in Köln geboren, gehörte bereits dem VfL Köln 1899 an, bevor er 1948 zum neu gegründeten 1. FC Köln wechselte. Am 15. Februar 1948 führte er den FC im ersten Spiel der Vereinsgeschichte gegen Nippes 1912 als Kapitän auf den Platz und erzielte beim 8:2 ein Tor. Weyer bestritt 40 Partien und erzielte zwölf Treffer. 1949 stieg er mit dem FC in die Oberliga West auf.

Hans Graf (1950–1956)

Hans Graf war einer der prägenden Verteidiger der frühen FC-Jahre. Der gebürtige Kölner bildete gemeinsam mit Stefan Langen und Frans de Munck über Jahre die Abwehr der Geißböcke. Graf kam über den Bayenthaler SV und den VfL Köln 1899 zum FC und feierte den Aufstieg 1949, den Westdeutschen Pokalsieg 1953 und die Westdeutsche Meisterschaft 1954. Insgesamt absolvierte er 246 Spiele für den FC und erzielte 23 Tore.

Jupp Röhrig (1956–1958)

Jupp Röhrig, 1925 in Zündorf geboren, war der erste Nationalspieler der Vereinsgeschichte. Sein Debüt für Deutschland gab er 1950 gegen die Schweiz. Beim FC bildete er gemeinsam mit Hans Schäfer ein legendäres Offensivduo. 1952 lehnte Röhrig sogar ein lukratives Angebot von Juventus Turin ab. Eine Verletzung verhinderte seine Teilnahme an der WM 1954. Nach seiner Spielerkarriere machte er sich als Jugendtrainer einen Namen und führte den FC 1971 zur deutschen A-Jugend-Meisterschaft.

In der Saison 1963/64 schießt Hans Schäfer den 1. FC Köln zur Deutschen Meisterschaft. (Foto: imago/Pressefoto Baumann)
In der Saison 1963/64 schießt Hans Schäfer den 1. FC Köln zur Deutschen Meisterschaft. (Foto: imago/Pressefoto Baumann)

Die glorreichen 60er und 70er Jahre

Hans Schäfer (1958–1965)

Hans Schäfer, von den Kölnern liebevoll „de Knoll“ genannt, ist eine der größten Legenden der Vereinsgeschichte. Der 1927 in Köln geborene Angreifer wurde 1954 Weltmeister und bereitete im Finale das entscheidende Tor von Helmut Rahn vor. 1958 und 1962 führte er die deutsche Nationalmannschaft als Kapitän an. Mit dem FC wurde Schäfer 1962 Deutscher Meister und 1964 erster Bundesliga-Meister. Mit 306 Toren in 506 Pflichtspielen ist Schäfer der Rekordtorschütze der Geißböcke.

Wolfgang Weber (1965)

Wolfgang Weber war nur wenige Monate von Juli bis November 1965 FC-Kapitän, prägte die Vereinsgeschichte aber insgesamt nachhaltig. Nach seinem Wechsel 1962 wurde er 1965 im Europapokalspiel gegen Liverpool zum „Bulle“: Trotz eines gebrochenen Wadenbeins spielte er noch 75 Minuten weiter. Weber wurde 1966 Vizeweltmeister und erzielte im Wembley-Finale den Ausgleich – bis heute das einzige Tor eines FC-Spielers in einem WM-Endspiel.

Karl-Heinz Thielen (1965–1968)

Karl-Heinz Thielen übernahm im November 1965 das Kapitänsamt und führte den FC 1968 zum ersten DFB-Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Bereits 1961/62 war er Torschützenkönig der Oberliga West und wurde mit Köln Deutscher Meister. Ein Angebot von Sampdoria Genua lehnte er zugunsten seines BWL-Studiums ab. Später wechselte Thielen in die Geschäftsführung und wurde FC-Manager. Damit war er an allen großen FC-Titeln bis dahin als Spieler oder Funktionär beteiligt.

Beim Effzeh und in der Nationalmannschaft: Heinz Flohe und Wolfgang Overath.
Beim Effzeh und in der Nationalmannschaft: Heinz Flohe und Wolfgang Overath.

Wolfgang Overath (1968–1977)

Wolfgang Overath war der am längsten amtierende Kapitän der FC-Geschichte. Der Siegburger wechselte 1962 nach Köln und erzielte 1963 in Saarbrücken das erste Bundesligator des FC. Als Kapitän führte er die Mannschaft zu zwei DFB-Pokalsiegen. Mit Deutschland wurde Overath 1966 Vizeweltmeister, 1970 WM-Dritter und 1974 Weltmeister. Für den FC absolvierte er 542 Pflichtspiele – Vereinsrekord. Von 2004 bis 2011 war er zudem Präsident des Klubs.

Heinz Flohe (1977–1979)

Heinz „Flocke“ Flohe übernahm 1977 die Kapitänsbinde von Wolfgang Overath und führte den FC unter Hennes Weisweiler zum historischen Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Der 1948 in Köln geborene Mittelfeldspieler wurde 1974 Weltmeister und war 1976 maßgeblich am deutschen Comeback im EM-Halbfinale beteiligt. Franz Beckenbauer bezeichnete ihn einst als besten deutschen Fußballer. Nach seinem Tod 2013 widmete der FC dem Idol eine Bronzestatue vor dem RheinEnergieStadion.

Die wechselhaften 1980er Jahre

Bernd Cullmann (1979–1980)

Bernd Cullmann, in Porz aufgewachsen, gehörte zu den erfolgreichsten FC-Spielern seiner Generation. Der Verteidiger wurde 1974 Weltmeister und 1980 Europameister. Mit dem FC gewann er dreimal den DFB-Pokal und 1978 das Double. Am 4. März 1978 erzielte Cullmann das 1000. Bundesligator des 1. FC Köln. Sein Sohn Carsten sollte Jahre später ebenfalls die Kapitänsbinde der Geißböcke tragen.

Rainer Bonhof (1980–1981)

Rainer Bonhof kam 1980 vom FC Valencia nach Köln und übernahm sofort die Kapitänsbinde. Der Weltmeister von 1974 hatte zuvor mit Borussia Mönchengladbach vier Meisterschaften, den UEFA-Pokal und den DFB-Pokal gewonnen. Im WM-Finale 1974 bereitete er das entscheidende 2:1 von Gerd Müller vor. In seiner ersten FC-Saison absolvierte Bonhof 34 Ligaspiele und erzielte neun Tore. Er führte Köln bis ins UEFA-Pokal-Halbfinale, verlor die Kapitänsrolle später jedoch wieder und wechselte 1982 zu Hertha BSC.

Toni Schumacher in Aktion. (Foto: imago/WEREK)
Toni Schumacher in Aktion. (Foto: imago/WEREK)

Harald „Toni“ Schumacher (1981–1982)

Toni Schumacher kam 1972 zum FC und wurde zum Rekordtorhüter der Vereinsgeschichte. 422 Bundesligaeinsätze absolvierte er für Köln (Vereinsrekord), davon 213 zwischen 1977 und 1983 in Folge. Schumacher wurde 1978 Deutscher Meister, dreimal DFB-Pokalsieger und 1980 Europameister. Bei seinem EM-Triumph spielte er sogar mit gebrochenem Mittelhandknochen. 1987 beendete sein Buch „Anpfiff“ mit kontroversen Dopingvorwürfen seine FC- und Nationalmannschaftskarriere. Später war er FC-Vizepräsident.

Gerd Strack (1982–1983)

Gerd Strack war ein kopfballstarker Innenverteidiger und von 1974 bis 1985 beim FC aktiv. Er gehörte zur Double-Mannschaft von 1978 und führte Köln 1983 als Kapitän zum DFB-Pokalsieg gegen Fortuna Köln. Insgesamt bestritt Strack 329 Spiele für den FC und erzielte 43 Tore. Sein einziges Länderspieltor war zugleich ein entscheidendes: Gegen Albanien traf er 1983 zum Sieg und sicherte Deutschland damit die EM-Qualifikation. Strack starb 2020 im Alter von 64 Jahren.

Pierre Littbarski (1983–1984)

Pierre Littbarski führte den FC erstmals 1983/84 als Kapitän an. Der Berliner war 1978 für 32.500 Mark nach Köln gekommen und hatte bereits im Pokalfinale 1983 gegen Fortuna Köln den entscheidenden Treffer selbst erzielt. 1985 wurde sein spektakuläres Tor gegen Werder Bremen zum „Tor des Jahres“ gewählt. Littbarski sollte später noch einmal die Kapitänsbinde tragen und 1990 in Rom Weltmeister werden.

Pierre Littbarski. (Foto: imago images / Eissner, Liedel)
Pierre Littbarski. (Foto: imago images / Eissner, Liedel)

Klaus Allofs (1984–1987)

Klaus Allofs wechselte 1981 für die damalige Rekordablöse von 2,25 Millionen Mark zum FC. 1985 wurde er mit 26 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig – als erster Spieler überhaupt bei zwei verschiedenen Vereinen. Unvergessen sind seine vier Tore beim 6:1 gegen Borussia Dortmund. Allofs war Europameister 1980 und Torschützenkönig des Turniers. Der DFB-Pokalsieg 1983 blieb sein einziger großer Titel in Köln.

Stephan Engels (1987–1988)

Stephan Engels, in Troisdorf geboren und in Mondorf aufgewachsen, trug 1987/88 die Kapitänsbinde des FC. Der Mittelfeldspieler war bereits DFB-Pokalsieger 1983 und UEFA-Cup-Finalist 1986. Zu seinen bekanntesten Treffern gehören das Tor beim legendären 4:0 in Barcelona 1980 und sein „Tor des Monats“ gegen die Glasgow Rangers. Insgesamt bestritt Engels 444 Spiele und erzielte 107 Tore. Dem FC blieb er später als Trainer und Funktionär verbunden.

Die Kapitäne der wilden 90er Jahre

Pierre Littbarski (1988–1993)

Nach einem unglücklichen Abstecher zu Racing Paris kehrte Pierre Littbarski 1987 für 2,8 Millionen Mark zum FC zurück. Er wechselte von der Nummer sieben auf die zehn und übernahm später erneut die Kapitänsbinde. 1990 krönte er seine Karriere mit dem Weltmeistertitel in Rom. Für Köln absolvierte Littbarski insgesamt 504 Pflichtspiele und erzielte 144 Tore. Einen Meistertitel gewann er mit dem FC allerdings nie. Im Mai 1993 wechselte er nach Japan.

Bodo Illgner (1993–1994)

Bodo Illgner wurde bereits 1987 zum Stammtorwart des FC und absolvierte insgesamt 326 Bundesligaspiele für Köln. Mit den Geißböcken wurde er zweimal Deutscher Vizemeister. 1990 krönte Illgner seine Karriere mit dem Weltmeistertitel und war damals der jüngste Weltmeister-Torhüter der Geschichte. 1993 übernahm er erstmals die Kapitänsbinde. Seine FC-Zeit endete 1996 mit dem überraschenden Wechsel zu Real Madrid, wo er 1998 die Champions League gewann.

Andrzej Rudy (Hinrunde 1994/95)

Andrzej Rudy kam 1988 unter schwierigen Umständen nach Deutschland. Weil ihm ein Wechsel zunächst aus politischen Gründen verweigert worden war, floh der Pole unerlaubt über Österreich. Mit Unterstützung des CDU-Politikers Bernhard Worms erhielt er 1989 seine Spielberechtigung. Über Brøndby Kopenhagen und Trainer Morten Olsen fand Rudy zu alter Stärke zurück und kehrte 1993 nach Köln zurück. Für den FC absolvierte er 41 Bundesligaspiele und erzielte 15 Tore.

Bodo Illgner wurde als FC-Torhüter Weltmeister 1990. (Foto: IMAGO / Bongarts)
Bodo Illgner wurde als FC-Torhüter Weltmeister 1990. (Foto: IMAGO / Bongarts)

Bruno Labbadia (Rückrunde 1994/95–Hinrunde 1995/96)

Bruno Labbadia, Sohn italienischer Gastarbeiter, kam nach Stationen unter anderem beim HSV, Kaiserslautern und Bayern München 1994 zum FC. In seiner ersten Kölner Saison überzeugte der Stürmer mit 14 Toren in 33 Spielen und übernahm in der Rückrunde die Kapitänsbinde. In der folgenden Hinrunde kam er nur noch auf acht Einsätze und ein Tor. Zum 1. Januar 1996 wechselte Labbadia zu Werder Bremen.

Bodo Illgner (Rückrunde 1995/96)

Bodo Illgner übernahm in der Rückrunde 1995/96 zum zweiten Mal das Kapitänsamt. Mit starken Leistungen und den wenigsten Gegentoren aller Bundesliga-Torhüter bewahrte er den FC vor dem Abstieg. Im Sommer 1996 folgte dann der spektakuläre Wechsel zu Real Madrid. Dort wurde Illgner spanischer Meister und gewann 1998 die Champions League. Damit endete eine Torwartkarriere, die ihn zu einer der prägenden Figuren der FC-Geschichte gemacht hatte.

Ralf Hauptmann (1996–Hinrunde 1998/99)

Ralf Hauptmann kam 1993/94 von Dynamo Dresden zum FC und wurde später Kapitän der Geißböcke. Zuvor war er mit Dynamo zweimal DDR-Meister geworden und hatte vier Länderspiele für die DDR absolviert. Hauptmann erlebte mit Köln 1998 den Abstieg aus der Bundesliga und später auch den Wiederaufstieg 2000. Insgesamt bestritt der Mittelfeldspieler 138 Bundesligaspiele für den FC. Sein Sohn Niklas spielte später ebenfalls für Köln.

Viele Kapitänswechsel bis zum großen Knall

Dirk Lottner (Rückrunde 1998–2004)

Dirk Lottner, 1972 in Köln geboren, kehrte über Bayer Leverkusen zu seinem Heimatverein zurück und übernahm in der Rückrunde 1998 die Kapitänsbinde. Der technisch starke Mittelfeldspieler war besonders für seine gefährlichen Freistöße bekannt und hatte maßgeblichen Anteil an den Aufstiegen 2000/01 und 2002/03. Für den FC absolvierte Lottner 174 Pflichtspiele, erzielte 57 Tore und bereitete 37 weitere vor. Später arbeitete er auch als Trainer beim FC.

Sebastian Schindzielorz (2004–2006)

Sebastian Schindzielorz wechselte 2003 vom VfL Bochum nach Köln. Ein komplizierter Mittelfußbruch in seiner ersten FC-Saison warf ihn zurück, am Ende stand der Abstieg. Unter Huub Stevens führte Schindzielorz die Mannschaft anschließend als Kapitän zur Zweitliga-Meisterschaft 2005 und damit zum direkten Wiederaufstieg. Insgesamt bestritt er 51 Pflichtspiele für Köln. Später wurde er beim VfL Bochum und beim VfL Wolfsburg als Funktionär tätig.

Lukas Podolski in seiner Premieren-Saison für den FC in der Bundesliga. (Foto: Ligafoto)
Lukas Podolski in seiner Premieren-Saison für den FC in der Bundesliga. (Foto: Ligafoto)

Björn Schlicke / Lukas Podolski (2005–2006)

Die Saison 2005/06 wurde für den FC zum sportlichen Desaster – das zeigte sich auch im Kapitänsamt. Drei Kapitäne führten den FC durch die Saison, die mit der schlechtesten Hinrunde der Vereinsgeschichte unter Uwe Rapolder ihren Lauf nahm und unter dem Schweizer Hanspeter Latour kaum besser wurde. Aufstiegskapitän Schindzielorz, dann aber auch Björn Schlicke und Lukas Podolski führten das Team als Spielführer durch die Saison. Für Podolski, der nach der Saison zum FC Bayern wechselte, sollte es die erste Amtszeit werden. Später nach seiner Rückkehr folgte die zweite.

Carsten Cullmann (Hinrunde 2006/07)

Nach dem Abstieg und dem Wechsel von Lukas Podolski zum FC Bayern hätte Lukas Sinkiewicz neuer Kapitän werden sollen. Da der Verteidiger nach einem Kreuzbandriss aber nicht einsatzfähig war, entschied sich Trainer Latour für Carsten Cullmann. Der Sohn von FC-Legende Bernd Cullmann führte die Mannschaft in der Hinrunde der Zweitliga-Saison 2006/07. Mit der Entlassung Latours und dem Amtsantritt von Christoph Daum endete seine Zeit als Spielführer.

Lukas Sinkiewicz (Rückrunde 2006/07)

Lukas Sinkiewicz verpasste nach einem Kreuzbandriss die komplette Hinrunde 2006/07. Nach seinem Comeback in der Rückrunde machte ihn Christoph Daum mit gerade einmal 21 Jahren zum Kapitän. Damit gehörte Sinkiewicz zu den jüngsten Spielführern der FC-Geschichte. Der erhoffte Wiederaufstieg misslang allerdings. Anschließend verließ der Innenverteidiger den FC ablösefrei und wechselte zu Bayer Leverkusen.

Patrick Helmes (Juli–Oktober 2007)

Patrick Helmes wurde 2007 von Christoph Daum zum Kapitän des FC bestimmt. Der gebürtige Kölner war im Nachwuchs einst aussortiert worden, hatte sich über die Sportfreunde Siegen aber zurück nach Köln gekämpft. Nach neun Spieltagen gab Helmes die Binde nach Absprache mit Daum an Matthias Scherz ab. Sportlich überzeugte er dennoch: In der Aufstiegssaison 2007/08 erzielte Helmes in 33 Spielen 17 Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor – wechselte dann aber zu Bayer Leverkusen.

Ümit Özat am Tag seines Karriereendes im RheinEnergieStadion. (Foto: IMAGO / Sven Simon)
Ümit Özat am Tag seines Karriereendes im RheinEnergieStadion. (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Matthias Scherz (Oktober 2007–2008)

Matthias Scherz übernahm am neunten Spieltag der Saison 2007/08 die Kapitänsbinde von Patrick Helmes. Der Stürmer stand insgesamt zehn Jahre für den FC auf dem Platz und absolvierte 270 Spiele. Bis heute ist Scherz Rekordspieler des 1. FC Köln in der 2. Bundesliga.

Ümit Özat (2008–2009)

Ümit Özat kam von Fenerbahce nach Köln und wurde im Sommer 2008 von Christoph Daum zum Kapitän ernannt. Damit war er der erste türkische Spieler, der in Deutschland die Kapitänsbinde eines Bundesligisten trug. Kurze Zeit später jedoch, am 3. Spieltag im August 2008, erlitt Özat beim Spiel in Karlsruhe einen Kreislaufkollaps. Die Diagnose Myokarditis bedeutete schließlich das Karriereende. Am 14. März 2009 verabschiedete er sich unter Tränen vor der Südkurve.

Milivoje Novakovic (2009)

Milivoje Novakovic war einer der erfolgreichsten Torjäger der jüngeren FC-Geschichte. Der slowenische Nationalspieler erzielte 82 Tore in 176 Pflichtspielen für Köln und folgte zunächst inoffiziell und 2009 dann offiziell auf Özat als Kapitän. Im November desselben Jahres sorgte jedoch ein Eklat für das Ende seiner Amtszeit: Nach verspäteter Rückkehr von der WM-Qualifikation folgte ein lustloser Auftritt beim 0:4 gegen Hoffenheim. Trainer Zvonimir Soldo entzog ihm daraufhin die Binde.

Petit (November 2009–Januar 2010)

Armando Gonçalves Teixeira, genannt Petit, galt bei seinem Wechsel 2008 als größter FC-Star seit Lukas Podolski. Der 57-malige portugiesische Nationalspieler war zuvor Kapitän von Benfica, Vize-Europameister 2004 und zweimal portugiesischer Meister geworden. Im November 2009 übernahm er kurzzeitig die Kapitänsbinde von Novakovic. Bereits im Januar 2010 endete seine Amtszeit wieder, als Youssef Mohamad zum neuen Spielführer bestimmt wurde.

Youssef Mohamad (Januar 2010–Januar 2011)

Youssef Mohamad wurde im Januar 2010 von Zvonimir Soldo zum Kapitän ernannt. Der libanesische Innenverteidiger schrieb in seiner ersten Saison als Spielführer unfreiwillig Bundesliga-Geschichte: Am ersten Spieltag 2010/11 sah er gegen Kaiserslautern bereits nach 92 Sekunden die Rote Karte – bis heute der schnellste Platzverweis der Bundesliga-Historie. Anfang Januar 2011 gab Mohamad die Kapitänsbinde an Lukas Podolski ab.

Lukas Podolski (Januar–Juli 2011)

Lukas Podolski wurde im Januar 2011 von Trainer Frank Schaefer zum Kapitän bestimmt. Die Entscheidung fiel nach einer Mannschaftssitzung im Trainingslager in Belek. Schaefer begründete sie unter anderem damit, einen deutschsprachigen Kapitän haben zu wollen. Podolskis zweite Amtszeit als FC-Kapitän dauerte allerdings nur wenige Monate. Nach dem Trainerwechsel im Sommer 2011 setzte der neue Coach Stale Solbakken auf eine andere Hierarchie und entzog Podolski die Binde.

Pedro Geromel (Juli 2011–Juni 2012)

Pedro Geromel übernahm im Sommer 2011 die Kapitänsbinde von Lukas Podolski. Der brasilianische Innenverteidiger war damit das Gesicht eines Machtkampfs, der den FC in dieser Zeit prägte. Seine Ernennung durch Trainer Stale Solbakken sorgte im Umfeld für Zündstoff und wurde vielfach als Symbol für den Bruch zwischen dem Trainer und Podolski wahrgenommen. Geromels Amtszeit endete mit dem Abstieg des FC 2012.

Miso Brecko wurde im August 2015 offiziell verabschiedet. (Foto: GEISSBLOG)
Miso Brecko wurde im August 2015 offiziell verabschiedet. (Foto: GEISSBLOG)

Der Wiederaufbau und der Versuch neuer Konstanz

Miso Brecko (2012–2015)

Miso Brecko wurde nach dem großen Knall und dem Abstieg 2012 sowie dem folgenden personellen Umbruch von Trainer Holger Stanislawski zum Kapitän bestimmt. Der slowenische Nationalspieler war insgesamt sieben Jahre beim FC und führte die Mannschaft 2014 zurück in die Bundesliga. Auch unter Peter Stöger blieb er zunächst Spielführer, Matthias Lehmann war sein Stellvertreter. Als Brecko seinen Stammplatz verlor, verließ er 2015 den FC und wechselte nach Nürnberg.

Matthias Lehmann (2015–2018)

Matthias Lehmann wurde nach Breckos Abschied 2015 unter Peter Stöger zum Kapitän und entwickelte sich beim FC zur zentralen Führungspersönlichkeit. Der gebürtige Ulmer war 2012 nach Köln gekommen und hatte zuvor unter anderem für Stuttgart, 1860 München, St. Pauli und Frankfurt gespielt. Lehmann absolvierte 188 Pflichtspiele für den FC und beendete seine Laufbahn 2019 in Köln.

Jonas Hector (Juli 2018–Juni 2023)

Jonas Hector kam als weitgehend unbekannter Spieler vom SV Auersmacher zur zweiten Mannschaft des FC und entwickelte sich zu einer der größten Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte. 2016 nahm er an der EM teil, wurde 2017 Confed-Cup-Sieger und bestritt inklusive WM 2018 insgesamt 43 Länderspiele. 2018 übernahm Hector nach dem Abstieg der Geißböcke die Kapitänsbinde von Lehmann und führte Köln 2019 als Zweitliga-Meister zurück ins Oberhaus. Seine gesamte Profikarriere verbrachte er beim FC. 2023 beendete er schließlich seine Laufbahn in Müngersdorf.

Timo Horn und Jonas Hector werden am letzten Spieltag der Saison 2022/23 in Müngersdorf verabschiedet. (Foto: IMAGO / Huebner)
Timo Horn und Jonas Hector werden am letzten Spieltag der Saison 2022/23 in Müngersdorf verabschiedet. (Foto: IMAGO / Huebner)

Florian Kainz (2023–2024)

Florian Kainz wurde 2023 von Steffen Baumgart zum Kapitän bestimmt. Der österreichische Nationalspieler war zuvor bereits Stellvertreter von Jonas Hector und damit der logische Nachfolger des langjährigen Spielführers. Kainz führte den FC durch die Saison 2023/24, an deren Ende der erneute Abstieg in die 2. Bundesliga stand. Insgesamt spielte Kainz siebeneinhalb Jahre für Köln. Im Mai 2026 beendete der Österreicher seine Karriere.

Timo Hübers (2024–2025)

Timo Hübers übernahm 2024 unter Trainer Gerhard Struber die Kapitänsbinde. Der Innenverteidiger galt für den Coach als naheliegende Wahl: Struber lobte ihn als „richtig guten Typen“ und „sehr intelligenten Burschen“. Hübers führte den FC durch die Zweitliga-Saison 2024/25 und feierte mit der Mannschaft die Rückkehr in die Bundesliga. Dennoch entschied man sich beim FC für einen neuerlichen Wechsel auf der Kapitänsposition.

Marvin Schwäbe (seit 2025)

Marvin Schwäbe kam 2021/22 zunächst als Nummer zwei hinter Timo Horn zum FC. 2025 feierte der Torhüter mit Köln die Zweitliga-Meisterschaft und wurde von den Fans zum „Spieler der Saison“ gewählt. Trainer Lukas Kwasniok machte ihn anschließend zum Kapitän, sein Stellvertreter wurde Ron-Robert Zieler. 2026 bestätigte René Wagner Schwäbe im Amt. Unter den FC-Torhütern haben nur Timo Horn, Bodo Illgner und Toni Schumacher mehr Einsätze für Köln absolviert.

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