„Schlechter Verlierer“? Gladbach-Coach wütet: „Geht mir auf den Sack!“

Tom Krauß und Daiki Hashioka rasselten ineinander – so war der Weg für Said El Malas Siegtreffer frei. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)
Tom Krauß und Daiki Hashioka rasselten ineinander – so war der Weg für Said El Malas Siegtreffer frei. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)

So groß die Freude beim 1. FC Köln war, so groß war der Frust bei Borussia Mönchengladbach. Nach dem 2:1-Derbysieg der Geißböcke hat sich Alexander Blessin lauthals über das entscheidende Tor von Said El Mala beschwert. Manuel Gräfe stimmt dem Gladbacher Trainer zu.

Alexander Blessin findet mit den Spielen gegen den 1. FC Köln einfach nicht seinen Frieden. Nach den beiden 1:1-Unentschieden in der vergangenen Saison, damals noch mit dem FC St. Pauli, hatte sich der Trainer zunächst über die Ballkinder im RheinEnergieStadion und beim Rückspiel am Millerntor über den Videoassistenten echauffiert (der GEISSBLOG berichtete).

Am Sonntag, nach seinem Debüt als Gladbach-Coach, war es wieder das Schiedsrichtergespann, das den 53-Jährigen erzürnte. „Man kann sagen: schlechter Verlierer – aber für mich darf das Tor nie fallen, weil es ein klares Foul ist“, schimpfte er bei der Pressekonferenz über den 2:1-Siegtreffer durch Said El Mala.

Blessin: „Vielleicht gab es eine Regeländerung“

In der Entstehung des Tores waren Tom Krauß und Daiki Hashioka ineinander gerasselt. So war der Weg für El Mala frei, um ins Zentrum zu ziehen und abzuschließen. Wobei unklar ist, ob Hashioka ihn überhaupt am Schuss hätte hindern können.

Für Blessin egal. Der Gladbacher wütete bereits am DAZN-Mikrofon unmittelbar nach Abpfiff. „Es geht mir auf den Sack, weil es ein klares Foul ist.“ Süffisant schob er nach: „Ich war drei Monate raus, vielleicht gab es eine Regeländerung.“ Der gebürtige Stuttgarter führte aus: „Wäre es ein normaler Block gewesen, okay – aber er geht aktiv in Hashioka rein, sodass dieser nicht rausverteidigen kann. Mit voller Wucht schmeißt er ihn mit dem Knie voraus um. Ich weiß nicht, was sich der VAR dabei gedacht hat. Das ist bitter.“

Ein früherer Weltklasse-Schiedsrichter springt ihm zur Seite. Denn auch Manuel Gräfe meint: „Das tolle Tor von El Mala war irregulär, weil Krauß nur zu Hashioka schaut, ihn umrennt und so aus dem Spiel nimmt.“ Die Aktion des Kölner Sechsers sei „klar gegnerorientiert“ gewesen. „Er rennt ihm stumpf in die Beine rein.“ Laut Gräfe „kein zufälliger Zusammenprall“.

El Mala: „Was soll er machen?“

Im FC-Lager sah man es naturgemäß anders. „Für mich ist das kein Foul. Ich glaube, dass der Gegenspieler eher in Tom reinläuft“, sagte Trainer René Wagner und sah es wie sein Torschütze: „Said hat es als Unfall beschrieben. Ich glaube, das trifft es.“ El Mala fragte derweil: „Was soll er machen? Meiner Meinung nach ist das kein Foul. Tom läuft geradeaus und der Gegner dreht sich in ihn herein.“

Krauß kommentierte nur schulterzuckend: „Ich habe den Weg freigeräumt für Said.“ Es wird nicht das letzte Mal sein, dass über ein Tor diskutiert wird – sei es für oder gegen den FC.

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