Überraschender Topscorer: „Man muss sich auch mal neu erfinden“

Linton Maina ist aktuell der Topscorer beim FC. (Foto: Bucco)
Linton Maina ist aktuell der Topscorer beim FC. (Foto: Bucco)

Nach fünf Spieltagen ist Linton Maina der Topscorer des 1. FC Köln. Überraschend nach einer schwachen Saison 25/26, doch laut René Wagner konsequent und die Folge einer Umstellung.

Im Frühsommer 2026 galt Linton Maina als Kandidat für eine Abschied vom 1. FC Köln. Der Grund: Der 27-Jährige hatte nach einer starken Zweitliga-Saison in der Bundesliga kaum noch ein Bein auf die Erde bekommen. Nach 24 weitgehend enttäuschenden Einsätzen und nur 1020 von möglichen 3060 Spielminuten in der Bundesliga standen gerade einmal zwei Tore und eine Vorlage – viel zu wenig für Maina.

Kurios: Nach nur fünf Bundesliga-Spieltagen der Saison 2026/27 hat Maina die drei Scorerpunkte der Vorsaison bereits erreicht – mit einem Tor gegen Bremen sowie zwei Vorlagen gegen Hoffenheim am 1. Spieltag und gegen Mönchengladbach im Derby am vergangenen Sonntag. Es scheint, als sei Maina über den Sommer zu einem anderen Fußballer gereift.

Maina war Kölns bester Derby-Zweikämpfer

Wer dafür noch einen Beleg braucht, muss sich nach dem Derby nur eine Statistik anschauen, in der Maina bislang praktisch nie auftauchte: die Zweikampfbilanz. Maina gewann die meisten Zweikämpfe aller FC-Spieler (14) und nur einen weniger als der beste Zweikämpfer auf dem Platz (Philipp Sander, 15).

„Linton muss sich wohl fühlen und das Vertrauen spüren. Das kriegt er momentan von uns“, sagte René Wagner am Mittwoch. „Er ist schon lange im Verein, findet jetzt aber eine neue Phase für sich und taucht mit viel Motivation jeden Tag im Training auf.“ Das war schon in der Vorbereitung so, als er spätestens im Trainingslager mit guten Leistungen hervorstach und seitdem seinem direkten Konkurrenten Jan Thielmann deutlich den Rang abgelaufen hat.

Verlässliche Größe – auch defensiv

Ein Grund ist, dass Maina in der Sommerpause fleißig war. „Ein Freund von ihm war überrascht, wie viele Läufe Linton im Sommer absolviert hat“, verriet Wagner. „Das zeigt seine Motivation.“ Und dann schob der FC-Coach etwas nach, das aufhorchen lässt: „Es geht auch immer darum, sich im Laufe der Zeit auch noch mal neu zu erfinden.“

Maina war immer schnell, immer ein Spieler, der über Tempo und Dribblings versuchte sich offensiv einzubringen. Doch es gab auch Phasen, in denen er den Rückwärtsgang etwas vernachlässigte. „Er ist jetzt, das fällt uns allen auf, defensiv mit sehr viel Akribie dabei, wirft sich in jeden Zweikampf und wird nach Ballgewinnen gefährlich. Das macht er gut“, lobte Wagner, der ein persönlich gutes Verhältnis zum Außenbahnspieler pflegt.

Der neue Maina – dem FC tut er aktuell gut. Und während alle Augen auf Said El Mala und Mikey Moore liegen, hat sich Maina neben dem Duo zur verlässlichen Größe des Saisonstarts entwickelt.

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