Schwache zweite Halbzeit: Die schlimmen Serien halten an

Nach einer guten ersten Halbzeit ging für Marius Bülter und den 1. FC Köln in Frankfurt nichts mehr. (Foto: IMAGO / Eibner)
Nach einer guten ersten Halbzeit ging für Marius Bülter und den 1. FC Köln in Frankfurt nichts mehr. (Foto: IMAGO / Eibner)

Der 1. FC Köln kann seine Auswärtsschwäche nicht ablegen. In einem lange Zeit torlosen Freitagabend-Spiel war Eintracht Frankfurts Neu-Nationalspieler Younes Ebnoutalib der entscheidende Mann und bescherte den Geißböcken eine 0:1 (0:0)-Niederlage.

Aus dem Deutsche-Bank-Park in Frankfurt berichtet Marc L. Merten

Beflügelt vom Derby-Sieg, sollte endlich Schluss sein mit Horror-Serie. Als der 1. FC Köln am Freitagabend bei Eintracht Frankfurt antrat, lag der letzte Auswärtssieg mehr als ein Jahr zurück. Es war das 1:0 bei der TSG Hoffenheim am 3. Oktober 2025. Seitdem blieben die Geißböcke in der Fremde 15-mal in Folge sieglos. Nun sind es 16 Partien.

Tore und Highlights

1. Minute: Beim 0:6 in Leipzig am vergangenen Samstag war Frankfurt nach 43 Sekunden in Rückstand geraten – Marius Bülter hätte beinahe für ein Déjà-vu gesorgt. Borna Sosa spielte per Direktabnahme stark in den Lauf des Angreifers, der von der linken Seite auf Atubolu zuging, aber nach 45 Sekunden am Eintracht-Keeper scheiterte.

22. Minute: Auf der Gegenseite war es Chaibi, der Marvin Schwäbe zweimal aus spitzem Winkel prüfte. Vor allem beim zweiten Versuch musste sich der FC-Kapitän im Eins-gegen-eins-Duell breitmachen, um den Rückstand zu verhindern. Allzu viel ließen die Kölner, die erstmals in dieser Saison auf eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette setzten, jedoch nicht zu.

32. Minute: Die zweite Kölner Top-Chance – wieder durch Bülter. Nach einem scharfen Sosa-Freistoß verlängerte der Blondschopf artistisch per Fuß. Erneut stand Atubolu der FC-Führung im Weg.

45+3. Minute: Und Said El Mala? Der hatte in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der beide Teams um Stabilität bemüht waren, die letzte Aktion. Der DFB-Star sprintete bei einem Konter aus der eigenen Hälfte los und war für die Frankfurter nicht zu halten. El Mala machte seinen üblichen Move, zog von links ins Zentrum – verzog im Eintracht-Strafraum jedoch. So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen.

52. Minute: Den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischten die Gastgeber. Erst verpasste Ebnoutalib per Kopf, dann blockte Joel Schmied in höchster Not gegen den Neu-Nationalspieler.

58. Minute: Die Eintracht machte Druck und Schwäbe war mal wieder gefordert. Nach einer scharfen Flanke von Doan prüfte Brassier den Kölner Keeper per Kopf. Kurz darauf flankte der Japaner erneut und die Zuordnung in der Kölner Defensive stimmte so gar nicht. Chaibi kam aus sieben Metern frei zum Kopfball – wieder hielt Schwäbe. Frankfurt schnürte den FC ein.

68. Minute: René Wagner reagierte mit einem Dreierwechsel. Nicht nur Mikey Moore und Paul Okon-Engstler kamen, sondern auch Alessio Castro-Montes, der den angeschlagenen Schmied ablöste. Der Schweizer hatte sich zuvor bei einem Schuss von Ebnoutalib unglücklich den Fuß verdreht. Dem FC droht ein weiterer verletzungsbedingter Ausfall. Bitter für Schmied, der erstmals in dieser Saison beginnen durfte.

77. Minute: Doch die Eintracht belohnte sich für ihre Steigerung nach dem Seitenwechsel und erzielte das 0:1 aus Kölner Sicht. Ein technisch überragender Doppelpass von Ebnoutalib und Aseko hebelte die FC-Defensive aus. Sosa verlor Ebnoutalib aus den Augen, der Frankfurter Stürmer traf ins kurze Eck. So kassierte der FC im 20. Bundesliga-Spiel in Folge ein Gegentor. Neben der Auswärtsmisere geht auch diese schlimme Serie weiter.

85. Minute: Wagner brachte Reigan Heskey und Luca Waldschmidt. El Mala ging, doch Heskey machte es wie der Nationalspieler, zog von links ins Zentrum. Der Engländer wurde allerdings geblockt. Näher kam der FC dem Ausgleich nicht mehr, die Eintracht behielt die drei Punkte.

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Schmied (68. Castro-Montes), Simpson-Pusey, Lochoshvili – Sebulonsen (84. Waldschmidt), Johannesson (68. Okon-Engstler), Krauß, Sosa – Maina (68. Moore), El Mala (84. Heskey), Bülter

Zur Aufstellung: Dass Tom Krauß für den verletzten Ellyes Skhiri in die Startelf rücken würde, war klar. Darüber hinaus überraschte René Wagner, indem er Mikey Moore zunächst auf die Bank setzte. Innenverteidiger Joel Schmied stand erstmals in dieser Saison in der Anfangsformation, bildete gemeinsam mit Jahmai Simpson-Pusey und Luka Lochoshvili eine Dreierkette. Wobei der FC in der Systematik je nach Spielsituation äußerst flexibel auftrat. Mal mit einer tiefen Fünferkette, mal rückte Sebastian Sebulonsen auf der rechten Schiene weit mit auf. Nach Alessio Castro-Montes‘ Einwechslung komplettierte Sebulonsen die Dreierkette.

Fazit

Der 1. FC Köln wollte an diesem Freitagabend stabil auftreten und dann mal schauen, was geht. Und hätte die Mannschaft von René Wagner in der ordentlichen ersten Halbzeit eine ihrer Chancen genutzt, hätte tatsächlich etwas gehen können bei zuletzt desolaten Frankfurtern. 45 Minuten lang ging Wagners Plan auf. Nach dem Seitenwechsel geriet der FC jedoch arg in Bedrängnis, fand keine Antworten auf das Aufbäumen der Eintracht. Der Frankfurter Führungstreffer war eigentlich nur eine Frage der Zeit – und er fiel.

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