Kapitän-Kritik am „Begleitschutz“ – Kessler sieht ein anderes Problem

Marvin Schwäbe hielt in Frankfurt, was zu halten war. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Marvin Schwäbe hielt in Frankfurt, was zu halten war. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Wieder einmal bringt der 1. FC Köln seinen Gegner zurück ins Spiel. Wieder einmal schenkt der FC dadurch Punkte her. Kapitän Marvin Schwäbe ist genervt.

Der 1. FC Köln hat in dieser Saison schon zwei erfolgreiche Kraftakte geleistet – gegen Hoffenheim und gegen Mönchengladbach. Doch der FC hat in dieser Saison auch schon dreimal genau das Gegenteil geleistet: einem Gegner das Krafttanken erlaubt. Gegen Bremen, in Hamburg und nun in Frankfurt. Der FC zahlt dafür teuer.

René Wagner klang nach der Niederlage bei der Eintracht am Freitagabend ähnlich wie in den unglücklichen Spielen zuvor: „Wir haben es verpasst unsere Situationen besser auszuspielen. Daran müssen wir arbeiten.“ Oder auch: „Du musst Phasen des tiefen Verteidigers durchbrechen. Ansonsten verfügt der Gegner über zu viel Qualität – das haben wir beim Gegentor gesehen.“

Schwäbe kritisier: „Wir sind passiver geworden“

Das Gegentor zur Niederlage fiel dieses Mal zwar nicht nach einem Standard, der FC blieb zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentreffer nach einem ruhenden Ball. Doch Wagner machte auch klar: „Die Vorlage von Aseko ist zwar unglaublich, das machen nicht viele Spieler so. Trotzdem müssen wir da energischer gegen den Ball arbeiten.“ Auch diese Kritik am nicht ausreichenden Verteidigen haben die FC-Fans in dieser Saison schon einige Male gehört.

Das befand auch Kapitän Marvin Schwäbe so, allerdings nicht nur auf die Situation zum 0:1 bezogen. „Wir sind nach der Pause ein Stück weit passiver geworden. Und wenn man das Gegentor sieht, ist es mehr Begleitschutz. Das hat mich an das eine oder andere Tor erinnert. Das darf so nicht passieren.“ Klare Worte, auch wenn der FC über weite Strecken eigentlich gut verteidigt hatte. Doch ein Spiel besteht aus 90 Minuten – und genau da liegt das Kölner Problem.

Das Problem der „Fifty-Fifty-Spiele“

Keines der sechs Bundesliga-Spiele konnte der FC konstant auf hohem Niveau bestreiten. In jeder Partie hatte der FC teils unerklärliche Phasen voller Passivität. Und gerade weil der FC bereits so viele enge Spiele bestritten hat, waren es diese negativen Phasen, die schon zahlreiche Punkte gekostet haben. „Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten“, gestand auch Sportchef Thomas Kessler. „Das ist nicht das erste Spiel. Mit Ausnahme von Stuttgart waren alles Fifty-Fifty-Spiele. Wir müssen daran arbeiten, die eine oder andere Situation noch mehr für uns zu entscheiden.“

Kessler betonte, dass er über weite Strecken eigentlich sehr zufrieden mit der Abwehrleistung war. Aber auch der 40-Jährige weiß: Dem FC gelingt es einfach nicht, ohne Gegentor zu bleiben, selbst wenn die Mannschaft – wie in Frankfurt erstmals in dieser Saison – auf eine Dreierkette umstellt. „Ich fand, dass die Abwehr bis auf die eine Situation sehr scharf war“, sagte Kessler. Doch die fehlende Konstanz über 90 Minuten ist es, die dem FC bislang abgeht. Und die aus den Fifty-Fifty-Spielen bislang mehr Enttäuschungen als Erleichterungen produziert hat.

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