Schwerer Crash, keine Tore: Erstmals „Wagner raus“-Rufe bei FC-Nullnummer!

Said El Mala und der 1. FC Köln blieben gegen Schalke glücklos. (Foto: Bucco)
Said El Mala und der 1. FC Köln blieben gegen Schalke glücklos. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln bleibt zu Hause ungeschlagen, doch der Frust der Fans nimmt zu: Beim 0:0 gegen den FC Schalke 04 gab es erstmals „Wagner raus“-Rufe. Überschattet wurde das schwache Bundesliga-Spiel von einem schweren Zusammenprall.

Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer und Martin Zenge

Der 1. FC Köln hatte sich besonders schick gemacht. Zu Ehren des 150. Geburtstags von Willi Ostermann spielten die Geißböcke in ihren dunkelrot-goldenen Sondertrikots. „Ich kann et räuhig dir verzälle, dat Sehnsucht ich noh Kölle han“, heißt es in Ostermanns Stadthymne Heimweh nach Köln. Am Samstag hatten die 45.000 FC-Fans im RheinEnergieStadion vor allem Sehnsucht nach dem dritten Heimsieg. Doch diese Sehnsucht blieb unerfüllt.

Tore und Highlights

5. Minute: Trotz nur eines Punktes aus den letzten drei Spielen begann Schalke forsch und setzte den FC unter Druck. Sebastian Sebulonsen leistete sich einen bösen Ballverlust gegen Gosens. Tom Krauß wollte anschließend im Zentrum klären und schoss dabei El-Faouzi an, von dessen Knie der Ball nur knapp am Pfosten vorbeiging.

11. Minute: Vor der Südkurve wirbelte Said El Mala mit einem blitzschnellen Richtungswechsel erstmals durch die Schalker Abwehr, ließ drei Gegenspieler stehen, wurde aber schließlich noch entscheidend gestört. Direkt im Anschluss wurde es kurios, als Kurucays der Ball bei einer Klärungstat abrutschte und beinahe im eigenen Tor gelandet wäre.

16. Minute: Dann lag der Ball tatsächlich im Schalker Netz – doch die Fahne des Linienrichters ging sofort hoch, Abseits von Isak Johannesson. Nachdem El Mala S04-Keeper Karius zu einer Parade gezwungen hatte, wurde es unübersichtlich. Von Marius Bülter gelangte der Ball zum Isländer, der aus kurzer Distanz nur noch einschießen brauchte, allerdings in der verbotenen Zone stand.

18. Minute: Der FC blieb dran, übernahm nach der mutigen Schalker Anfangsphase mehr und mehr das Kommando. Johannesson zog aus der Distanz ab, Karius parierte zur Seite – genau vor die Füße von El Mala, der es direkt probierte, aber am langen Eck vorbeischoss.

32. Minute: El Mala ließ Gosens bei einem langen Ball mit viel Körpereinsatz abtropfen und suchte den schnellen Abschluss. Wieder flog die Kugel am Tor vorbei.

37. Minute: Eine ganz schlimme Szene für Schalke. Nach einem Schubser von El Mala prallten El-Faouzi und Gosens bei einem heftigen Crash Kopf an Kopf gegeneinander. Es floss Blut, sofort eilte die medizinische Abteilung der Gäste auf den Platz – kurz darauf kamen FC-Arzt Paul Klein und Physiotherapeut Christian Osebold hinzu, da Gosens und El-Faouzi parallel versorgt werden mussten. Beide konnten nicht weitermachen, schlichen nach gut fünfminütiger Behandlung mit Turban vom Feld. Der benommene Gosens musste von zwei Betreuern gestützt werden. El Mala war zunächst an der Seitenlinie bei Schalke-Trainer Miron Muslic, entschuldigte sich dann noch auf dem Rasen bei Gosens und El-Faouzi.

Die medizinische Abteilung des 1. FC Köln half bei der Behandlung von El-Faouzi und Gosens mit. (Foto: Bucco)
Die medizinische Abteilung des 1. FC Köln half bei der Behandlung von El-Faouzi und Gosens mit. (Foto: Bucco)

45+1. Minute: Zu Beginn der achtminütigen Nachspielzeit die nächste FC-Chance. Nach einem starken Schnittstellenpass von Johannesson legte Bülter zurück auf den ansonsten unauffälligen Mikey Moore, der geblockt wurde.

40+7. Minute: Ein letztes Raunen vor dem Pausenpfiff. Eine halbhohe Hereingabe von Linton Maina erreichte El Mala, von dessen Knie sprang der Ball über die Latte.

46. Minute: Auch nach dem Seitenwechsel hatte Schalke die erste Großchance. Nach einer Flanke von links zwang Adamu den bis dahin nicht allzu oft gefragten Marvin Schwäbe zur ersten Glanztat des Nachmittags. Der FC-Kapitän tauchte ab und parierte den Kopfball.

68. Minute: Der FC übernahm wieder die Ballkontrolle, agierte aber absolut ideenlos – was Mitte der zweiten Halbzeit vereinzelt zu ersten Pfiffen führte. Spätestens bei der Einwechslung von Luca Waldschmidt für Mikey Moore war der Unmut von den Rängen dann nicht mehr zu überhören. Auf die Pfiffe folgten deutlich vernehmbare „Wagner raus“-Rufe aus der Nordkurve.

70. Minute: Schalke griff nicht häufig an, dann aber schnörkellos. Ebimbe durfte unbedrängt aus zwölf Metern abziehen, aber Simpson-Pusey warf sich in den Schuss und klärte so zur Ecke.

74. Minute: Die beste Kölner Chance im zweiten Durchgang! Karius rettete zunächst gegen Bülter, doch im Anschluss bot sich Waldschmidt von der Strafraumgrenze die Chance zum Nachschuss. Zu viele Schalker Beine waren im Weg, ansonsten hätte der Joker einschießen können.

79. Minute: Lochoshvili ließ sich von Hwang auf der Grundlinie böse vernaschen, der Schalker traf aus spitzem Winkel jedoch nur den Pfosten. Auf eine Schlussoffensive des FC warteten die Fans in einem zerfahrenen und niveauarmen Bundesliga-Spiel derweil vergeblich.

Der Abpfiff wurde von einem Pfeifkonzert begleitet. Wenig später folgten erneute „Wagner raus“-Rufe, diesmal lautstärker und auch aus der Südkurve. Da half es auch nicht, dass der FC erstmals unter Wagners Leitung zu null spielte.

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Lochoshvili (90. Schmied), Sosa – Krauß (80. Okon-Engstler), Johannesson – Maina (90. Thielmann), Moore (68. Waldschmidt) – Bülter, El Mala (80. Heskey)

Zur Aufstellung: Wie erwartet kehrte René Wagner im Heimspiel zur Viererkette zurück. Damit stand Mikey Moore wieder in der Startelf, Joel Schmied musste auf die Bank. Auf dieser saß am Samstag erstmals auch Malek El Mala, der sein Kader-Debüt in der Bundesliga feierte.

Fazit

Der 1. FC Köln hätte dieses Heimspiel gewinnen können, die Chancen waren da. Dasselbe Fazit durfte jedoch auch eine fußballerisch limitierte Schalker Mannschaft ziehen – das Ergebnis ging an diesem Nachmittag in Ordnung. Über die Leistung des FC ließ sich das wieder einmal nur phasenweise sagen. In der zweiten Halbzeit war der Auftritt immer ideenloser und bedenklicher, wurde nicht umsonst mit Pfiffen quittiert. Folgt am Dienstag im Pokal gegen Union Berlin keine Steigerung, werden die ersten „Wagner raus“-Rufe nicht die letzten bleiben.

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