Nur Platz 16 in der Liga – aber Wagner „generell zufrieden“

Die Laufdaten werden beim 1. FC Köln analysiert, aber nicht als problematisch erachtet. (Foto: Bucco)
Die Laufdaten werden beim 1. FC Köln analysiert, aber nicht als problematisch erachtet. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln läuft seinen Gegnern in der Bundesliga weiterhin hinterher. Auch gegen den FC Schalke 04 absolvierten die Geißböcke deutlich weniger Kilometer als die Königsblauen. René Wagner sieht dennoch kein grundsätzliches Fitnessproblem – räumt aber eine Sache ein.

Die Zahlen bleiben alarmierend. In allen sieben bisherigen Bundesliga-Spielen ist der 1. FC Köln weniger gelaufen als sein jeweiliger Gegner. Bereits nach den ersten sechs Partien hatten die Geißböcke im Schnitt 2,45 Kilometer weniger zurückgelegt (der GEISSBLOG berichtete). Gegen Schalke 04 kamen weitere vier Kilometer Rückstand hinzu. Damit ist die Differenz inzwischen auf durchschnittlich rund 2,7 Kilometer pro Spiel angewachsen.

Auch im ligaweiten Vergleich gehören die Kölner zu den Schlusslichtern: Mit insgesamt 811,8 zurückgelegten Kilometern belegt der FC in der Lauftabelle lediglich Rang 16. Nur Bayer Leverkusen (rund 500 Meter weniger) und der Hamburger SV (knapp sieben Kilometer weniger) weisen noch schwächere Werte auf. Ein auffälliger Befund, zumal die Laufstärke in der vergangenen Saison noch zu den großen Stärken der Kölner gehört hatte.

Wagner mit Fitness der Mannschaft zufrieden

Doch René Wagner sieht darin keinen Beleg für körperliche Defizite seiner Mannschaft. „Generell bin ich mit der Fitness zufrieden“, erklärte der FC-Trainer auf der Pressekonferenz vor dem Pokal-Spiel gegen Union Berlin. Zwar gebe es die angemerkten Unterschiede in den Laufdaten, „da muss man aber sehr, sehr vorsichtig sein“. Die Zahlen würden am Geißbockheim durchaus analysiert, allerdings nicht isoliert betrachtet werden.

Wagner selbst hat sich die jüngste Partie gegen Schalke noch einmal intensiv vorgenommen. „Ich habe mir das Spiel bestimmt dreimal angeguckt und geschaut, wo Momente waren, in denen ein Spieler den extra Weg hätte gehen können“, berichtete der Coach. Dabei hat er offenbar vor allem im eigenen Ballbesitz Verbesserungsbedarf ausgemacht.

Trainer fordert mehr Aktivität mit dem Ball

„Ich glaube, dass wir mit Ball noch mehr Aktivität brauchen und noch öfter in die Tiefe laufen müssen, um mehr Wege zu gehen, die dem Gegner wehtun“, erklärte Wagner. Gerade gegen tief stehende Mannschaften wie zuletzt Schalke fehlten dem FC immer wieder die Bewegungen, um Räume zu öffnen und Lücken zu reißen. „Um die Ketten auseinanderzuziehen, müssen wir besser werden. Das haben wir den Jungs auch gezeigt.“

Damit bestätigt Wagner zumindest einen Teil der Problematik, die sich bereits seit Wochen im Kölner Spiel zeigt. Nicht allein die fehlenden Kilometer gegen den Ball fallen ins Gewicht, sondern vor allem die mangelnde Aktivität im eigenen Ballbesitz. Zu selten bieten sich die FC-Profis mit Tiefenläufen an, zu häufig bleibt das Offensivspiel statisch. Mehr Bewegung könnte deshalb nicht nur die Laufstatistik verbessern, sondern vor allem für mehr Torgefahr sorgen.

Allerdings warnte Wagner davor, die Laufleistung zum alleinigen Maßstab zu machen. „Auf der anderen Seite ist es nicht immer entscheidend, mehr als der Gegner zu laufen. Am Ende musst du ein Tor mehr machen als der Gegner.“ Damit hat der Trainer grundsätzlich recht. Mehr Kilometer bedeuten nicht automatisch besseren Fußball. Dass die Kölner allerdings in sämtlichen sieben Partien weniger gelaufen sind, lässt sich kaum noch als Zufall abtun.

FC-Profi erneut mit Krämpfen – Wagner sieht kein Problem

Zumal sich neben den auffälligen Laufwerten auch die Frage nach der körperlichen Belastbarkeit einzelner Profis stellt. Gegen Schalke hatte Luka Lochoshvili in der 85. Minute erneut mit Krämpfen zu kämpfen. Es war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass der Georgier gegen Ende einer Partie körperliche Probleme bekam.

Wagner wollte daraus allerdings kein grundsätzliches Problem ableiten. „Wir hatten jetzt mit Locho einen kleinen Moment am Ende des Spiels, wo er Probleme hatte“, erklärte der Coach und verwies auf die hohe Belastung des Verteidigers, der auch für seine Nationalmannschaft unterwegs war, in den vergangenen Wochen. „Das ist vielleicht auch mal normal für einen Spieler unter so einer hohen Belastung.“ 

Ansonsten sieht Wagner seine Mannschaft körperlich gut aufgestellt. „Alle anderen sind gut durch die letzten Spiele gekommen, da hatten wir keine Probleme. Es gab jetzt gegen Schalke einen Spieler mit einem Problem, aber ansonsten sind wir eine fitte Mannschaft.“ Die Diskussion dürfte damit jedoch kaum beendet sein. Schließlich hatte der FC in dieser Saison bereits mehrere Muskelverletzungen zu beklagen. Wagner steht deshalb vor einer schwierigen Aufgabe: Er muss die Laufbereitschaft und Intensität seiner Mannschaft erhöhen, ohne die ohnehin belasteten Spieler zusätzlich zu gefährden. Gerade in der englischen Woche mit dem Pokal-Duell gegen Union Berlin wird es darauf ankommen, die richtige Balance zu finden.

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