Modeste Bremen

Torflaute: „Das Gefühl ist nicht mehr, was es mal war“

Der 1. FC Köln steht noch immer auf dem neunten Tabellenplatz, mit 14 Punkten aus zehn Spielen. Das letzte Liga-Spiel ging gegen den FC Bayern verloren. Nichts also, wofür es sich zu grämen lohnte. Das Pokal-Aus bei Werder Bremen hingegen gibt schon etwas mehr zu denken. Denn der FC hat nicht nur die letzten drei Spiele verloren, sondern dabei auch kein einziges Tor erzielt.

Köln – Anthony Modeste stand sinnbildlich für den besten Saisonstart der Kölner seit 19 Jahren. Sechs Tore in acht Spielen – zuletzt war Thomas Allofs so erfolgreich in die Saison gestartet. Gegen Hannover, Bayern und Bremen aber traf er nicht mehr, vergab dafür gegen 96 und Bremen diverse Großchancen. Chancen, die er in den Wochen zuvor noch genutzt hatte.

Risse gibt Einblick in Kölner Gefühlsleben

Peter Stöger sprach anschließend von einer gewissen Müdigkeit, die beim Franzosen zu spüren sei. Eine mentale Müdigkeit, wie man am Mittwoch in Bremen bei der gesamten Mannschaft besonders in der ersten Halbzeit feststellen konnte. „Wenn man dreimal hintereinander verliert, ist das Gefühl nicht mehr das, was es mal war“, gab Marcel Risse einen Einblick in das Innenleben der Kölner Profis. „Wir müssen jetzt in die Erfolgsspur zurückfinden. Daran wird man erkennen, ob wir als Mannschaft gewachsen sind oder nicht.“

Risse war in Bremen einer der wenigen Aktivposten gewesen. Doch seine Flanken waren entweder zu ungenau oder Abnehmer Modeste fand in Bremens Abwehr-Riesen Vestergaard seinen Meister. Allerdings lag das Torflaute-Problem insbesondere in Bremen nicht nur an Modeste. Schon gegen Hannover hatten auch andere, wie Philipp Hosiner, Großchancen liegen gelassen. Gegen Werder aber fehlte es Modeste an der Unterstützung aus der zweiten Reihe. Sportchef Jörg Schmadtke kritisierte: „Ich würde mir wünschen, dass wir offensiv mehr mit Vollgas hinterher gehen, um Optionen zu haben. Das hat gefehlt.“

Warum ein Sieg gegen Hoffenheim so wichtig wäre

Aus dem guten Saisonstart ist noch längst kein schlechter geworden. Doch das Heimspiel am Samstag gegen 1899 Hoffenheim wird erkennen lassen, ob Marcel Risse Recht hat und die Mannschaft wirklich gewachsen ist. Die englische Woche mit einem Punktgewinn oder gar Sieg abzuschließen, würde nicht nur Ruhe für die kommende Woche bieten, sondern auch Selbstvertrauen bringe für das dann folgende Derby bei Bayer Leverkusen.

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