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Schumacher: „Bei Horn ist das Rad kaum aufzuhalten“

Toni Schumacher im zweiten Teil des großen GEISSBLOG.KOELN-Interviews: Der Vize-Präsident des 1. FC Köln spricht über Timo Horn und seinen möglichen Nachfolger zwischen den Pfosten bei den Geissböcken. Die FC-Legende knüpft sich aber auch die Schiedsrichter vor und sagt, warum der Videobeweis nicht aufzuhalten ist. 



GBK: Herr Schumacher, Sie sagen, dass der Effzeh aufgrund der wirtschaftlichen Übermacht einiger anderer Klubs darauf angewiesen sein wird, „noch mehr Horns, Gerhardts und Hectors zu entwickeln“. Und damit wohl aber auch auf deren Verkauf. So wie bei Timo Horn, der eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag hat.
TONI SCHUMACHER: „Heute ist das anders als früher. Ich wollte damals meine Karriere beim 1. FC Köln beenden, auch, wenn ich das dann nicht durfte. Heute ist das eine andere Welt. Sicher spielen die Berater hierbei auch eine gewisse Rolle. Sie tun alles dafür, dass so ein großartiger Junge nicht nur einmal wechselt, sondern zwei- oder dreimal, um ebenfalls davon zu profitieren. Ich habe in Köln mal einen Sechs-Jahres-Vertrag unterschrieben. Meine Motivation war immer: Ich bin hier und will hier bleiben. Heute sind Ausstiegsklauseln das Normalste auf der Welt.“

Horn wird also nicht zu halten sein?
Wir können es ihm nur so schwer wie möglich machen. Die gesamte Entwicklung muss ihm zeigen, was hier möglich sein könnte, wenn er bleibt. Aber wenn ein guter Verein kommt und Interesse bekundet, müssen wir uns mit ihm zusammensetzen. Denn wenn ein Verein die Ablöse zahlen will und ihm noch mehr Geld bietet, haben wir kaum eine Chance, das Rad aufzuhalten.

Mesenhöler ist ein Riesentalent

Zusammen mit Thomas Kessler (li.) ist Timo Horn Teil des Mannschaftsrates.

Kessler, Horn und Mesenhöler (GBK)

Und dann?
Dann haben wir schon gute Jungs hinten dran. Bei Thomas Kessler wäre ich genauso beruhigt, wenn er spielen würde. Daniel Mesenhöler ist ein Riesentalent. Die Torhüterposition in Köln wurde immer hoch gehalten. Auf dieser Position haben wir nur ganz selten Probleme gehabt. Das ist schön zu sehen.

Wie sehen Sie Daniel Mesenhöler?
Ich vergleiche es mal mit der Situation damals, als Michael Rensing hier war und Timo Horn hinter ihm an die Tür geklopft hat. Damals haben wir uns zusammengesetzt und uns gefragt: Kann Timo das schon? Wir haben gesagt: Ja, er kann das. Von der Ausbildung her würde ich das jetzt bei Daniel Mesenhöler auch sagen. Aber die Ausbildung ist nur ein Teil. Die Frage ist, wie ein Torhüter mit der Situation umgeht, wenn er mal ein Gegentor schuld ist. Und zwar nicht in der Regionalliga, sondern in der Bundesliga. Das ist vergleichbar mit der Frage, ob man Elfmeter üben kann. Klar kann man die Technik und Genauigkeit trainieren. Aber die 50.000 Zuschauer auf den Rängen, die kannst du nicht simulieren.

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