Overath Wolfsburg

Wolfgang Overath ist zurück: „Er ist Teil dieses Klubs“

Wolfgang Overath ist zurück. Der ehemalige Präsident des 1. FC Köln hat am Samstag erstmals seit seinem Rücktritt als Klub-Boss wieder ein Heimspiel der Geissböcke besucht. Eine Viertelstunde vor Anpfiff der Partie gegen den VfL Wolfsburg nahm er mit Sohn Marco auf der Westtribüne Platz. 

Köln – Marcel Risse hatte gerade vom Kölner Dreigestirn die Medaille für das Tor des Jahres 2016 erhalten, da trat Wolfgang Overath aus dem VIP-Bereich in den Innenraum des RheinEnergieStadions. Das erste Mal seit über fünf Jahren.

Werner Spinner kam zu ihm, Markus Ritterbach schloss ihn in die Arme, Toni Schumacher herzte ihn. Das Signal war klar: Die Animositäten der letzten Jahre sollen der Vergangenheit angehören. Der Effzeh verzichtete auf ein offizielles Willkommen, Stadionsprecher Michael Trippel ließ Overaths Rückkehr unerwähnt. Doch auf der Westtribüne wussten alle schnell Bescheid.

Overaths Rückkehr ging längst nicht mit einhelliger Freude einher. Viele Mitglieder und Fans haben es dem ehemaligen Präsidenten nicht vergessen, dass er ohne Vorwarnung sein Amt niedergelegt und den Klub in einer schweren Schieflage zurückgelassen hatte. Doch fünf Jahre später soll dies nun hinter dem Klub liegen. „Ich finde toll, dass er wieder da ist“, sagte Geschäftsführer Jörg Schmadtke. „Er gehört hierher, ist ein Teil dieses Klubs aufgrund seiner Historie als Spieler und Präsident.“ Und ab sofort auch wieder Teil des jubelnden Stadions, das am Samstag den 1:0-Sieg über Wolfsburg feierte.



  1. Kuba

    Gut so. Man(n) muss auch vergessen können. Uns Uwe ( HSV) wollte auch alles für seinen Verein machen und hat es nicht geschafft. Wurde beim HSV so von den Fans gegen Uwe getreten wie die Fans vom FC gegen Wolfgang? Nein , weil ? Stellt euch mal die Frage ihr sogenannten FC Fans.
    Ich bin mit dem FC groß geworden und habe in der Jugend dort gespielt. Da gab es noch Manglitz als Torwart usw. Die Schnösel die hier ihren Kommentar abgeben waren da wohl noch Rheinwasser.

    • R.S. – Schnösel

      Der wegen Bestechlichkeit lebenslang gesperrte Manglitz als Held? So so …

      Egal wie viele Ähnlichkeiten es zwischen den zwei „Ikonen“-Präsidenten gäbe: Nur einen von denen kann man als bescheiden, bodenständig, authentisch und sanftmütig bezeichnen. Der andere, starrsinnig und narzisstisch spaltet offensichtlich wie eh und je. Auch hier!

      Btw.: Alter schützt von Torheit nicht. Da bleibe ich lieber ein kritischer Schnösel!

  2. Gert Stroh

    Nein, vergessen sollte man nicht. Aber vergeben und verzeihen, das sollte man.
    Auch ich habe Manglitz noch im Tor stehen sehen.
    Aber im Unterschied zu der Präsidentschaft Uwe Seelers beim HSV, hat dieser, seinen Herzensverein und dessen Anhänger nicht über Nacht, unvorbereitet und verantwortungslos im Regen stehen lassen.
    Mit der unwürdigen Amtshandlung seines Rücktritts, hat Wolfgang Overath, der stets betonte und betont wie sehr ihm dieser Verein am Herzen liegt, seine eigenen Interessen auf egoistische und narzisstische Art in den Vordergrund gestellt und damit die Existenz dieses Vereins riskiert und bedroht. Das hätte auch in der Regienolliga enden können.
    Dennoch. Herzlich willkommen Wolfgang Overath. Ich habe Ihen vergeben verziehen.
    Schon vor längerer Zeit

    Gert Stroh

  3. Nick

    Ich würde Overath auch nicht mit Seeler vergleichen, das sind ja zwei total unterschiedliche Menschen / Charaktere. Während Seeler sagt – „Ich habs versucht, aber so richig geklappt hats leider nicht“, stellt sich Overath hin und erzählt nur, was er alles geleistet hat – er hat ja auch einiges geleistet, aber es ist eben auch viel, sehr viel schief gelaufen…das blendet er, zumindest in der Öffentlichkeit weitestgehend aus…sein Auftreten in den letzten 5 Jahren in Sachen FC, könnte man als „beleidigte Leberwurst“ bezeichnen…das führt natürlich zu einer ganz anderen Wahrnehmung von Overath und Seeler bei den Fans.

    Eins muss man Overath zu Gute halten – er ist damals mehr ins Amt gedrängt worden, als das er es unbedingt wollte…leider wars im Endeffekt dann nicht der richtige Präsident, Erfoöge als Spieler hin oder her…das sollte uns für die Zukunft eine Lehre sein, den gewählt haben WIR Wolfgang Overath, nicht er sich alleine…

    Er ist jetzt wieder da. Er gehört zum Club. Schwamm drüber und eben daraus lernen…

  4. HÄNNESCHEN

    „Schwamm drüber“ heisst hinwegsehen, aber nicht vergeben. Nur wer vergeben hat, kann irgendwann auch vergessen.

    Wer wie WO ein öffentliches Amt bekleidet, sollte sich auch öffentlich sachlicher Kritik stellen und ihr sachlich begegnen können. Das heisst wahlweise, die im Raume stehenden Vorwürfe der Nachfolger mit Zahlen und Fakten widerlegen. Oder aber Fehler eingestehen, die Verantwortung übernehmen und um Verzeihung bitten. Dann verzeihe ich gerne.

    Der Präsident WO hat den FC in eine existenzbedrohende Lage geführt, die tiefste Krise seit Gründung 1948. Ich kann in der Zwischenzeit darüber hinwegsehen, weil sich gezeigt hat, wohin der Weg führen kann, wenn man einem Verein wie den FC als Präsident kompetent führt, mit klarer Aufgabenverteilung, großer Gestaltungsfreiheit und noch größerer Verantwortung. Ist schließlich ein Ehrenamt. Die finanzielle Notlage soll sich erst zugetragen haben in der kurzen Spanne nach seinem Abgang und dem Amtsantritt Spinners!? Er zeigt mit dem Finger auf seine Geschäftsführer!? Er will den Umschwung schon eingeleitet haben!?

    Dass WO jüngst in einer offiziellen Vereinspublikation seine geschichtsverfälschende Version aufrechterhalten durfte, noch dazu unwidersprochen durch den anwesenden amtierenden Präsidenten, gleicht einem Kotau, vermutlich um des lieben Friedens willen. Ein absolut unwürdiges Spiel. Wenn WO sich durch den Kotau der Vereinsführung nun wieder wohler fühlt, Schwamm drüber. Aber Beifall und Huldigung wären eindeutig des Guten zu viel.

    • Nick

      Vergeben und vergessen, ist bei mir leider nicht möglich – da bin ich wie ein Elephant. Was passiert ist, ist passiert…das ist nunmal so. Zu seinen Taten und Ergebnissen muss man stehen. Vergessen kann ich das Geschehene nicht, es prägt weiterhin den Eindruck, den ich von Wolfgang Overath habe, aber ich schließe ihn deswegen nicht aus der „Familie“ aus – was ihm bei meiner Person sowieso nicht interessiert…

      Egal was WO in Zukunft für „seinen“ FC tun will, da sollte man die Geschichte nicht vergessen und dies bei Entscheidungen berücksichtigen.

      Vor allem wir Fans, sollten schauen, dass wir zu den Mitgliederversammlungen gehen, uns vorab infomrmiern und nicht bei allem „Ja und Amen“ stimmen. Es wäre auch schön, wenn die Kölnarena mal etwas voller würde, bei 80.000 Mitgliedern sind 1,5-2% Teilnahme eigentlich ein Witz…

    • R.S.

      @Hänneschen: Stimmt absolut alles! Nur darüber, ob das wirklich ein Kotau oder nur ein genervtes „Ja ja Oma, hast ja Recht“ war, läßt sich trefflich streiten ;-) … Es ist aber zu befürchten, dass sich der „Sonnenkönig ade“ schon wieder auf Kosten der anderen wohler fühlen wird und die gute Atmosphäre vergiftet.

      Ich würde mich sehr freuen wenn der geschätzter Geissblog demnächst einfach wenig Aufmerksamkeit dem einen einzigen Fan schenken würde!

  5. Dirk

    Selbstreflektion ist nicht unbedingt die Stärke des W.O. Und man könnte meinen, die Dauer der Kniefälle des Präsidiums haben ihm gefallen.
    @Gert Stroh….das ist der wesentliche Unterschied. Uwe Seeler hat seine Probleme mit der Führung des HSV eingestanden. W.O. ist sicherlich immer noch der Meinung der weltbeste Präsident gewesen zu sein….

    Aber wie auch immer, ich gehe trotzdem weiter in`s Stadion ob W.O. nun da ist oder nicht…


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