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Sturmfrage: O! Ho! Mo! Zo?

Hosinger - Modeste - Zoller - Osako: vier Stürmer plus Bard Finne starten in die Vorbereitung zur neuen Saison.

Der 1. FC Köln hat in der Offensive aufgerüstet. Trotz des Abgangs von Anthony Ujah klingt der Sturm der Geissböcke vielversprechend. Das liegt einerseits an den Neuzugängen Anthony Modeste und Philipp Hosiner, andererseits an der Leistungsexplosion Yuya Osakos in der Rückrunde der abgelaufenen Saison. Auch Bard Finne geht optimistisch in die neue Saison. Nur hinter der Personalie Simon Zoller steht ein Fragezeichen.

Peter Stöger ist ein Freund klarer Worte, wenn er sie für angebracht hält. Zum Trainingsauftakt war es ihm daher offenbar ein Bedürfnis, etwas loszuwerden: „Ich glaube, dass Simon das aus seiner Emotion heraus im Winter machen musste. Ich denke aber, dass er auch festgestellt hat, dass es wohl besser gewesen wäre, wenn er hier geblieben wäre.“ Was der Effzeh-Coach meinte, ist klar: Simon Zoller hätte nach der Hinrunde nicht die Flucht nach Kaiserslautern antreten, sondern Willen zeigen und sich in Köln durchsetzen sollen. „Er hat an Osako ja gesehen, wie der sich mit der Zeit entwickelt hat“, ergänzte Stöger und machte klar: „Jetzt startet Simon hier ein Jahr später erst einmal wieder bei null.“ Und nicht wie Osako als potentieller Schlüsselspieler, obwohl auch dieser eine schwere Hinrunde 2014/15 erlebt hatte.

Ich freue mich, dass er wieder da ist

An der Personalie Zoller scheiden sich bislang die Geister in Köln: Drei Millionen Euro hatte der Angreifer gekostet, als er im vergangenen Sommer vom 1. FC Kaiserslautern ans Geißbockheim gewechselt war. Gerade einmal neun Einsätze und ein Tor später war er wieder geflüchtet, weil ihm nach der Winter-Vorbereitung klar geworden war: Hinter Ujah, Osako und Finne war er nur noch Stürmer Nummer vier. Zu wenig für den ehrgeizigen 23-Jährigen, der allerdings weniger durch Leistung auf dem Rasen, als durch Kampfansagen neben dem Platz für Aufsehen gesorgt – und sich dafür Rüffel von Stöger und Sportchef Jörg Schmadtke eingefangen hatte.

Jetzt will Zoller weniger reden und stattdessen auf dem Platz Taten sprechen lassen. Von der Mannschaft wurde er bereits warm empfangen, beim Laktattest von Parick Helmes herzlich umarmt, und Marcel Risse erklärte: „Ich freue mich, dass er wieder da ist.“

Doch Zoller muss sich hinten anstellen. Osako ist erst einmal gesetzt. Von Hosiner verspricht sich gerade Stöger eine Menge. Modeste ist der erklärte Nachfolger Ujahs. O – Ho – Mo – wohin da bloß mit Zo? Zumal auch Bard Finne noch da ist, der dem Klub mitgeteilt hat, sich in Köln durchsetzen zu wollen. Eine Einstellung, die Stöger – ohne Zoller explizit als Gegenbeispiel nennen zu wollen – imponiert: „Wenn Bard sagt, er will bleiben, macht mich das froh. Denn es zeigt zum einen, dass er sich hier gut aufgehoben fühlt, und zum anderen, dass er Chancen sieht zu spielen.“

Hosiner und Zoller sind sich am ähnlichsten

Diese Chancen muss sich Zoller erst einmal wieder erarbeiten. Wohl wissend, dass mit Hosiner ein Konkurrent geholt wurde, der unter Stöger bereits bei Austria Wien sehr erfolgreich und ein Wunschspieler des Trainers war. „Hosiner und Zoller sind sich am ähnlichsten“, erklärte der Cheftrainer mit Blick auf die unterschiedlichen Stürmer-Typen im Kader. Was im Umkehrschluss heißt: Zusammen werden beide eher selten auf dem Platz stehen.

Ist für Zoller also überhaupt noch Platz im Kader? Die Vorbereitung auf die neue Saison hat gerade erst begonnen. Doch alle Seiten werden sich in den kommenden Wochen genau anschauen, wohin die Entwicklung geht. Macht es Zoller seinem Sturmkollegen Osako nach und zeigt die Lernkurve, die man sich am Geißbockheim erhofft, stehen ihm alle Türen in Rut un Wiess offen. Verläuft der Sommer aber ähnlich wie die bisherige Partnerschaft zwischen Klub und Spieler, könnten beide Seiten noch vor Saisonbeginn zum Schluss kommen, dass es besser wäre, sich trotz Vertrages bis 2018 vorzeitig zu trennen. Denn mit fünf Stürmer wird der Effzeh wohl kaum in die Saison gehen.

 

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