Eine Milliarde Euro TV-Geld? DFL verteidigt Anstoßzeiten

Die Deutsche Fußball-Liga diskutiert über eine Veränderung des Bundesliga-Spielplans. Wenn 2016 die Medienrechte für den Zeitraum ab der Saison 2017/18 neu ausgeschrieben werden, soll der neue Vertrag deutlich mehr Geld in die Kassen der Vereine spülen. Zentraler Ansatzpunkt: die Anstoßzeiten. Jetzt bestätigte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, dass die Liga mit zwei neuen Anstoßzeiten plant: sonntags um 13.30 Uhr und montags um 20.15 Uhr – aber nur in Ausnahmefällen.

Im Interview mit der „Welt“ erklärte Seifert: „Ich kann bestätigen, dass diese zwei Anstoßzeiten in unseren Überlegungen eine Rolle spielen.“  Er betonte aber, dass diese nur jeweils fünf Mal in der Saison vergeben werden sollen – um die Spieltage für Vereine zu strecken, die unter der Woche in den europäischen Wettbewerben ran müssen. Von 306 Partien sollen künftig fünf Begegnungen sonntags um 13:30 Uhr und fünf am Montag statt der 2. Bundesliga ausgetragen werden.

Kommerzielle Interessen gab es schon 1963

Als Beispiele nannte er Schalke und Dortmund, die in der kommenden Saison am Donnerstag in der Europa League ran müssen. „Die sind alles andere als erfreut, wenn sie keine 48 Stunden später wieder in der Liga spielen müssen. Wir versuchen aus diesem Grund, unsere Europapokal-Teilnehmer zu entlasten mit zehn Spielen, die sie nicht Samstagnachmittag bestreiten müssen.“

Seifert machte aber keinen Hehl daraus, dass diese Überlegungen auch unter kommerziellen Gesichtspunkten angestrengt werden – und werden müssen. „Sicher ist ein Montagsspiel der Bundesliga in der Vermarktung wertvoller als eines der zweiten Liga“, sagte der Liga-Boss. Die DFL versuchte, das Rad nicht zu überdrehen. „Man sollte aber auch dazu stehen, dass kommerzielle Interessen schon der Gründung der Bundesliga 1963 zugrunde lagen.“

Gesamtsumme über einer Milliarde Euro

Um den Anschluss an die Premier League nicht zu verlieren, müsse die Liga im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit der Bundesligisten im europäischen Vergleich über eine Entzerrung des Spieltags nachdenken. Die englischen Klubs teilen sich aktuell jährlich 3,2 Milliarden Euro auf, sodass selbst der Tabellen-20. der Premier League mehr TV-Gelder erhält als Deutschlands Krösus FC Bayern.

Deswegen strebt die Deutsche Fußball-Liga an, mithilfe des nächsten TV-Vertrages eine magische Grenze zu knacken. „Es ist realistisch, dass die Gesamtsumme aus In- und Auslandsvermarktung wie in Spanien und Italien über einer Milliarde Euro liegen wird“, prognostizierte Seifert. „Derzeit ist die Bundesliga die Liga mit dem zweithöchsten Umsatz. Dass dies so bleibt, sollte unser Ziel sein.“ Und dafür wird eine Spielplan-Änderung unumgänglich sein.

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