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"Das sind nur die Vorboten" – Schmadtke sieht Bedrohung

Jörg Schmadtke redet selten um den heißen Brei herum. Wenn ihm etwas nicht gefällt, dann spricht er es in der Regel klar an – intern beim 1. FC Köln genau so wie extern in der Öffentlichkeit. Daher verwundert es nicht, dass der Manager der Geissböcke nun deutliche Worte für den Transferwahnsinn gefunden hat, der von der Premier League auch nach Deutschland in die Bundesliga herüber schwappt.

Kitzbühel – Im Interview mit dem „kicker“ nannte Schmadtke die aktuellen Entwicklungen auf dem internationalen Transfermarkt „eher eine Bedrohung“ als eine Chance für die deutschen Klubs. „Das ändert die Balancen, die im Moment funktionieren“, so der 51-Jährige. Als Beispiel nannte er 1899 Hoffenheim, das gerade erst 41 Millionen Euro für Roberto Firmino vom FC Liverpool erhalten hat. „Dem Klub werden auf einmal ganz andere Möglichkeiten eröffnet“, die es vorher nicht gab.

Man darf nicht nur dem Geld erliegen

Grund für die noch einmal deutlich gestiegenen Preise für Spieler in England ist der neue Fernsehvertrag der Premier League. Von 2016 bis 2019 zahlen „Sky“ und „BT Sport“ insgesamt 5,1 Milliarden Pfund – umgerechnet etwa 6,9 Milliarden Euro. Der TV-Vertrag von 2013 bis 2016 hatte noch 3 Mrd. Pfund eingebracht. Zum Vergleich: Der aktuelle Vier-Jahres-Vertrag der Bundesliga bringt insgesamt 2,5 Milliarden Euro ein. Diese Diskrepanz hat dazu geführt, dass der Tabellenletzte der Premier League mehr TV-Einnahmen pro Jahr generiert als der FC Bayern München als Branchenprimus in Deutschland.

„Mit dem neuen Fernsehvertrag werden Angebote reinfliegen, bei denen man aufpassen muss, dass man nicht nur dem Geld erliegt – als Verein wie auch als Spieler“, warnte Schmadkte. Und er sieht die neuen Ablöse-Dimensionen erst am Anfang. Denn: Der Fernsehvertrag gilt erst ab der nächsten Saison. „Was wir jetzt erleben, sind nur die Vorboten.“

Das könnte mal von Bedeutung sein

Umso wichtiger war es für den Effzeh, schon in diesem Sommer Transfers zu tätigen, die im kommenden Sommer vielleicht nicht mehr möglich gewesen wären. In diese Kategorie fällt auch die Verpflichtung von Leonardo Bittencourt. Der Ex-Hannoveraner war aber auch nur deshalb für die Geissböcke bezahlbar, weil der Effzeh zuvor selbst bereits von den englischen Verhältnissen profitiert hatte. Wenngleich in deutlich geringerem Maße als Hoffenheim. Kevin Wimmer wechselte bekanntlich für über sieben Millionen Euro zu Tottenham Hotspur.

Mit der Verpflichtung von Bittencourt (21), Milos Jojic (23), Frederik Sörensen (23) und Dominique Heintz (21), die allesamt für Beträge zwischen 1,5 und 3 Millionen Euro in die Domstadt kamen, hat der 1. FC Köln vorgesorgt. Schmadtke nannte es „Kapitalbildung“, Trainer Peter Stöger sprach von einem Investment in „Aktien“. „Das könnte mal von Bedeutung sein – auch im Hinblick auf England“, deutete Schmadtke bereits an, dass der Effzeh auch künftig lukrativen Angeboten aus der Premier League erliegen könnte. Zumal sich die Geissböcke auf diese Weise Stück für Stück finanziell gesund stoßen könnten.

 

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