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Bundeswehr-Drill beim FC? "Laufen nicht über glühende Kohlen"

Trainingslager-Zeit ist immer auch Teambuilding-Zeit: Beim 1. FC Köln sieht man das Ganze etwas ungezwungener als bei manch einem anderen Bundesligisten. Während Anthony Ujah bei Werder Bremen beim Wildwasser-Rafting mitmachte, obwohl er nicht schwimmen kann, setzt der Effzeh auf die Eigeninitiative der Profis. Oder in den Worten von Trainer Peter Stöger: „Das hat hier nichts von Bundeswehr.“

Kitzbühel – Nach einem reinigenden Gewitter in der Nacht von Sonntag auf Montag – allerdings nur vom Himmel herab und nicht im Teamhotel der Kölner – haben die FC-Profis am Montag wieder die schweißtreibende Arbeit aufgenommen. Statt dem runden Leder standen am Vormittag Hanteln, Hürden und Gummibänder auf dem Programm. Körperliche Qualen statt Fußball-Spaß. Nur zum Schluss durften die Kicker beim Kreisspiel ein bisschen durchatmen. Trotzdem war die Stimmung wieder einmal gut auf dem Platz.

Das hat hier nichts von Bundeswehr

„Wir ziehen hier keinen straffen Zeitplan durch“, sagte Stöger anschließend. „Wir müssen schauen, dass wir bis zum Bundesliga-Start körperlich fit sind.“ Da gehören auch solche Einheiten dazu. Deswegen werden seine Spieler in den kommenden Tagen auch noch einen freien Nachmittag bekommen. Wann, ist noch offen. Doch der Österreicher will seine Spieler nicht an der kurzen Leine halten, ihnen auch den nötigen Freiraum geben, wenn die Arbeit auf dem Platz getan ist. „Wir sind hier eine lange Zeit zusammen. Das hat hier nichts von Bundeswehr“, lachte er.

Der Drill findet nur in den 90-minütigen Einheiten statt. Den Rest der Zeit sollen die Kicker in ungezwungener Atmosphäre verbringen. „Es ist nicht so, dass wir hier alle zehn Minuten Einzelgespräche führen. Da sitzt man eher mal bei einem Kaffee zusammen“, so Stöger. Und in Sachen Teambuildung setzt er auch dieses Jahr auf Ideen der Profis. „Wir drängen niemanden zu seinem Glück oder Freizeitaktivitäten. Wenn die Jungs einen halben Tag frei haben, dann können sie das frei gestalten.“ So wie letztes Jahr, als die Spieler eigenständig den Rafting-Ausflug organisierten. „Das können die Spieler selbst entscheiden. Deswegen ist es ja ein freier Nachmittag“, so Stöger, der von vorgeschriebenen Teambuilding-Maßnahmen nichts hält. „Wir brauchen nicht über glühende Kohlen gehen, um den Zusammenhalt zu fördern. Den haben wir.“

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