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Warum 40 Mio. nicht reichen: "Kein Computer-Spiel!"

Jörg Schmadtke begann seine Rede am Donnerstagabend bei der Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln mit einem Lacher in Richtung der anwesenden Profi-Mannschaft. „Nur zur Information: Schalke führt 3:0, dreimal di Santo. Damit Ihr Bescheid wisst: Pulver verschossen. Den könnt Ihr abmelden am Sonntag.“ Anschließend wurde der Sport-Geschäftsführer aber ernst – und verteilte Spitzen in Richtung Leverkusen und England.

Köln – Schmadtke sprach knapp über zehn Minuten. Nachdem Alexander Wehrle die positiven Zahlen des Geschäftsjahres 2014/15 präsentiert hatte (hier alle Informationen), sah es der Sport-Chef als seine Aufgabe an, den Erfolg des letzten Jahres einzuordnen. Er machte klar: Selbst die geplante Erhöhung des Profi-Etats um über 50 Prozent wird nicht ausreichen, um große Sprünge in der Liga zu machen. Das sagte Schmadtke über…

…die Defensive der letzten Saison: „Uns hat vor allem eine starke Abwehr ausgezeichnet. Dies zu schaffen, war mit sehr viel Fleiß, Arbeit und Leistungsbereitschaft verbunden. Deshalb gab und gibt es keinen Grund, sich dafür zu entschuldigen. Auch nicht bei den Teams, die es nicht hinbekommen haben, gegen einen Aufsteiger mit dem zweitkleinsten Etat der Liga ein Tor zu schießen. Ganz im Gegenteil, und das sage ich mit einem netten Gruß nach Leverkusen: Ich glaube, es wären sehr viele Trainer froh gewesen, sie hätten diese Truppe trainieren können.“

…den FC-Etat im Liga-Vergleich: „Den Status quo zu halten, wird nicht reichen. In zwei, drei Jahren wollen wir 40 Millionen Euro für den Kader zur Verfügung haben. In der abgelaufenen Saison waren es 25 Millionen. Aber die Rechnung, dass wir dann automatisch fünf Plätze weiter vorne in der Tabelle stehen, geht so nicht auf. Bayern München bewegt sich bei den Ausgaben für die Mannschaft in Richtung 200 Millionen Euro. Borussia Dortmund und Schalke 04 haben angekündigt, in den nächsten beiden Jahren die 100-Millionen-Euro-Grenze beim Spieleretat überschreiten zu wollen. Wolfsburgs Möglichkeiten sind ähnlich. Leverkusen bewegt sich in Dimensionen um die 75 Millionen. Damit sind fünf Plätze in der Bundesligaspitze im Normalfall schon vergeben. Hinter Stuttgart, dem HSV, Hertha BSC und Hoffenheim stehen große Konzerne, Investoren oder Mäzen. Leipzig kann, wenn sie aufsteigen, sehr schnell sehr viel Geld ausgeben. Wenn all diese Klubs einen normalen Job machen, gehören Vereine wie wir schon nicht mehr zu den Top Ten. Und da habe ich einen in den letzten Jahren hervorragend arbeitenden Traditionsklub wie Borussia Mönchengladbach noch gar nicht erwähnt.

…die wirkliche Konkurrenz des Effzeh: „Das mag für den einen oder anderen, der an die traditionellen Konkurrenten des 1. FC Köln denkt, sehr bitter klingen. Aber das Segment, in dem wir uns bewegen, sind Teams wie Augsburg, Bremen, Mainz, Hannover und Frankfurt.“

Weiterlesen: „Eine Million Euro wird für viele Vereine künftig sehr viel weniger wert sein als für einen Bundesligisten“

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