Alexander Wehrle im Gespräch mit Mediendirektor Tobias Kaufmann.

TV-Gelder: Köln hält sich nach Pauli-Vorstoß bedeckt

Nur ein verzweifeltes Aufbegehren der Kleinen oder ein ernstzunehmender Antrag mit Potential zu einer Revolution? Zweitligist FC St. Pauli will die TV-Vermarktung, wie sie bislang existiert, auf den Kopf stellen. Das hätte weitreichende Folgen – auch für den 1. FC Köln. Denn die Geissböcke würden profitieren, sollten Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim und Hannover 96 tatsächlich von der Verteilung der Einnahmen aus der Fernseh- und Gruppenvermarktung ausgeschlossen werden. Wegen der Brisanz eines entsprechenden Antrages des Kiez-Klubs hält man sich am Geißbockheim noch bedeckt.

Köln/Hamburg/Frankfurt – Wenn am 2. Dezember die Bosse der 36 Erst- und Zweitliga-Klubs zusammenkommen, um an der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga über die Lage der Liga zu diskutieren, wird ein Mann besonders im Mittelpunkt stehen: Andreas Rettig. Dessen Klub, der FC St. Pauli, begehrt auf – und hat laut der vier oben genannten Klubs „die Solidargemeinschaft in der Bundesliga und in der 2. Bundesliga aufgekündigt“.

Was folgt auf den Populismus?

Der „kicker“ hatte am Montag über einen Antrag St. Paulis berichtet, mit dem bestimmte Vereine von der Einnahmen aus der TV- und Gruppenvermarktung abgeschnitten werden sollen. Dies betrifft aktuell die Werksvereine Leverkusen und Wolfsburg sowie Hoffenheim mit Mäzen Dietmar Hopp und ab 2017 auch Hannover 96 mit Martin Kind an der Spitze.

Die ersten Reaktionen waren wie erwartet populistischer Natur: Rudi Völler (Bayer Leverkusen) bezeichnete den Antrag, die von der „50+1“-Regel befreiten Vereine von der Verteilung der TV-Gelder auszuschließen, einen „typischen Rettig“. Der jetzige St.-Pauli-Manager mache das, was er gerne mache: „Er gibt ein bisschen Schweinchen Schlau.“ Die Reaktion aus Hamburg folgte via Twitter und hatte Humor. Was bleibt, sind viele offene Fragen.

Weiterlesen: Kassiert der FC plötzlich 5,5 Mio. Euro mehr?

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