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Eierköppe-Prozess: Strafe für Schmadtke bleibt bestehen

Schiedsrichter Winkmann war aus beruflichen Gründen nicht zur Verhandlung erschienen, hatte sich lediglich telefonisch für eine Befragung bereit gehalten. Darauf verzichteten alle Parteien jedoch, nachdem die beiden Assistenten Arno Blos und Christian Bandurski ihre Aussage gemacht hatten.

Mir scheint die Aussage konstruiert

Schmadtke und sein Anwalt Schickhardt beklagten anschließend Widersprüche in den Aussagen der beiden Assistenten. „Mir scheint die Aussage etwas konstruiert“, kommentierte der FC-Geschäftsführer die Aussage Blos‘. Lorenz zeigte sich aber unnachgiebig und erklärte nur: „Herr Schmadtke, Sie haben bereits gestanden, die Aussage getätigt zu haben.“

Jörg Schmadtke, Christoph Schickhardt und Werner Spinner. (Foto: GBK)

Jörg Schmadtke, Christoph Schickhardt und Werner Spinner. (Foto: GBK)

Die FC-Verantwortlichen hatten allerdings gehofft, aufgrund der unterschiedlichen Darstellungen des Hergangs aufzeigen zu können, dass der Ausspruch unterschiedlich hätte interpretiert werden können. Schickhardt betonte, Schmadtke hätte den Ausdruck im Kabinengang unter Ausschluss der Öffentlichkeit und in einem „intimen“ Rahmen benutzt, weshalb er in einem solchen Umfeld „sozial-adäquat“ sei. „Wir bewegen uns in einer Männer- und Schweiß-Sportart. Was muss ich für ein Geistes Kind sein, um darüber so einen Bericht zu schreiben?“

Dieses Verfahren ist ein Trauerspiel

Der DFB-Kontrollausschuss lehnte ab, den Fall gegen Auflagen einzustellen oder die Geldstrafe in eine Spende für gemeinnützige Zwecke umzuwandeln. Das kritisierte Schickhardt scharf. „Das spricht für sich. Das ist keine Sternstunde des Kontrollausschusses.“ Schmadtke habe einen Fehler gemacht und sich dafür entschuldigt. „Er ist seit 30 Jahren ein Vorbild für den deutschen Fußball. Und wenn der Kontrollausschluss für so eine Persönlichkeit keine andere Lösung findet, dann geht es mit diesem Ausschuss bergab. Dieses Verfahren ist ein Trauerspiel.“

Ein Verfahren, das trotzdem mit einer Geldstrafe endete. Richter Lorenz begründete sein Urteil mit den Worten: „Wir dürfen in einem solchen Verfahren nicht nur den Einzelfall sehen, sondern müssen die Wirkungen für alle denkbaren, vergleichbaren Fälle bedenken. Ein Freispruch wäre ein Freibrief für jeden Fußballer gewesen, künftig einen Schiedsrichter einen Eierkopf nennen zu können. Das darf nicht das Ergebnis einer solchen Verhandlung sein.“ Der 1. FC Köln behält sich vor, die nächste Instanz – das DFB-Bundesgericht – anzurufen.

Schmadtke erklärte nach der Verhandlung süffisant: „Ich habe heute viel gelernt.“

Die Stimmen zum Urteil und einen Kommentar lest Ihr am Mittwochmorgen beim GEISSBLOG.KOELN.


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