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Ein besonderer Charakter verlässt die Bühne

Lukas Podolski ist aus der deutschen Nationalmannschaft zurückgetreten. Dies gab der 31-Jährige am Montag via Facebook bekannt. Als Spieler des 1. FC Köln wurde er erst zu Prinz Poldi, dann zum Nationalspieler. Weltmeister wurde er mit dem Effzeh im Herzen. Ein Klub, eine Stadt, eine ganze Anhängerschaft sagen Danke.

Köln/Istanbul – Insgesamt 69 Länderspiele für Deutschland bestritt Lukas Podolski als Spieler des 1. FC Köln. 26 Tore erzielte er in dieser Zeit. Es waren über die Hälfte seiner Spiele im DFB-Dress (129), in denen er mehr als die Hälfte seiner 48 Tore erzielte. Rekordnationalspieler hätte er werden können. Doch nun ist Schluss.

Eine Marke, die sich treu geblieben ist

„Vom zweijährigen polnischen Jungen, der quasi nur mit einem Ball unter dem Arm nach Deutschland kam, zum Weltmeister – das ist mehr, als ich mir erträumen konnte“, ließ er wissen. Man sieht ihn vor sich, wie er dabei das runde Leder küsst, den Daumen in Richtung Fans reckt, eine Hand auf sein Herz legt und grinst. Auch in den Momenten der Rührung ein Lachen für jedermann, das hat ihn – neben seinen unbestritten außergewöhnlichen Begabungen auf dem Fußballplatz – zum Fan-Liebling gemacht. Er war und ist eine Marke, ein Typ, der sich immer treu geblieben ist.

Lukas Podolski zu Gast am Geißbockheim. (Foto: GBK)

Lukas Podolski zu Gast am Geißbockheim. (Foto: GBK)

Dass Podolski zuletzt auf ein Maskottchen-Dasein in der DFB-Elf reduziert wurde, war despektierlich. Bundestrainer Joachim Löw hatte selbst dazu beigetragen, war er es doch gewesen, der den Linksfuß immer wieder als wichtigen Charakter, weil Spaßmacher, im Team hervorhob. Qualitäten, die der 31-Jährige sich immer bewahrt hat und die im heutigen stromlinienförmigen Hochglanz-Fußballgeschäft so herzerfrischend und doch so selten geworden sind.

Applaus für zwölf Jahre im DFB-Dress

Auch deswegen werden die Fans ihren Lukas Podolski immer lieben. Und auch deswegen wünschen sich viele Effzeh-Fans ihren Prinz Poldi irgendwann wieder zurück ans Geißbockheim. Die Diskussion, ob er in die aktuelle Kölner Mannschaft passen würde, wird zu einem anderen Zeitpunkt wieder geführt werden. Heute hat Podolski für seine Entscheidung und vor allem für seine großen Leistungen auf und neben dem Platz in den letzten zwölf Jahren im Trikot mit dem Adler auf der Brust einen tosenden Applaus verdient.

Und das Schöne ist: Podolski mag aus der Nationalmannschaft zurückgetreten sein. Doch auf dem Platz werden wir ihn weiterhin sehen können. Vielleicht auch bald wieder beim Effzeh – und sei es nur in der gegnerischen Mannschaft.

Weiterlesen: Die Rücktritts-Erklärung von Lukas Podolski im Wortlaut

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3 Kommentare
  1. Nick
    Nick says:

    DANKE Lukas für tolle Jahre in einer, am Anfang Deiner Ära, am Boden liegenden DfB-Elf…u.a. Du hast den deutschen Fussball mit da hin gebracht, wo er jetzt wieder ist – an der Weltspitze!

    Auch ich hoffe das Dein Weg nochmal ins Müngersdorfer Stadion führt und dass man Dich nicht in die Notlage bringt, dies in der gegnerischen Elf tun zu müssen…

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