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Frisches Geld: "Starten jetzt keine Transferoffensive"


Eine neue Fan-Anleihe also: Mit diesem Wertpapier will der 1. FC Köln seine Schulden verringern. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingt, soll sich für die Geissböcke auszahlen. Neue Schulden, um alten Schulden erfolgreicher abbauen zu können – das ist der Plan. Dabei sollen die Effzeh-Fans kräftig mithelfen.

Köln – Es ist eine einfache Rechnung. Ein neuer Kredit mit 3,5 Prozent jährlichen Zinsen kostet im Endeffekt weniger als ein alter Kredit mit höheren Zinsen. Auf dieser Basis hat sich der 1. FC Köln entschlossen, eine neue Fan-Anleihe herauszugeben, ehe im kommenden Sommer die 2012 aufgesetzte Fan-Anleihe ausläuft und zurückgezahlt werden muss.

Das Ziel der Anleihe: drei private Kreditgeber auszahlen

Um die Gedanken hinter der neuen Anleihe zu verstehen, muss man die aktuelle Struktur der Kölner Verbindlichkeiten kennen. Noch immer drücken den Effzeh über 20 Millionen Euro Schulden. Diese sind auf drei Schultern verteilt. Erstens: 12,5 Millionen Euro wurden im Jahr 2012 mittels jener Fan-Anleihe eingenommen, die im kommenden Jahr zurückgezahlt werden müssen. Zweitens: Rund drei Millionen Euro schuldet der Effzeh drei privaten Kreditgebern, die dem Klub zu Zweitliga-Zeiten unter die Arme gegriffen hatten. Drittens: Die restlichen Verbindlichkeiten hat der Klub gegenüber einer Bank.

Drei Positionen, die künftig auf zwei Positionen reduziert werden sollen. Weil der Effzeh mit seiner neuen Anleihe insgesamt 15,5 Millionen Euro einsammeln will, sollen davon 12,5 Mio. Euro genutzt werden, um die alte Anleihe durch eine neue zu ersetzen – zu niedrigeren Zinsen. Mit den restlichen drei Millionen Euro will der Klub die privaten Darlehen tilgen, die andernfalls ebenso zu Zinsen deutlich über 3,5 Prozent weitergelaufen wären. Künftig will der Effzeh also neben den Verbindlichkeiten gegenüber der Bank nur noch die neue FC-Anleihe als Darlehen abzahlen müssen. Die privaten Darlehen wären getilgt. Und alle Verbindlichkeiten würden zu niedrigeren Zinsen weiterlaufen.

Heute müssen wir keine Finanzierungslücke mehr schließen

Kosten einsparen, die restlichen Verbindlichkeiten über einen noch längeren Zeitraum zur Tilgung anlegen und sich dadurch gleichzeitig finanziell stärken: Diesen Plan verfolgen die Kölner, indem sie ihre Schulden umschulden. Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle erklärte das Vorgehen im Vergleich zur Anleihe aus dem Jahr 2012 so: „Wir hatten 2012 ein massives Problem, das wir lösen mussten. Heute müssen wir keine Finanzierungslücke mehr schließen, sondern wollen unseren Bestand sichern und schrittweise unsere Verbindlichkeiten abbauen.“ Der Chef der Zahlen am Geißbockheim stellte zudem klar, wofür das frische Geld ausdrücklich nicht verwendet werden wird: „Wir wollen damit keine Transferoffensive starten.“

Weiterlesen: Warum nicht mehr Geld einsammeln und davon Spieler kaufen?

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