Wolfgang Overath. (Foto: MV)

Zwischen Aussöhnung und Verdrehung der Geschichte

Wolfgang Overath hat seit seinem viel diskutierten Rücktritt im November 2011 kein FC-Spiel mehr im Stadion verfolgt. Erst auf Abstand bedacht, dann gekränkt, später trotzig weigerte er sich, wieder einen Fuß ins RheinEnergieStadion zu setzen. Und auch jetzt, fast fünf Jahre danach, scheint es noch so, als wolle er sich bitten lassen. “Präsident Werner Spinner und Toni Schumacher haben sich sehr um eine Aussprache bemüht”, sagte Overath der “Bild”. “Vor allem Toni hat mich in den letzten fünf Monaten versucht zu wenden und zu bearbeiten, damit wir uns versöhnen.”

Aussöhnung ja – Verdrehung der Geschichte nein!

Beim Effzeh und in der Nationalmannschaft: Heinz Flohe und Wolfgang Overath.
Beim Effzeh und in der Nationalmannschaft: Heinz Flohe und Wolfgang Overath.

Worte, die klingen, als habe man ihn immer missverstanden, zu Unrecht scharf kritisiert und als sei es einzig die Aufgabe des Klubs, auf ihn zuzugehen und sich bei seinem größten Spieler der Geschichte (409 Bundesliga-Spiele für den Effzeh) zu entschuldigen. “Es gibt Dinge, die ich persönlich noch anders sehe – und darüber müssen wir reden”, beharrte Overath auf dem Standpunkt, dass seine Präsidentschaft eben doch eine gute Hinterlassenschaft gewesen sei.

Es ist das große Problem zwischen dem Spieler Overath und dem Präsidenten Overath, zwischen einerseits dem Andenken an eines der größten Idole des Klubs und andererseits an eine Persönlichkeit, die sich durch ihre Handlungen im Präsidentenamt selbst schwer beschädigt hat. Der amtierende Vorstand hätte das Thema in den letzten Jahren sicherlich ruhen lassen können, um nicht immer wieder Öl ins Feuer zu gießen. Eine Aussöhnung wäre daher für alle Seiten wünschenswert und vor allem für die FC-Fans eine freudige Botschaft. Doch dass sich Overath als Opfer einer öffentlichen Kampagne inszeniert, ist eine Verdrehung der Geschichte. Zwischen dem 1. FC Köln im Jahr 2011 und dem heutigen Effzeh gibt es kaum noch Gemeinsamkeiten. Die sportlichen und wirtschaftlichen Unterschiede der beiden Epochen sprechen für sich.


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