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Der Stadion-Pachtvertrag bis 2024 wird wohl der letzte sein

Platz 1: Der Entwurf der Architektengruppe gmp. (Foto: MV)

Schon Immanuel Kant wusste: Erfahrung ist verstandene Wahrnehmung. Beim 1. FC Köln haben sie in den letzten Monaten offenbar ganz genau verstanden, was allerorten in der Domstadt wahrnehmbar war. Und so lehrt die Erfahrung: Der Effzeh setzt auf eine verlässliche Partnerschaft mit der Stadt keinen Pfifferling mehr. Ein Kommentar.

Köln – Nun also prüft der 1. FC Köln erstmals offiziell und „intensiv“ die Option eines Stadion-Neubaus (mehr dazu hier). Ein Schritt, der eines deutlich macht: Der aktuelle Pachtvertrag für das RheinEnergieStadion, der noch bis 2024 läuft, wird wohl der letzte in der Geschichte der Geissböcke sein.

Das Ziel: sich aus den Fesseln der Stadt Köln zu lösen

Es gibt ab sofort nur noch zwei Optionen: der Ausbau des RheinEnergieStadions mit einem verbundenen Kauf durch den Effzeh – oder eben ein kompletter Neubau an einem anderen Standort, finanziert durch den Effzeh selbst. Das Ziel: sich aus den Fesseln der Stadt Köln zu lösen.

Das RheinEnergieStadion unter Flutlicht. Es soll künftig auf montags Abendspiele in der Ersten Liga geben.

Wie lange wird das RheinEnergieStadion noch die Heimstätte des Effzeh bleiben? (Foto: MV)

Denn die Stadtverwaltung hat bereits mit dem Theater um den Geißbockheim-Ausbau demonstriert: Verlässlichkeit darf der 1. FC Köln von der Politik nicht mehr erwarten. Im Gegenteil: Das Brechen von Zusagen scheint schon fast zum guten Ton zu gehören. Und wenn sich schon der Ausbau im Grüngürtel weit über zwei Jahre hinzieht, ehe eine endgültige Entscheidung fällt (so sie denn fallen wird), kann man sich nur unschwer ausmalen, was für ein jahrelanges Possenspiel durch einen Stadion-Kauf und -Ausbau drohen würde.

Warum ein Stadion-Kauf zum Alptraum werden könnte

Viel zu große Unwägbarkeiten gäbe es: Wie hoch müsste der Kaufpreis sein? Wie groß dürfte das Stadion werden? Was wäre mit der Lärmbelästigung der Anwohner? Wie viel Verkehr verträgt Müngersdorf noch? Und was müsste infrastrukturell bei einem Ausbau zusätzlich beachtet werden? Es wäre ein administrativer, bürokratischer, politischer und – wenn man andere Großbauprojekte in Deutschland betrachtet – potentiell auch finanzieller Alptraum.

Darum ist es aus Sicht des 1. FC Köln nur logisch, sich mit einem Neubau zu befassen. Es muss ja nicht gleich die ganz große Lösung inklusive FC-Campus und Wegzug vom Geißbockheim sein – auch, wenn die Grünen dann sicherlich jubilieren würden. Doch das noch immer anhaltende Schauspiel um den Geißbockheim-Ausbau hat beim FC offenbar zu einem Umdenken geführt. Und zu der Erkenntnis: Ein Druckmittel in den Gesprächen mit der Stadt ist nur dann wirksam, wenn es auch ernst gemeint ist. Und der Stadion-Neubau ist dies ganz sicher.

 

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