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"Ich bin der Dumme!" Högers Derby-Aus als Sahnehäubchen


Wenn eine einzige Situation nicht nur ein Spiel entscheidet, sondern auch das folgende beeinflusst, dann muss jemand schon einen außergewöhnlichen Bock geschossen haben. Am Samstag zwischen dem SV Werder Bremen und dem 1. FC Köln war dies Schiedsrichter Wolfgang Stark. Leidtragende waren der Effzeh und Marco Höger.

Bremen – Es sei vorweg genommen, dass Marco Höger durchaus für sein Tun selbst verantwortlich ist. Und somit lag er schon richtig, wenn er nach den 90 Minuten im Weserstadion konstatierte: „Vielleicht muss ich mich bei meiner Erfahrung trotzdem mehr im Griff haben.“ Mit dem Finger in Richtung Robert Bauer wedelnd, und das einen Meter von Schiri Stark entfernt, gehörte sicherlich nicht zu den besseren Ideen des Kölner Mittelfeldspielers.

Höger traf den Ball, Bauer traf nur Höger

Und doch muss sich im Umkehrschluss Schiri Stark fragen, ob er es nicht einfach mal dabei hätte belassen können. Bei einer Ermahnung, bei einem verständnisvollen Schulterklopfer, es wäre das vielzitierte Fingerspitzengefühl gewesen, das Stark hätte beweisen können. Doch die Kette an Fehlentscheidungen Starks innerhalb von nur einer Minute erreichte so einen für Höger und den Effzeh traurigen Höhepunkt.

Marco Höger kassiert gegen Bremen seine 5. Gelbe Karte und fehlt damit im Derby gegen Leverkusen. (Foto: DeFodi / CM)

Marco Höger kassiert gegen Bremen seine 5. Gelbe Karte und fehlt damit im Derby gegen Leverkusen. (Foto: DeFodi / CM)

Es begann mit einem Zweikampf im Strafraum. Marco Höger ging zum Ball, Bremens Bauer ebenfalls. Höger traf das Leder, Bauer nicht. Besser gesagt: Bauer traf Höger mitten auf den Fuß. Nicht auf einen Zeh, nicht auf alle fünf Zehen, sondern mitten drauf, mit voller Sohle auf den Spann. Kein kleiner Kontakt, sondern ein überdeutlicher. Es begann das Stark’sche Unglück.

Entweder Elfmeter oder Gelb wegen Schwalbe

Der ehemalige FIFA-Referee stand gut, knapp zehn Meter entfernt, mit klarer Sicht. Er hätte die Situation erkennen, auf Strafstoß entscheiden müssen. Doch er entschied auf Weiterlaufen. Dies waren gleich zwei Fehlentscheidungen in einer. Erstens der verweigerte Elfmeter, zweitens das Nicht-Entscheiden auf Schwalbe. Es war kein Zweikampf, den man so oder so hätte bewerten können, ein Gerangel um den Ball beispielsweise. Es ging nur darum: Gab es diesen einen einzigen Kontakt am Fuß oder gab es ihn nicht? Elfmeter oder Schwalbe – mehr gab es nicht zu entscheiden. Stark lag in beidem daneben.

Weiterlesen – „Da frage ich mich: Wo sind wir hier?“

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