Peter Stöger. (Foto: CM)

Darum könnte das Pokal-Aus dem Effzeh sogar helfen

Peter Stöger hatte sich entschieden, die zuletzt zweimal siegreiche Elf aus dem Liga-Alltag auf drei Positionen zu verändern. Christian Clemens fehlte gänzlich im Kader, Leonardo Bittencourt und Marco Höger saßen zunächst nur auf der Bank. Für die drei Mittelfeldspieler standen Artjoms Rudnevs, Simon Zoller und Salih Özcan in der Anfangsformation. Das System blieb das zuletzt erfolgreiche 4-4-2.

Die Gefahr einer Verletzung ist groß, wenn sie so lange verletzt waren

Die Gründe für die Umstellung lagen auf der Hand – und sie könnten noch einmal entscheidend werden in den nächsten Bundesliga-Wochen. Clemens und Bittencourt fehlten im vergangenen Herbst drei Monate lang verletzt, kehrten erst im Laufe des Januars zurück und standen zuletzt erstmals seit Monaten wieder von Beginn an auf dem Rasen. “Die beiden können immer laufen”, sagte Stöger nach dem Spiel in Hamburg. “Aber die Gefahr einer Verletzung ist groß, wenn sie so lange verletzt waren.” So entschied sich Stöger gegen sie und nur für Bittencourt als Joker. “Leo haben wir auf die Bank genommen, weil ich ihn und seinen Körper besser kenne. Bei Christian wollte ich nicht, dass etwas passiert.”

Höger wiederum wird in dieser Saison beim FC ohnehin immer wieder wie ein rohes Ei behandelt, schon mehrfach wurde er in Englischen Wochen außen vor gelassen. “Bei Marco passen wir ohnehin auf, seit er hier ist”, sagte Stöger. “Wegen seiner Vorgeschichte.” Schutzmaßnahmen für die Spieler, um sie vor Verletzungen zu schonen – eine vernünftige, in nicht vielen Bundesliga-Klubs übliche Vorgehensweise, die sich mit Blick auf die kommenden Wochen in der Liga und mit Blick auf das Ziel Europa noch als wichtig und entscheidend erweisen könnte. Denn ihr Fehlen demonstrierte, wie essentiell sie für das Kölner Spiel sind.

Am Dienstag ging dem FC ohne sie die Stabilität verloren. Weder Artjoms Rudnevs noch Simon Zoller sind gelernte Flügelspieler, konnten über ihre Außenpositionen nie annähernd so viel Druck erzeugen wie Clemens und Bittencourt. Ebenso merkte man ihnen in der Rückwärtsbewegung an, dass sie eben doch gelernte Stürmer sind. Salih Özcan hingegen war mit der Pokal-Atmosphäre und der harten Hamburger Gangart überfordert und geriet im Kölner Zentrum arg unter die Räder. Eine Erfahrung, die den 19-Jährigen reicher und besser machen dürfte. Doch am Dienstagabend gehörte er zu den vielen Elementen im Effzeh-Spiel, die nicht ineinander griffen.

Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer

Es gab schon einmal eine Phase in dieser Saison, als Köln ohne Außenspieler agieren musste – nach Marcel Risses Kreuzbandriss in den letzten drei Spielen vor der Winterpause. In dieser Phase entschied sich Stöger für ein 5-2-3 mit massiver Defensive und drei Angreifern. Am Dienstag behielt er das zuletzt so erfolgreiche 4-4-2 bei. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer – aber vielleicht werden die nächsten Wochen noch erweisen, dass das Pokal-Aus auch etwas Gutes hatte: die körperliche Unversehrtheit der Schlüsselspieler, um in die Europa League einzuziehen.

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