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Rot für Hartel – aber die U21 mit drittem Sieg in Folge

Die U21 des 1. FC Köln hat ihren Aufwärtstrend fortgesetzt und bei Fortuna Düsseldorf II mit 2:1 (1:0) gewonnen. Trotz einer Roten Karte für FC-Profi Marcel Hartel konnten die Geissböcke die Unterzahl noch zum Siegtreffer nutzen.

Düsseldorf – Ohne Stanley Ratifo musste die Elf von Patrick Helmes in Düsseldorf auskommen. Der Angreifer wurde für die Nationalmannschaft Mosambiks berufen und fehlte der U21 für das Spiel unter der Woche im Paul-Janes-Stadion. Dafür konnte der Effzeh auf Sven Müller, Marcel Hartel und Lukas Klünter von den Profis zurückgreifen.

Moment des Spiels

Es lief die 78. Spielminute, als Marcel Hartel circa 40 Meter vor dem gegnerischen Tor gefoult wurde. Der Mittelfeldspieler war sauer, sprang auf und ließ sich zu einer Rangelei mit seinem Gegenspieler hinreißen. Schiedsrichter Sven Waschitzki sah zudem ein Spucken des Kölners und zögerte keine Sekunde – Rot für Hartel! Aber auch Freistoß für den Effzeh. Und als dieser eine Minute später in den Düsseldorfer Strafraum segelte, reagierte Nico Perrey am schnellsten und traf unmittelbar nach dem Platzverweis für Hartel zum Siegtreffer für den Effzeh.

Das Spiel in zwei Akten

Der 1. FC Köln wollte unbedingt den dritten Sieg in Folge und den Sprung auf Platz sechs in der Tabelle. So begannen die Geissböcke. Marius Laux (11.) und Roman Prokoph (16.) vergaben früh zwei große Möglichkeiten, ehe es hieß: Aller guten Dinge sind drei. Klünter flankte von rechts, Michael Klauß rauschte heran und drückte das Leder volley über die Linie (25.). Die Führung war verdient, doch Minuten später schon wieder glücklich. Denn die Fortuna antwortete fast im Gegenzug. Froese schlenzte das Leder vom Strafraumeck Richtung Torwinkel, doch Müller flog lehrbuchhaft und parierte stark. So ging es mit einer knappen, aber aufgrund der Torchancen verdienten Führung in die Halbzeitpause.

Marcel Hartel. (Foto: Bela Bopp)

Nach dem Seitenwechsel drängte die Fortuna sofort auf den Ausgleich. Dieser hätte schon in der 55. Spielminute fallen können, als Sven Müller erst gegen Shunya Hashimoto parierte und dann auch noch den Abpraller von Malte Berauer von der Linie kratzte. Eine Viertelstunde vor Schluss war es dann aber soweit. Jonas Hildebrandt rutschte beim Spielaufbau aus, Kianz Froese nutzte den Patzer und schoss zum Ausgleich ein. Als es schien, die Gastgeber seien auf dem Weg zur Führung, flog Hartel vom Platz. Dass wenige Sekunden der Siegtreffer für Köln fiel und Müller zwei Minuten vor dem Ende den Sieg mit einer Klasse-Parade festhielt, schien in dem Moment des Platzverweises undenkbar. Doch den Kölnern war es nach dem Spiel herzlich egal.

Fazit

Der Sieg bedeutet die Punkte 38, 39 und 40 sowie der fast sichere Klassenerhalt für den Effzeh. Nach der Zittersaison aus dem Vorjahr eine positive Entwicklung unter Patrick Helmes. Drei Siege in Folge sind ein Zeichen, dass die Mannschaft nach dem großen Umbruch im vergangenen Sommer zusammenwächst. Und dennoch: Mit der Leistung in der zweiten Halbzeit und der Unbeherrschtheit Hartels dürfte beim Effzeh niemand zufrieden sein.

So spielte der Effzeh

Müller – Klünter, Perrey, Siemann, Laux – Hildebrandt, Kovacic (58. Bauer) – Ouahim (81. Kusic), Hartel, Klauß – Prokoph (75. Ban)

Tore

0:1 Klauß (25.)
1:1 Froese (74.)
1:2 Perrey (80.)

3 Kommentare
  1. rain man
    rain man says:

    Marcel Hartel ist ein Talent. Er muss aber darauf achten, dass er die richtige Einstellung zum Profitum findet, hart an sich arbeitet und sich nicht leichtfertig selbst überschätzt. Sonst besteht die Gefahr, dass er wie z.B. Adil Chihi als ewiges, nicht eingelöstes Versprechen in die Annalen des FC eingehen wird. Wäre schade.

  2. hapeen
    hapeen says:

    Nichts gegen Hartel, aber vom Talent her war Chihi eine andere Nummer.
    Der hatte alles.
    Hier kommt wieder einmal zum tragen, das Talent alleine gar nichts ist.
    Erst mit der richtigen Einstellung, viel Arbeit und den richtigen Trainer wird aus einem Talent
    ein guter Spieler.
    Nach meiner persönlichen, subjektiven Einschätzung wird aus Hartel ein guter Zweitligaspieler, was ja auch nichts schlechtes ist. Er ist vom Talent her, von den Möglichkeiten
    kein Özcan.

  3. schmiddel
    schmiddel says:

    Bei den wenigen Kurzeinsätzen im vergangenen Jahr sah man,daß Hartel ein extrovertierter Typ ist .Seine „Auftritte“ vor der Südkurve kommen sicher nicht bei jedem (auch nicht den Trainern) gut an,zumal er einen Beweis seiner Leistungsfähigkeit noch schuldig geblieben ist.Ob er ein guter Zweitligaspielen ist oder mehr kann ich nicht beurteilen.Seine Außendarstellung ist jedenfalls nur Kreisklassenniveau.

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