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Das große Stöger-Interview: "Nehmen Europa nicht nur mit"


Waren das Tor von Lukas Klünter gegen Leverkusen und das Tor zum 2:0 gegen Mainz, als Milos Jojic den Ball für Yuya Osako aufgelegt hat, beispielhaft für diese Saison? Für die Geschichten der Spieler, die man nicht auf dem Zettel hatte?
Da muss man etwas unterscheiden. Für Yuya habe ich mich immer stark gemacht. Bei Milos waren wir an dem Punkt, an dem wir gesagt haben: Wir versuchen es noch mal, aber vielleicht greift es eben doch nicht. Wir hatten immer eine gute Basis, aber er musste sich reinkämpfen und viel investieren, um dahin zu kommen, wo er nun zum Schluss war. Und die Geschichte von Klünti wurde in der Endphase der Saison geboren, während wir gerade etwas Salih Özcan vergessen, der im Herbst richtig gut drauf war und uns geholfen hat.

Wir nehmen Europa nicht nur so mit

Andererseits hatten Spieler wie Dominic Maroh, Pawel Olkowski, Simon Zoller eine schwierige Saison. Wie gehen Sie mit diesen Jungs in die neue Saison?
Da verweise ich wieder auf Milos Jojic, der sehr wenig gespielt hat, dann plötzlich da war und nun ein wichtiger Spieler in der Endphase sein konnte. Der Unterschied zu den anderen Spielern, die Sie genannt haben, war: Milos war in der Phase, in der er nicht gespielt hat, kaum verletzt. Er konnte an sich arbeiten. Andere Spieler hatten immer wieder Verletzungen. Dome hat es in dieser Saison sogar zweimal schwer getroffen, Pawel punktuell und Zolli immer wieder mit kleineren Geschichten. Für alle drei wird es wichtig sein, die volle Sommer-Vorbereitung mitzumachen.

Wie bei Marco Höger auch.
Genau. Er hat lange in der Saison sehr viel gespielt und war sehr wichtig für uns. Gegen Ende ist ihm dann der Schmalz ausgegangen.

Den Schmalz wird Ihre Mannschaft in der kommenden Saison noch mehr brauchen. Durch die Europa League kommen mindestens sechs Pflichtspiele dazu. Was verändert sich durch die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb?
Wir haben jetzt zwei Jahre lang davon geredet, dass es für uns mit einer außergewöhnlichen Saison möglich sein kann nach Europa zu kommen, wenn von den großen Klubs welche schwächeln. Augsburg, Mainz und Freiburg haben sich auch in den vergangenen Jahren für Europa qualifiziert – und nun wir. Ich habe aber keine Lust jetzt darüber zu reden, dass es für diese Klubs in der folgenden Saison jeweils schwerer geworden ist. Wir nehmen Europa nicht nur so mit. Wir werden das hinbringen, spielen für den sportlichen Erfolg. Es wird eine körperliche, vor allem aber mentale Herausforderung. Aber die Bundesliga bleibt unser täglich Brot. Dafür stellen wir uns auf.

Wir werden sicher nicht acht andere Jungs rausschicken

Sie haben die körperliche Belastung angesprochen. Nehmen wir Anthony Modeste: Er hat alle 34 Spiele gemacht. Er ist das beste Beispiel dafür, dass Sie den Kader breiter aufstellen müssen, oder?
Aber Tony läuft auch am wenigsten! (lacht) Nein, ernsthaft: Erst mal ist es gut zu wissen, dass wir eine normale Vorbereitung haben werden ohne Quali-Runden. Das ist das große Plus. Und dann bin ich kein Freund von Rotation. Wenn der Kader stimmig ist, die Leistung passt, geht es um die Trainingssteuerung, um alle drei, vier Tage frisch zu sein. Körperlich ist das möglich, davon bin ich überzeugt. Idealerweise ist der Kader gut genug aufgestellt, sodass es eine Frage der aktuellen Form sein wird, wer spielt. Und natürlich Frage, was die Veränderung mental bei den Jungs bewirkt.

Also keine Rotation?
Wir werden sicher nicht in einem Bundesliga-Spiel acht andere Jungs rausschicken, weil wir vier Tage später ein wichtiges Europa-League-Spiel haben. Oder umgekehrt. Das würde ich zum jetzigen Zeitpunkt ausschließen.

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