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Kommentar: FC-Profis und Fans verdienen beidseitigen Kredit


Der 1. FC Köln ist mit vier Niederlagen in die Bundesliga-Saison 2017/18 gestartet. Unbestritten kommt damit der Partie gegen Eintracht Frankfurt am Mittwochabend eine besondere Bedeutung zu. Doch bei aller Unruhe dürften Klub und Fans jetzt nicht vergessen, wo der Effzeh herkommt.

Köln – Ein Rückblick: Vor vier Jahren, im Sommer 2013, startete der 1. FC Köln in Liga zwei mit acht Profis in die Vorbereitung. Trainer Peter Stöger übernahm und legte, nachdem der Kader zusammengestellt war, mit drei Unentschieden einen Fehlstart in die Zweitliga-Saison hin, obwohl die Geissböcke unbedingt aufsteigen wollten.

Drogen vernebeln oft den Blick auf die Realität

Diese drei Unentschieden und Platz 13 in Liga zwei wirken im Verhältnis zu den Saisonzielen ähnlich jenen vier Niederlagen, die der 1. FC Köln nun, vier Jahre später, zum Saisonauftakt der Bundesliga erlitten hat. Denn obwohl die Geissböcke sich in dieser Spielzeit 17/18 zum Ziel gesetzt haben, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen, dürfte jedem am und um das Geißbockheim bewusst sein, dass es in den kommenden Monaten nur darum gehen wird, auch im vierten Jahr in Folge den Klassenerhalt so früh wie möglich zu sichern. Die Europa-League-Qualifikation mag sich wie ein Aphrodisiakum anfühlen. Doch Drogen vernebeln allzu oft den klaren Blick auf die Realität, und die heißt: Für den 1. FC Köln darf die Bundesliga nach 20 fatalen Jahren noch immer nicht wieder selbstverständlich sein.

In den letzten Jahren gab es mehrere Top-Klubs, die Fehlstarts hinlegten: Borussia Dortmund mit sieben Punkten aus zehn Spielen (2014/15), der FC Schalke 04 mit zwei Punkten aus vier Spielen (14/15) und sogar mit fünf Niederlagen in den ersten fünf Partien (16/17). Borussia Mönchengladbach durchlitt die gleiche Durststrecke eine Spielzeit früher (15/16). Diese Mannschaften standen zu dieser Zeit allerdings personell vergleichsweise stärker da als der 1. FC Köln heute. Sie konnten sich auf ihre Klasse verlassen, um die Wende zu schaffen. Der Effzeh dagegen konnte sich in den letzten Jahren auf andere Qualitäten verlassen: auf die mannschaftliche Geschlossenheit und auf die Unterstützung von den Rängen.

Geschlossenheit ist gefragt

Alle Seiten, Verantwortliche, Spieler und Fans, sollten deshalb nicht vergessen, wo der Klub herkommt. Die Fans hielten dem Effzeh in einer der schwierigsten Phasen in der Vereinsgeschichte die Treue und trugen den Effzeh auf einer Welle der Euphorie zurück in die Bundesliga. Die Klub-Bosse und Spieler sollten dies nicht vergessen und den Graben zu den Anhängern nicht vergrößern, indem 50 Idioten in London zur repräsentativen Masse hochstilisiert werden. Die Anhänger im RheinEnergieStadion wiederum sollten aber am Mittwochabend ebenso in Erinnerung behalten – egal, wie das Spiel laufen sollte – was die Mannschaft in der letzten Saison erreicht hat und dass dieser erspielte Kredit nicht am fünften Spieltag wieder aufgebraucht sein kann.

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