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Offener Brief an Vorstand: FC-Fans kämpfen um Müngersdorf

Die Fans des 1. FC Köln kämpfen um den Standort Müngersdorf. Der Südkurve 1. FC Köln e.V. hat am Montag einen offenen Brief an den Vereinsvorstand der Geissböcke veröffentlicht und darin Antworten auf zahlreiche Fragen verlangt, wie in der Stadionfrage verfahren werden wird und warum.

Köln – Dem 1. FC Köln steht eine entscheidende Woche bevor. Sportlich sind die Spiele gegen Eintracht Frankfurt (Mittwoch) und Hannover 96 (Sonntag) essentiell für den weiteren Verlauf der Saison. Aber auch politisch kochen die Emotionen eine Woche vor der Mitgliederversammlung am 25. September hoch.

Über ein Dutzend Fragen an den FC-Vorstand

Nun haben sich die Fans des 1. FC Köln mit einem Fragenkatalog an den Vorstand gerichtet und erbitten Antworten auf viele Fragen rund um den Streitpunkt RheinEnergieStadion. Das Müngersdorfer Stadion, „dieser Sehnsuchtsort aller FC-Fans, darf nur aufgegeben werden, wenn sich dies nach sorgfältiger Prüfung und öffentlicher Diskussion als tatsächlich unvermeidbar erweist und daher dann auch die notwendige Zustimmung der Mitglieder fände“, heißt es nun in dem offenen Brief. Darin formulieren die Autoren unter anderem folgende Fragen:

  • Warum ist ein Stadion mit einer Kapazität von 75.000 zwingend notwendig?
  • Für welche Nutzergruppen (VIP, Stehplätze etc.) besteht zukünftig welcher Bedarf?
  • Nach welcher exakten Rechnung ergeben sich 15 Mio. Euro Umsatzsteigerung durch ein Stadion mit 75.000 Zuschauern?
  • Wie hoch wären die Kostenplanungen für ein Stadion an einem neuen Standort?
  • Woher würde der Verein das dafür benötigte Eigenkapital nehmen?
  • Mit welchem Typus Investor sind bereits Gespräche geführt worden oder sind Gespräche geplant, um einen Teil der Kosten zu tragen?
  • Woher würde das Fremdkapital kommen?
  • Welche Sicherheiten kann der Verein stellen?
  • Welche Risiken stehen welchem Gewinn gegenüber?
  • Um welchen Betrag würde sich der Gewinn bei einem neuen Stadion erhöhen und ab welchem Jahr der Planung?
  • Ist der Mitgliederrat in die Planungen involviert?
  • Wie ist die Meinung des Gemeinsamen Ausschusses?
  • Wann werden die konkreten Ergebnisse der Standortanalyse veröffentlicht?
  • Was sind die Ergebnisse der Untersuchungen bezüglich eines alternativen Standortes?
  • Was würde der Abzug des FC für Müngersdorf, den Grüngürtel und einen potentiellen neuen Standort bedeuten?
  • Warum suchen die Verantwortlichen nicht mit den Fans und der Stadt Köln den Schulterschluss, um einen Erhalt des Standortes Müngersdorf nachhaltig zu ermöglichen?

Der offene Brief endete mit dem Appell, „sich jener Verantwortung gegenüber unserem Verein bewusst zu werden und Antworten auf die genannten Fragen zu geben, bevor der Stadionstandort Müngersdorf überhaupt nur ernsthaft zur Diskussion gestellt wird“. Und weiter: „Der Südkurve 1. FC Köln e.V. tritt für die weitere Nutzung des jetzigen Stadions ein. Ein wenig angepasst und modernisiert, entspricht unser heutiges Stadion auch in der nahen bis mittleren Zukunft den Bedürfnissen aller Besucher.“ Man darf gespannt sein, wie der Vorstand auf der Mitgliederversammlung dazu Stellung beziehen wird.

Den offenen Brief in voller Länge gibt es hier.

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3 Kommentare
  1. NICK says:

    Teils etwas in Rage geredet, aber ansonsten sind das die Fragen und Bedenken, die mich auch umtreiben und auch die Tendenzen im Verein benennt die mir nicht gefallen. Ich glaube aber nicht, dass dieser Brief öffentlich beantwortet werden wird, was ich schade finde. Ähnlich wie ich die Nichtbeachtung der Initiative „100% FC“ schade finde, auf die der Effzeh ja leider auch nicht zu zu gehen scheint…

    • Dieter says:

      Ich habe momentan den Eindruck, dass beim FC zu viele Baustellen offen sind, oder als solche deklariert werden.
      Ich finde es gerade zu befremdlich, wenn man sich heute mit dem Thema Stadionneubau befasst. Es sollte der FC doch erst einmal dauerhaft in der Bundesliga etabliert werden. Danach sieht es nun wirklich nicht aus. Entscheidend ist doch nicht die Frage, wie viele Millionen in Zukunft eingenommen werden können, sondern wie man mit den vorhandenen Mitteln das optimale umsetzt. Die Modeste Millionen haben den Club sportlich kein bisschen weiter gebracht. Man geht den 2. vor dem 1. Schritt. Dieser wäre ganz klar gewesen, sich sportlich so aufzustellen, dass der Klassenerhalt sicher geschafft wird, dass man im DFB Pokal nicht wieder frühzeitig ausscheidet und das in der Euroleague man in die KO-Phase kommt, dann gibt es nämlich wirklich Millionen zu verdienen. Mit diesem Geld könnte ein Top Regisseur, 2 Super Außenstürmer und eine vernünftige Defensive finanziert werden. SO Wird das NIX.

  2. OlliW says:

    Ja, richtig! Angesichts der momentanen Gemütslage, der sportlich beängstigenden Talfahrt und dem ganzen Drumherum scheint es nicht angebracht, allzu sehr auf die gewünscht goldene Zukunft zu schielen. Ganz so, als ob es ganz von alleine und automatisch immer wo weiter aufwärts ginge wie seit 2013.
    Auf dem letzten Tabellenplatz stehend mit all diesen Hammer-Aufgaben vor der Brust wirkt der Blick auf ein 75-Tausender Stadion absolut aberwitzig. Da lugt ja fast der alte kölsche Größenwahn wieder durch die Hintertür. Der FC kämpft gerade ums sportliche Überleben. Das ist krass und hart und war so nicht zu erwarten. Aber et is esu.

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