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Wird das Europa-Comeback in Müngersdorf ein Fest?

Müngersdorf wird wieder europäisch: Am Donnerstag ist es endlich soweit, dann lädt der 1. FC Köln zum ersten Heimspiel auf europäischer Bühne seit 25 Jahren. Roter Stern Belgrad kommt nach Köln. Es steht ein feuriges Duell bevor – nicht nur auf dem Platz.

Köln – Am Montag gab es das verspätete Lob von Präsident Werner Spinner für den überwiegenden Teil jener Fans des 1. FC Köln, die vor zwei Wochen London zu einer großen kölschen Party verwandelt hatten. „Wir haben keine Schande von London erlebt, sondern die emotionalste Invasion im Fußball erlebt, die man sich vorstellen kann“, sagte der FC-Präsident auf der Mitgliederversammlung, verurteilte gleichsam aber auch die Gewalt, die von rund 50 Anhängern ausgegangen war.

Größeres Polizei-Aufgebot als gegen Gladbach

Eine solche Invasion wie jene der FC-Fans in London ist aus Belgrad zwar nicht zu erwarten. Doch die Roter-Stern-Anhänger sind bekannt für ihre stimmungsvollen Auswärtsreisen – und gefürchtet für einige gewaltbereite Hooligans. Die Kölner Polizei wird mit über 2000 Beamten versuchen die Stadt und das Stadion zu sichern, wenn nicht nur rund 2700 serbische Fans in der Domstadt erwartet werden, sondern auch 500 gewaltbereite Anhänger des Hauptstadt-Klubs, die in der Vergangenheit immer wieder für Skandale in und außerhalb der Stadien gesorgt haben. Die Kölner Polizei, die das Sicherheitskonzept deutlich umfangreicher angelegt hat als beispielsweise bei einem Heim-Derby gegen Borussia Mönchengladbach, gab zudem bereits bekannt, dass man sich auf einen Fanmarsch der Serben in Richtung Stadion vorbereite.

Die UEFA wird ganz genau hinschauen, wie der Effzeh zusammen mit den Sicherheitsbehörden die Fan-Betreuung und die Frage der Sicherheit lösen wird. Schließlich stehen die Geissböcke nach den Vorfällen von London unter Beobachtung eines Sonderermittlers, der die Geschehnisse rund um das Emirates Stadium bewerten soll. Der FC hatte dem Gastgeber Arsenal eine erhebliche Mitschuld an den Vorkommnissen gegeben. Da wäre es hilfreich, wenn das erste Heimspiel des 1. FC Köln in der Europa League seit 25 Jahren zu einem friedlichen Fest werden würde.

Effzeh will ersten Punktgewinn in der Europa League

Derweil wird am Mittwoch das offizielle Vorspiel zum Duell am Donnerstag (Anpfiff um 19 Uhr) beginnen. Roter Stern wird ebenso wie der Effzeh die UEFA-Pressekonferenz im RheinEnergieStadion abhalten. Die Belgrader werden zudem eine Trainingseinheit in Müngersdorf absolvieren. Peter Stöger will seinen FC dagegen nach aktuellem Stand wie gewohnt am Geißbockheim auf das Heimspiel vorbereiten. Das Duell gegen Belgrad gibt dem Effzeh die Möglichkeit, nach dem Punktgewinn in Hannover auch in der Europa League erstmals zu punkten. Es wäre eine Bestätigung der positiven Signale, die die Mannschaft am Sonntag insbesondere in der zweiten Hälfte gesendet hatte.

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4 Kommentare
  1. NICK
    NICK says:

    Tja. Eigentlich machen wir den selben Fehler wie Arsenal und geben dem Gastverein nicht genügend Tickets. Was natürlich auch damit zu tun hat, dass Belgrad uns auch nur 3000 Plätze auswärts zugeteilt hat. Letzt endlich liegt der Fehler aber bei der UEFA die nur 5% der Tickets für die Gäste vorschreibt. Wobei dies natürlich bei den meisten Mannschaften reichen wird, aber die Traditionsvereine kommen eben doch mit mehr Leuten. Und wer 1000km reist und dann nicht das Spiel im Stadion sehen kann, der ist dann eben schlecht gelaunt. Gibt bestimmt viel Arbeit für die Polizei…es wäre einfacher die Leute ins Stadion zu lassen und wenn sich die Vereine scheinbar darüber nicht einigen können, sollte die UEFA das Gastkontigent auf 10% hochsetzen und erst wenn dies nicht abgerufen wird, an die Heimmannschaft zurück geben.

    Ich hoffe das geht hier glatt über die Bühne, sonst werden wir entsprechend in Belgrad empfangen und viele haben ja wieder Tickets die nicht im Gastbereich liegen…

  2. Robert H.
    Robert H. says:

    Nun ja, das RES wird doch morgen wohl ausverkauft sein, oder nicht? Ich denke, das ist schon ein gewaltiger Unterschied zu Arsenal.
    Im übrigen halte ich es für sinnvoller, das Gästekontigent zu erweitern, falls die Nachfrage der Heimfans ausbleibt als umgekehrt. Wenn ein sehr hohes Gastkontigent abgerufen wird, so stehen doch von vorneherein Tausende eigene Fans auf dem Schlauch. Wozu sollte das gut sein?

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