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„Deplatziert!“ Stöger kritisiert DFL-Boss Seifert

Mit dieser Aussage hat sich DFL-Geschäftsführer Christian Seifert beim 1. FC Köln offensichtlich keine Freunde gemacht. Der Liga-Boss hatte die deutschen Europa-League-Teilnehmer ermahnt, die europäischen Auftritte ernster zu nehmen. Peter Stöger wies die Kritik nun deutlich zurück.

Köln – Sechs Mannschaften, sechs Niederlagen: So lautete das Ergebnis aus Champions League und Europa League am zweiten internationalen Spieltag. Ein Schock für die erfolgsverwöhnte Fußball-Seele in Deutschland. Und wenn Bundestrainer Joachim Löw schon sagt, dass er das „alarmierend“ findet und sich schon „seit Jahren“ darüber Gedanken macht, wie stark die Bundesliga wirklich ist, dann muss der deutsche Fußball doch ein echtes Problem haben. Oder nicht?

Seifert nimmt ausgerechnet die Bayern in Schutz

Christian Seifert zumindest denkt so. Er ist der Mann, der die Bundesliga nach vorne gebracht hat. Zumindest das, was er vorne nennt. Am Samstag im „Aktuellen Sportstudio“ klang dies so: In drei Dimensionen sei die Liga als nationaler Wettbewerb gut aufgestellt. „Sportlich sehen wir in dieser Saison bislang einen ziemlich ordentlichen Wettbewerb. Bei den Zuschauern kommt die Liga gut an, die Stadion sind zu 92 Prozent ausgelastet. Auch die TV-Quoten sind gut. Und finanziell läuft die Bundesliga auf Rekordjahr zu.“ Alles paletti also.

Wenn da nicht diese Versager im internationalen Wettbewerb wären. Wobei, alle Versager? Nein, ausgerechnet der FC Bayern und Borussia Dortmund, so Seifert, dürfen verlieren – also die beiden Teams, die den anderen Mannschaften in Deutschland meilenweit enteilt sind. „In der Champions League hat sich viel entwickelt, der Druck an der Spitze ist unglaublich. Ehrlich gesagt finde ich es ungerechtfertig zu sagen, die Bayern müssen Paris aus dem Stadion schießen oder Dortmund darf nicht gegen Real Madrid verlieren.“ Aber, so Seifert, die Leistungen der deutschen Europa-League-Teilnehmer sind der Bundesliga schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Auch in dieser Saison, namentlich die Hertha aus Berlin, 1899 Hoffenheim und eben der 1. FC Köln.

Die Europa League mindestens genau so ernst nehmen

Während Seifert die Bayern und Dortmund ausklammerte, weil der DFL-Boss keine pauschale Verurteilung vornehmen wollte, pauschalisierte er in Sachen Europa League ziemlich wortgewaltig: Er sehe die „Tendenz seit mehreren Jahren“, begann Seifert. „Lange Jahre hieß es, uns fehlen die finanziellen Mittel. Diese Ausrede gibt es nicht mehr.“ Natürlich habe er Verständnis dafür, dass die Mannschaften den Fokus auf die Bundesliga legen würden, „aber man muss die Europa Leauge mindestens genau so ernst nehmen“. Man beachte das Wort „mindestens“.

Weiterlesen: Vorrunde nur ein Witz? Stöger wird deutlich

3 Kommentare
  1. NICK
    NICK says:

    Also, ich hab das Interview gesehen und fand es gar nicht schlimm. Seifert hat ja erklärt, das in der BL es immer wieder Überraschungsteams gebe, die es nach Europa schaffen. Denen würden dann die besten Spieler weggekauft und mit dem neu formierten Kader wird es dann für diese Teams schwer…find ich absolut nachvollziehbar…ebenso den Satz, dass man nicht erwarten kann, das Bayern sicher Paris auswärts schlägt und ebenso, dass man nicht erwarten kann, dass der BVB sicher gegen Real gewinnt.

    Auch finde ich die Erwartungshaltung richtig, dass die Teams der Bundesliga, den Anspruch haben sollten die Gruppenphase zu überstehen. Den Anspruch habe ich auch, wenn wir mit unserem 105 Millionen-Kader gegen Belgrad oder Borisov spielen, die einen Kaderwert von etwas über 20-30 Millionen haben – das ist mittleres Zweiliga-Niveau. Klar hat ein Pokal seine eigenen Gesetzte, aber gegen Belgrad und Borisov sind wir klar in der Favoritenrolle und ein Ausscheiden in der Gruppenphase ist ein Enttäuschung für den deutschen Fussball.

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