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Suche nach Erfolg: Der Teufel steckt im Detail

Der 1. FC Köln hat noch drei Tage Zeit, um sich auf das nächste Bundesliga-Spiel beim VfB Stuttgart vorzubereiten. Am Montag gab es eine längere Ansprache des Trainers an die Mannschaft. Es geht um die letzten Details, die das Team braucht, um wieder erfolgreich zu sein.

Köln – Peter Stöger verbrachte den Montagabend mit einer Altherren-Truppe. Nicht, weil Alexander Bade mit dabei war, sondern weil die beiden Freunde nach Düsseldorf zum Rolling-Stones-Konzert fuhren. Auf der Bühne stehen bei den Stones bekanntlich keine Musiker, keine Band, sondern alte Freunde. Mehr als nur eine Zweckgemeinschaft.

Wir diskutieren, ob wir was übersehen haben

„Sympathy for the Devil“ spielten die Stones an diesem Abend unter anderem. Mick Jagger sang über den Teufel, der sich in fast jeder Gestalt zeigen kann. In einer vergebenen Torchance, in einem Pfosten- oder Lattentreffer, in einem missglückten Rückpass, einem verlorenen Kopfballduell, in einem Platzfehler, einer Verletzung, einer falschen Schiedsrichter-Entscheidung, in einem geplatzten Transfer oder in einer falschen Personalauswahl des Trainers. Der Teufel steckt im Detail – wenige Menschen können darüber aktuell mehr berichten als die Sportlichen Leiter beim 1. FC Köln.

„Es fehlt nicht viel“, hatte Manager Jörg Schmadtke nach der letzten Niederlage gegen Leipzig gesagt. Seitdem ist der FC auf der Suche nach diesem letzten Bisschen, nach der entscheidenden Zutat, die noch fehlt, um nicht nur endlich den ersten Saisonsieg einzufahren, sondern damit auch die Wende einzuleiten zu einer, so hofft man am Geißbockheim, doch noch halbwegs erfolgreichen Saison. „Klar diskutieren wir immer wieder, ob wir was übersehen haben, noch eine andere Idee haben“, sagte Stöger vor der Fahrt nach Düsseldorf. „Aber in Wahrheit zählt, was wir jeden Tag auf dem Platz machen.“

Längere Ansprache an das Team

Am Montag sah Stöger auf dem Rasen einiges, was ihm gefiel – ein langer Sprint von Sehrou Guirassy zurück bis zum eigenen Tor, um Jannes Horn am Schuss zu hindern, ein Lupfer von Milos Jojic über Thomas Kessler hinweg, ein Schuss von Leonardo Bittencourt in den Winkel. Er sah aber auch Dinge, die ihm nicht gefielen – Nachlässigkeiten im Zweikampfverhalten, falsche Laufwege, Fehlpässe, technische Ungenauigkeiten. Teuflische Details eben.

„Die Situation macht etwas mit den Menschen“, sagte Stöger hinterher. Auch mit ihm, der spürt, dass der Stressfaktor zunimmt. „Ich wache nachts nicht schweißgebadet auf, aber es beschäftigt mich genauso wie die Jungs.“ Auch deswegen nahm der Österreicher seine Spieler nach dem Trainingsspiel am Montag zu einer Ansprache zusammen. „Sie war auf das Trainingsspiel bezogen“, sagte Stöger hinterher, konnte sich aber ein Lachen nicht verkneifen. Denn die Ansprache hatte deutlich länger als üblich gedauert. „Es war eben ein besonderes Spiel.“ Natürlich ging es um mehr. Um Stuttgart, um das nächste Spiel, um die Sehnsucht nach dem ersten Sieg. Denn erst dann kann es am Geißbockheim wieder das geben, was Mick Jagger nie wird erlangen können: Satisfaction.

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