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Die Schmadtke-Zäsur: Viele Fehler und ihre Folgen

Das Ende der Ära Jörg Schmadtke stellt für den 1. FC Köln eine Zäsur dar. Vier Jahre ging es unter dem Sportchef stets bergauf, in den letzten fünf Monaten dagegen nur noch bergab. Nun der harte Schnitt. Wie hatte es dazu kommen können? Eine Spurensuche.

Köln – Jörg Schmadtke ist nicht mehr Manager der Geissböcke. Der 53-Jährige hat im Sommer Fehler gemacht, die falschen Spieler geholt, nicht die richtigen Spieler abgegeben und bei anderen Spielern nicht energisch genug versucht diese zu verpflichten. Doch die Transferpolitik war nur ein Problem des FC in den letzten fünf Monaten. In dieser Zeit entstanden öffentliche Diskussionen in verschiedenen Bereichen, die den Klub belasteten. Zusammengenommen wogen sie zuletzt immer schwerer.

1. Der sportliche Kollaps der FC-Teams

Zunächst der Ist-Zustand: Die Profis sind Letzter in der Bundesliga. Die U21 ist Letzter in der Regionalliga. Die Frauen sind Letzte in der Allianz-Bundesliga. Die zweite Frauen-Mannschaft hat ebenfalls keinen einzigen Punkt geholt und ist nur wegen des nicht ganz so schlechten Torverhältnisses Vorletzter. Alle vier Erwachsenen-Teams des FC absolvierten zusammen in dieser Saison bislang 32 Ligaspiele. Nur die U21 gewann eines davon. Ein Sieg aus 32 Spielen – das ist die sportliche Realität des 1. FC Köln im Oktober 2017.

2. Mit der China-Reise begann alles

Der Effzeh zog am 20. Mai 2017 in die Europa League ein. Doch statt sich eine Woche lang von den Fans auf einer Welle der Glückseligkeit durch Köln tragen zu lassen, musste der FC-Tross schon am nächsten Tag zu einer viertägigen Reise nach China aufbrechen. Ein Programm, auf das weder Spieler noch Verantwortliche Lust verspürten. Das Problem dabei wurde erst später sichtbar: Jede Europa-Euphorie im Team erstarb, noch bevor sie so richtig ausgelebt werden konnte.

3. Das Tief des Peter Stöger

Noch am 20. Mai versank Peter Stöger in einem Loch. Der Trainer gab später offen zu, sich nach dem größten FC-Erfolg der letzten 25 Jahre leer gefühlt zu haben. Er zog sich zurück, nach feiern war ihm nicht zumute. Er musste sich erst darüber klar werden, wie es weitergehen sollte. Anfragen anderer Klubs gab es, Stöger entschied sich am Ende aber für den FC. Noch zu Vorbereitungsbeginn schien er nicht gänzlich wieder der Alte, dann kehrte er in den Angriffsmodus zurück. Dennoch: Spieler und Manager hatten die zwischenzeitliche Veränderung wahrgenommen. Zwischen Stöger und Schmadtke entstand in dieser Zeit eine größere Distanz, die – allen Beteuerungen zum Trotz – nie wieder ganz verschwand.

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4 Kommentare
  1. Ali Perez
    Ali Perez says:

    Nur wer nichts macht, macht nichts falsch.
    Man sollte jetzt nicht jeden Nebenkriegsschauplatz aufbauschen, um den Verein in ein noch schlechteres Licht zu stellen als es ohnehin erscheint. Sportlicher Misserfolg führt zwar immer dazu, dass alles hinterfragt wird. Aber mich nervt diese fatalistische Haltung der Medien, aus allem ein Spektakel machen zu wollen. Zum Beispiel versucht man Unfähigkeit zu konstruieren, weil der Vorstand noch keine Liste mit möglichen Nachfolgern für Schmadtke hatte. Obwohl man sich einen Tag vorher noch völlig überrascht zeigte, dass Schmadtke hingeschmissen hat. Ich würde es sehr merkwürdig finden, wenn es eine solche Liste schon gäbe. Wo man erst im Mai Schmadtkes Vertrag bis 2023 verlängert hatte. Ich finde die Lösung, um das Schmadtke-Vakuum aufzufangen, seht gut. Es bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft erfolgreicher spielt als zuletzt. Dann bleibt das Medienspektakel nämlich aus.

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