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Sammer ein Kandidat! Oder gibt’s das Duo Schmid/Stöger?

Der 1. FC Köln muss sich einen neuen Sportchef suchen und beginnt bei Null, weil niemand mit dem Abschied von Jörg Schmadtke gerechnet hatte. Die Geissböcke müssen sich in einem nicht gerade üppigen Feld an geeigneten Kandidaten umschauen. Matthias Sammer ist dabei offenbar bereits ins Blickfeld geraten.

Von Sonja Eich und Marc L. Merten

Köln – Werner Spinner redete nicht um den heißen Brei. „Es ist jetzt unsere Aufgabe, mit Sorgfalt einen Nachfolger zu suchen. Das werden wir sofort in Angriff nehmen, weil wir nicht darauf vorbereitet waren.“ Es überraschte durchaus, dass der Vorstand trotz der sportlichen Schieflage bis Montag nicht über die Eventualität diskutiert hatte, dass Schmadtke seinen Rückzug ankündigen oder der Vorstand gezwungen sein könnte, den Sportchef vor die Tür zu setzen. Doch während Schmadtke zuletzt eine Liste an alternativen Trainern zusammengestellt hatte, fehlte eine solche Liste möglicher Manager bislang in den Schubladen der Vorstandsmitglieder.

Sammer schwärmt von Stöger

Diese Liste gilt es nun aufzustellen, und sie könnte einige Namen umfassen: Klaus Allofs zum Beispiel, ehemaliger Kölner, Erfolgsmanager aus Bremen, der jedoch in Wolfsburg scheiterte. Georg Heitz, der erfolgreiche Ex-Sportdirektor des FC Basel. Jan Schindelmeiser, in Hoffenheim und zuletzt Stuttgart aktiv. Dietmar Beiersdorfer, der schon einmal in Köln in der Verlosung war, sein Ruf seit seiner Zeit beim HSV aber arg gelitten hat. Thomas Linke, der bei RB Salzburg lernte, Ingolstadt erfolgreich machte und doch den Abstieg nicht verhindern konnte. Auch die Namen Dirk Dufner, Christian Nerlinger, Robin Dutt, Thomas Eichin und sogar Oliver Kahn könnten fallen.

Mit Sicherheit öfter fallen wird der Name Matthias Sammer, und nach GBK-Informationen ist er das schon. Sammer stimmte in den vergangenen zwei Wochen gleich mehrfach Lobeshymnen auf Peter Stöger an, zollte dem Österreicher für dessen Menschenführung und spieltaktisches Verständnis großen Respekt. Der ehemalige Weltklassespieler steht zwar beim TV-Sender „Eurosport“ als Experte im Wort. Diese Verträge beinhalten aber branchenübliche Ausstiegsklauseln für eine Rückkehr ins aktive Geschäft. Sammer war zuletzt bis Sommer 2016 beim FC Bayern beschäftigt, stieg dort aber aus, weil er eine Auszeit benötigte. Ob er nun bereit wäre zurückzukehren?

Gedankenspiele mit Stöger und Schmid

Sicher scheint, dass sich der 1. FC Köln in dieser Frage Zeit nehmen wird. Und sicher scheint auch, dass Peter Stöger nach dem Abgang von Jörg Schmadtke trotz der sportlichen Schieflage sicher im Amt sitzt. Vielleicht sogar noch sicherer als ohnehin schon. Nun, da der Posten des Sportchefs verwaist ist, steht Stöger als sportlicher Leiter im Zentrum und hält alle Fäden in der Hand. Sportdirektor Jörg Jakobs arbeitete in den letzten zwei Jahren im Nachwuchs und soll die Transferplanung für den Winter mit dem Österreicher koordinieren. Ein Hinweis darauf, dass auch mittelfristig fest mit Stöger geplant wird.

Die Aufgaben des Sportchefs und Kaderplaners sind Stöger freilich nicht unbekannt. Austria Wien und First Vienna FC stand er bereits in dieser Funktion vor, ehe seine Trainerkarriere so richtig Schwung aufnahm. Sein Assistent Manfred Schmid äußerte gar einmal den Wunsch, irgendwann Cheftrainer einer Mannschaft zu sein – unter dem Sportlichen Leiter Peter Stöger. Eine denkbare Option auch für den 1. FC Köln? Das muss der Vorstand nun evaluieren.

8 Kommentare
  1. Prior Philip
    Prior Philip says:

    Über Duffner und Eichin nachzudenken ist schon echt hart – aber Dutt…. Das schlägt bitter aufs Gemüt.
    Liebe Autoren vom GBK, bitte bitte lasst solche Späße in Zukunft. Schindelmeiser war auch mein erster Gedanke, Sammer zu irreal
    Erstmal muss ich Schmaddis Abgang verarbeiten bevor ich mein Herz wieder für einen neuen Sportchef öffnen kann. (;

  2. Marc L. Merten
    Marc L. Merten says:

    Liebe Leute, ein Sauerstoff-Zelt wird nicht nötig sein. ;) Wir haben geschrieben, dass diese Namen fallen „könnten“, und das auch nur, weil diese Manager frei sind. Der einzige Name, von dem wir sicher wissen, dass er bereits gefallen ist, ist Matthias Sammer.

  3. Pitter
    Pitter says:

    Ich würde Georg Heitz stark befürworten. Was der beim FC Basel aufgebaut hat, ist schon extrem beeindruckend! Die schweizer Super League mag zwar ein gutes Stück unter der deutschen Bundesliga einzuordnen sein, aber auch in der CL konnte Basel schon für die ein oder andere Überraschung sorgen. Allerdings wollte Heitz sich eigentlich aus dem Geschäft des Sportdirektors zurückziehen… Aber das Gespräch suchen kann man ja trotzdem.

    Ansonsten wäre Sammer auch eine sehr interessante Variante.

    • Dieter
      Dieter says:

      Mir würde am ehesten Georg Heitz gefallen. Zum einen hat er bei Basel super gearbeitet und zum anderen ist er keiner, der in der Bundesliga schon negativ aufgefallen ist. Bei dem Geschäftsführer Sport kommt es nicht darauf an, ob er einem schweizer, englischen oder spanischen Verein sportlich geführt hat. Wichtig ist doch sein Sachverstand was die Qualität der Spieler angeht und sein vorhandenes Netzwerk.
      Bei Herrn Sammer hätte ich irgendwie Bauschmerzen. War er doch schon bei den Bayern ausgebrannt und brauchte eine Auszeit. So gesehen erscheint mit Georg Heitz am ehesten für die Nachfolge von Herrn Schmadtke. Drücken wir dem Vorstand die Daumen, dass er die richtige Wahl fällt. Dann könnte mit der nächsten Sommertransferperiode wieder der sportliche Erfolg nach Köln zurück kommen.

  4. Ali Perez
    Ali Perez says:

    Der Kicker könnte sich auch Stöger als Manager nach englischem Vorbild, wie hier bei GBK angedeutet, vorstellen. Wie ich schon gestern bereits schrieb, sehe ich weit und breit kein Chaos. Denn der Club ist mit Jacobs und Stöger voll handlungsfähig. Insofern besteht kein dringender Handlungsbedarf, einen neuen Geschäftsführer zu finden.
    Ich teile auch die Meinung des Kickers, dass ein neuer Geschäftsführer, sofern er installiert werden muss, nicht mit dem statistisch sehr wahrscheinlichen Abstieg beschädigt werden sollte.

  5. Robert H.
    Robert H. says:

    Das Duo Stöger/Schmadtke war eine gewachsene Größe. Jetzt ist der eine weg, sehr zur Freude ungefähr der Hälfte der Fans, und schon werden die wildesten Namen und Konstellationen genannt. Wer immer sich das antut und es werden mag – er wird ungefähr die Hälfte der ganzen Besserwisser hier gegen sich haben.

    Inzwischen bin ich der festen Überzeugung, dass Stögers Kopf spätestens zur Winterpause ebenfalls rollen wird. Dafür werden die Ergebnisse einer nun zutiefst verunsicherten Mannschaft sorgen, die in meinen Augen ein desaströses und völlig falsches Signal bekommen hat. Noch kein Chaos in Sicht, Ali Perez? Verlass dich drauf: es wird kommen.

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