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Die Schmadtke-Zäsur: Viele Fehler und ihre Folgen

4. Die Personalie Alex Jacob

Alex Jacob war Jörg Schmadtkes rechte Hand für den Blick in die Öffentlichkeit. Der Pressesprecher kam im Januar 2016 aus Hannover, war Schmadtke direkt unterstellt. Jahrelange hatten sie bereits zusammengearbeitet, Jacob kannte seinen Chef in- und auswendig, moderierte für ihn, fing mediale Diskussionen für Schmadtke auf. Als Jacob im Juni 2017 dann überraschend den Klub verließ, brach dieser Verteidigungswall um Schmadtke ein. Dem Manager fehlte plötzlich sein mediales Schutzschild, der die Causa Modeste, den Transfersommer und den Fehlstart aktiver hätte kommuniziert können. Auch hätte Jacob wohl interveniert und es nicht zugelassen, dass zur Europa-League-Auslosung in Monaco ein einzelner DuMont-Journalist im Privatjet und Helikopter mitreisen durfte. Doch im Frühjahr hatte das Binnenverhältnis zwischen Jacob und Teilen der Profi-Abteilung nachhaltigen Schaden genommen, sodass sich der FC und der Pressesprecher hatten trennen müssen.

5. Modeste und die Transferperiode

Die Transferpolitik im Sommer steht als Symbol für den Absturz des FC in den letzten Monaten. Der Klub befand sich in der besten Situation seit über zwei Jahrzehnten, hatte Anthony Modeste für eine Rekordablöse verkauft, zusätzliches Geld durch Europa und den neuen TV-Vertrag in der Kasse. Doch die Schwachstellen im Kader wurden nicht behoben, Modeste nicht ersetzt, Spieler ohne Perspektive nicht abgegeben. Schmadtkes Standing bekam deutliche Kratzer.

6. Persönliche Angriffsfläche

Schmadtke wusste zudem, dass ihm im Falle sportlichen Misserfolgs irgendwann eine Personalie aus dem Sommer 2016 auf die Füße fallen könnte. Damals wechselte Sohn Nils in die Scouting-Abteilung. Wie der Sportchef damals betonte und wie es Mitarbeiter später bestätigten, hatte sich der Vater zunächst klar gegen eine Beschäftigung seines Sohnes ausgesprochen. Weil aber auch andere Bundesligisten bei Schmadtke junior anfragten, griff der FC zu. Dass allerdings in der Folge behauptet wurde, Nils Schmadtke habe Sportdirektor Jörg Jakobs verdrängt und sei zum Chefscout aufgestiegen, war falsch. Die Position des Chefscouts ist in Köln schon länger nicht mehr besetzt. Alle Scouts unterstanden direkt Schmadtke senior. Jakobs dagegen wechselte bereits 2015, ein Jahr vor Nils‘ Einstieg beim FC, in den Nachwuchs. Dennoch blieb bei dem Vorgang genau das Geschmäckle, das in den letzten Wochen auch für den Ex-Manager selbst nicht überraschend wieder aufkam.

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4 Kommentare
  1. Ali Perez says:

    Nur wer nichts macht, macht nichts falsch.
    Man sollte jetzt nicht jeden Nebenkriegsschauplatz aufbauschen, um den Verein in ein noch schlechteres Licht zu stellen als es ohnehin erscheint. Sportlicher Misserfolg führt zwar immer dazu, dass alles hinterfragt wird. Aber mich nervt diese fatalistische Haltung der Medien, aus allem ein Spektakel machen zu wollen. Zum Beispiel versucht man Unfähigkeit zu konstruieren, weil der Vorstand noch keine Liste mit möglichen Nachfolgern für Schmadtke hatte. Obwohl man sich einen Tag vorher noch völlig überrascht zeigte, dass Schmadtke hingeschmissen hat. Ich würde es sehr merkwürdig finden, wenn es eine solche Liste schon gäbe. Wo man erst im Mai Schmadtkes Vertrag bis 2023 verlängert hatte. Ich finde die Lösung, um das Schmadtke-Vakuum aufzufangen, seht gut. Es bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft erfolgreicher spielt als zuletzt. Dann bleibt das Medienspektakel nämlich aus.

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