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„Haben wir das verdient zu erleben?“

Der 1. FC Köln nimmt die nächste herbe Niederlage mit. Das 1:2 gegen den VfB Stuttgart nagt an den Spielern und Verantwortlichen. Wie gehen die Geissböcke mit der Last-Minute-Pleite um? Die Stimmen zum Spiel.

Jörg Schmadtke: „Die Mannschaft hat die erste halbe Stunde klar dominiert, hat das 0:1 gut weggesteckt, zwar auch einige Situationen überstehen müssen, die kribbelig waren. Trotzdem kommt die Mannschaft nach der Pause raus, ist weiter mutig, kommt zum verdienten Ausgleich. Am Ende entscheidet die Elfmeter-Situation das Spiel. Es passt, dass wir hinten raus einen abgefälschten Ball reinbekommen und das Spiel verlieren. Wir werden in den nächsten Tagen mit den Ergebnissen und der Tabelle konfrontiert. Und dann ist es klar, was passiert: Der Druck wird wachsen.“

Wieder ein Schlag ins Gesicht

Dominique Heintz: „Es gibt kein schlimmeres Gefühl. Die letzten Minuten gab es einen Schlagabtausch auf beiden Seiten. Sehrou (Guirassy) hätte ja beinahe noch das 2:2 gemacht. Aber wir vorne einfach wieder die Dinger nicht gemacht. Bei so vielen Schlägen, die wir schon eingesteckt haben, ist es bewundernswert, wie wir weiter auftreten. Es ist absolut unverdient, dass wir mit null Punkten nach Hause fahren. Wir probieren alles, aber es läuft einfach zu viel gegen uns. Das ist total bitter. Auch der eine Punkt wäre wichtig für den Kopf gewesen. So war es wieder ein Schlag ins Gesicht. Nächsten Sonntag gegen Bremen brauchen wir unbedingt die drei Punkte. Das wird ein richtiges Endspiel.“

Leonardo Bittencourt: „Wir haben das Spiel dominiert, aber wir brauchen eben auch mal das 1:0, um weiterzumachen. Ich kann mich nur wiederholen: Wir werden nicht aufgeben. Der Kopf muss oben bleiben. Sie werden von mir nicht hören, dass diese Mannschaft aufgeben wird. Das wird nicht passieren. Wir werden gegen Borisov alles reinwerfen, um zu gewinnen, um dann mit einem guten Gefühl gegen Bremen drei Punkte zu holen.“

Diese Endphase wird schwierig sein zu verarbeiten

Timo Horn: „Jeder hat das Spiel heute gesehen. Aus meiner Sicht hätten wir das Spiel 2:1 gewonnen. So viel läuft gegen uns, es ist bitter, dass wir gerade derart auf die Schippe genommen werden. Das ist extrem schwierig. Aber wir spielen nicht so, als ob wir auf dem letzten Tabellenplatz liegen würden. Stuttgart hat zehn Punkte und wir nur einen? Das sagt doch alles aus. Das ist einfach Wahnsinn. Besser hätte eine Mannschaft in unserer Situation heute nicht spielen können. Natürlich werden Ballverluste im Mittelfeld wie heute auch bestraft. Aber mehr kannst du nicht machen, und hinten raus bekommen wir einen abgefälschten Kullerball rein, der mir eigentlich in die Arme gerollt wäre. Das ist Schicksal, das ist jetzt so. Haben wir das verdient zu erleben? Ich weiß es nicht. Aber wir geben nicht auf.“

Peter Stöger: „Für ein paar Dinge sind wir selbst verantwortlich. Du musst nach einer halben Stunde in Führung liegen. Wenn das nicht klappt, kann es mal passieren, dass man in so einer Phase die Ordnung verliert. Dafür werden wir gerade immer wieder bestraft. Wir haben einen Fight angeboten, sie haben das gut gemacht, auch in der zweiten Halbzeit. Da fällt es mir schwer, Kritikpunkte anzubringen. Die Jungs haben alles unternommen, um das Spiel zu drehen – und eigentlich haben sie es ja auch gemacht. Aber das zweite Gegentor darfst du aber trotzdem nicht kriegen. Da musst du abgebrühter sein und mit einem 1:1 nach Hause fahren. Das wäre kein Quantensprung gewesen, aber hätte ein gewisses Gefühl mitgegeben. Aber wenn du ganz unten stehst, ist das eben der Klassiker. Diese Endphase wird jetzt schwierig sein für die Spieler zu verarbeiten.“

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