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„Gegen Arsenal zu gewinnen, werden wir nicht vergessen“

Der 1. FC Köln hatte keine Chance und hat sie genutzt. Die Geissböcke jubelten nach langen 90 Minuten gegen den FC Arsenal und konnten ihr Glück nach dem 1:0 kaum fassen. Jetzt gibt es in der Europa League ein Endspiel. Doch das nächste in der Bundesliga steht schon am Sonntag an.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Peter Stöger wirkte erschöpft, aber zufrieden. Jannes Horn und Timo Horn, die im Spiel noch übel zusammengeprallt waren, zeigten sich erleichtert. Per Mertesacker lobte die Fans des Effzeh für die überragende Stimmung in Müngersdorf. Und Arsene Wenger kann sich über den Gruppensieg freuen, ärgerte sich aber etwas über den Elfmeter und die Platzverhältnisse in Köln. Die Stimmen zum Spiel.

Vielleicht war heute ein Dosenöffner für uns

Jannes Horn: „Das tut sehr gut. Was für eine Kampfleistung! Wir sind heute 95 Minuten bis ans Limit gegangen. Das hat jeder auf den Rängen gesehen. Das hat richtig Spaß gemacht. Wahnsinn. Wer weiß, wie häufig man gegen Arsenal spielen kann. Wenn ein Spieler wie Dome Maroh ausfällt, dann muss man erst mal schlucken. Aber wir haben das gut gemacht. Wir haben unsere Chance genutzt. Vielleicht war heute ein Dosenöffner für uns. Wenn wir gegen Arsenal gewinnen, warum nicht auch gegen Berlin? Wir haben schon gezeigt, dass wir gegen Berlin gewinnen können. Die Fans standen hinter uns. Eine Stimmung wie nach dem 1:0 habe ich so noch nicht erlebt. Jetzt haben wir ein Endspiel in Belgrad. Was gibt es schöneres? Dafür spielt man Fußball.“

Das sagten die Trainer

Das hat uns in den letzten Wochen ein bisschen gefehlt

Timo Horn: „Das fühlt sich super an. Wir hatten uns eine ganz kleine Chance ausgemalt. Gegen Arsenal zu gewinnen, das werden wir nicht vergessen. Wir sind froh, dass wir den Fans das zurückgeben konnte, was sie uns gegeben haben. Wir haben aufopferungsvoll gekämpft, uns in alles reingeworfen. Das hat uns in den letzten Wochen vielleicht auch ein bisschen gefehlt. Über den Schweinehund drüber zu gehen, den letzten Schritt zu machen, obwohl man eigentlich nicht mehr kann. Großes Kompliment an die Mannschaft. Es tut einfach gut, einen solchen Gegner geschlagen zu haben. Ich bin froh, dass ich den anderen Zug, den ich angesprochen hatte, jetzt etwas erklären kann. Das wurde ja auf den Trainer bezogen. Ich habe aber nicht den Trainer alleine gemeint, sondern uns alle, auch die Führungsspieler. Niemand will absteigen, niemand will Zweite Liga spielen. Wir müssen alle die Zügel anziehen. Mir geht es um den FC, um den Verein. Da hilft eben nicht immer nur Zuckerbrot. Am Sonntag müssen wir gegen Hertha wieder alles geben. Wir müssen den gleichen Kampf an den Tag legen, sonst gibt es wieder ein böses Erwachen. Unsere Situation muss einfach irgendwann mal ein Ende nehmen. Wir haben Hertha schon bezwingen können. Das müssen wir jetzt auch zuhause in der Liga umsetzen.“

Dass die Mannschaft so kämpft, egal, wie gebeutelt sie ist, das ist stark

Per Mertesacker: „Am Anfang haben beide Mannschaften gemerkt, dass es die zweite Riege war. Es war nicht so leicht, nicht eingespielt. Köln hatte nicht viele Chancen. Für uns war es schwer. Aber ich habe es echt genossen hier. Die Stimmung war super. Das war schon damals bei meinem ersten Bundesliga-Spiel so, als mich das erdrückt hat. Heute hat es mich nicht erdrückt, aber es war schön zu sehen, dass die Kölner ihre Mannschaft bis zuletzt unterstützen, egal, wie es ihr geht. Dass die Mannschaft so kämpft, egal, wie gebeutelt sie ist, das ist stark.“

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