Zu Beginn der Saison feierte der FC 40 Jahre Double. (Foto: GBK)

Diese Saison zeigt: Dieser Effzeh braucht keinen Investor

Wirft ein Abstieg den FC um ein Jahrzehnt zurück?

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Die schlimmste Version eines Alptraums

In Steine investieren, nicht nur in Beine – so sollte das Motto lauten des 1. FC Köln in den kommenden Jahren. Mit einer stabilen Führung, einer stabilen sportliche Leistung in der Bundesliga und einer vielversprechenden Zukunft im Milliardengeschäft Bundesliga – national und international. Auf Investoren aus China, Russland oder den arabischen Staaten, verkündete die FC-Führung, wolle man verzichten. Es gehe, wenn überhaupt, um strategische Partner, mit denen man schon lange zusammenarbeite. Die REWE zum Beispiel, Ford oder die RheinEnergie.

Doch was nun? Die Realität sieht ein halbes Jahr später aus wie die schlimmste Version eines Alptraums. Trainer und Sportchef sind weg, das Präsidium angeschlagen und bei Teilen der Mitglieder und Fans unten durch – eine stabile Führung sieht anders aus. Vom sportlichen Erfolg der letzten Jahre ist nur noch eine Ruine übrig geblieben. Die Zweite Liga ruft, und sie wäre nicht nur sportlich, sondern auch finanziell ein Schlag ins Kontor, der den Klub um mehrere Jahre – mancher spricht hinter vorgehaltener Hand von einem ganzen Jahrzehnt – zurückwerfen würde.

Schon reicht Müngersdorf wieder völlig aus

Das Stadion war vor Weihnachten so leer wie seit 2013 nicht mehr. Sandhausen hieß damals der Gegner, nicht der FC Arsenal. Plötzlich scheint Müngersdorf wieder vollkommen ausreichend zu sein für die Geissböcke. Der chinesische Partnerklub, der FC Liaoning, ist inzwischen in die zweite chinesischen Liga abgestiegen. Anders ausgedrückt: in die Bedeutungslosigkeit eines in der Fußballwelt ohnehin bedeutungslosen sportlichen Umfeldes. Finanziell mag China mit voller Wucht in den letzten Jahren die europäischen Transfermärkte durcheinander gebracht haben. Aber sportlich? Weder interessiert sich in Köln jemand für Liaoning, noch würde sich in der nächsten Saison jemand in Liaoning für einen deutschen Zweitligisten interessieren, sollte es zum Abstieg des FC kommen.

Der vergangene Sommer hat bewiesen, dass der 1. FC Köln aktuell keinen Investor braucht. Weder, um sportlichen Erfolg zu haben. Denn noch nie durften Verantwortliche beim FC mit so viel Geld hantieren und machten dabei so viele Fehler. Es wäre nicht noch mehr Geld nötig gewesen, sondern es hätte bessere Entscheidungen gebraucht – dann hätte auch weniger Geld ausgereicht, um sportlichen Erfolg zu haben. Und dann wäre da noch die Frage nach strategischen Partnern zur Finanzierung eines neuen Stadions.

Der Klub scheint nicht gemacht für Kontinuität

Doch der 1. FC Köln hat nach dem Double 1978 ebenso wie nach den beiden deutschen Vize-Meisterschaften unter Christoph Daum 1988/89 und 89/90 bewiesen: Erfolg scheint in diesem Klub nicht von langer Dauer sein zu können. Der Effzeh lebt seit vier Jahrzehnten nur noch in Zyklen, in Aufschwüngen und Abschwüngen, zwischen großen Erfolgen und tiefen Abstürzen. Ein Investor würde dem Effzeh zwar ein neues Stadion garantieren. Darüber hinaus aber müsste der Klub erst einmal wieder beweisen, kontinuierlichen Erfolg zu haben, der den Bau einer solchen Arena rechtfertigen würde. Einst hielt sich der Klub 35 Jahre am Stück in der Bundesliga. Das war Kontinuität. Doch die gibt es nicht mehr. Und nicht wenige sagen, dass diese Kontinuität schon Anfang der 80er Jahre zu bröckeln begann. Seitdem gibt es den 1. FC Köln, den wir heute kennen. Die FC-Bosse betonten in den letzten Jahren stets, dass der Verbleib in der Bundesliga über allem stünde. Doch genau dies scheint in dieser Saison selbst mit den größten finanziellen Mitteln in der Vereinsgeschichte nicht zu gelingen.

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