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Flickenteppich: Der FC ist nur noch eine Übergangslösung

Kein Sportchef, kein Trainerteam, kaum mehr Spieler

Kein Geschäftsführer Sport, kein Trainer, keine Athletik- und Reha-Coaches, kaum mehr gesunde Spieler, dazu ein schwindender Rückhalt für das Präsidium: Der 1. FC Köln ist ein halbes Jahr nach dem größten Erfolg der letzten 25 Jahre nur noch ein Verein mit Übergangslösungen. 

Köln – Natürlich haben die Geissböcke noch immer eine sportliche Leitung: Jörg Jakobs. Doch der Vertrag des Sportdirektors, der in der Öffentlichkeit nicht auftreten möchte, läuft im Sommer aus. Seine Zukunft ist ungewiss, weil sich – wer hätte es ahnen können? – die Führungsgremien nicht einig sind, wie es mit der ehemaligen rechten Hand von Jörg Schmadtke weitergehen soll. Seine Zukunft hängt wohl am neuen Sportchef.

Kein Vertrauen in Kugel und Abanoz

Auf der Trainerposition ist Stefan Ruthenbeck der Erwählte für genau zweieinhalb Wochen und fünf Pflichtspiele. Der Interimscoach, der eigentlich die U19 trainiert und nun bis Weihnachten bei den Profis einspringt, übernimmt die Bürde für drei Bundesliga-Spiele und zwei Spiele in Pokalwettbewerben, in denen es heißt: Tod oder Gladiolen. Sein Co-Trainer aus der U19, Kevin McKenna, ist auch mit dabei. Dazu als Verstärkung der eigentliche U17-Coach Markus Daun.

Weil der 1. FC Köln aktuell offenbar kein Vertrauen mehr in Benny Kugel und Marcel Abanoz hat, wurden die beiden Athletik- und Reha-Trainer bis auf weiteres von ihren Aufgaben entbunden. Sie haben bis zum Jahresende frei, bis ein neuer Sportgeschäftsführer und ein neuer Trainer über ihre Zukunft entscheiden sollen. Bis dahin übernehmen die U21- und U19-Athletikcoaches Max Weuthen und Dennis Morschel ihre Aufgaben und betreuen dabei auch die Verletzten, über deren Fitness- und Gesundheitsstände sie sich erst informieren müssen. Ideale Arbeit auf dem Trainingsplatz sieht anders aus.

Elf Verletzte passen ins Bild

Da hilft es auch nicht, dass die Profi-Mannschaft derweil nur noch aus einem wild zusammengewürfelten Haufen aus Profis, U21- und U19-Spielern besteht. Der Grund ist so einfach wie bekannt: Die inzwischen elf Verletzten (Bisseck, Bittencourt, Cordoba, Hector, Heintz, Höger, Maroh, Meré, Queiros, Risse, Zoller) müssen schließlich irgendwie aufgefangen werden. Ein sportlicher Flickenteppich, der allerdings bestens zur Gesamtsituation beim Effzeh passt.

20 Kommentare
  1. Holger R.
    Holger R. says:

    Jetzt ist der Trainer weg,was ich sehr schade finde aber wir sollten jetzt nich alles schlecht machen was man fast 5 Jahre aufgebaut und teilweise für gut befunden hat. Und mal ne Frage haben einige bei uns im Verein eigentlich einen Zweitjob beim Express?

  2. J B
    J B says:

    Lieber Herr Merten
    Als Journalist ist es immer gut einen neutralen Blick auf die Sache zu werfen. Daher finde ich einige Formulierungen in ihrem Artikel grenzwertig. Die Aussage der FC hätte kein Vertrauen mehr in Kugel und Abanoz stelle ich entgegen dass es, selbst für einen Interimscoach, legitim ist sich seine Co- und Fitnesstrainer selber auszusuchen. Gerade in Hinblick auf die Tatsache dass es einen Streit zwischen Kugel und Stöger gegeben hat, finde ich es vollkommen in Ordnung wenn Ruthenbeck seine eigenen Vertrauenspersonen wählt.
    2. Punkt, Dietmar Beiersdorfer: Dass sich bei den Fans Unmut aufgrund dieser Personalie auftut ist natürlich der letzten Station von DB geschuldet. Ihre Aufgabe als Journalist wäre in meinen Augen sich über den Werdegang von DB zu informieren und diesen auch ihrer Leserschaft näher zu bringen. Beiersdorfer, und das habe ich schon in einem Kommentar in einem anderen Artikel geschrieben, hat in seinen ersten 7 Jahren beim HSV, als noch kein Investor sich in die Geschicke des HSV eingemischt hat, erstklassige Arbeit geleistet und in meinen Augen damit bewiesen, dass er ein guter Sportdirektor/Manager wäre. Von 2002-2009 stand der HSV unter DB zum Ende der Saison immer auf einem einstelligen Tabellenplatz.
    Er installierte Thomas Doll (ein unbeschriebenes Blatt zur damaligen Zeit) und danach Huub Stevens, verpflichtete Jerome Boateng von Hertha für ca. 1 Millionen und verkaufte diesen Jahre später für 12 Millionen nach Manchester.
    Wie wäre es also mit einem Artikel der die bisherigen Stationen des Herrn Beiersdorfer (HSV, RB und Zenith) mal etwas aufarbeitet.

  3. OlliW
    OlliW says:

    Da ist was dran, J B.
    Mein erster Reflex, als der Name Beiersdorfer aufkam, war auch: „Oh Gott, nein! Warum nur der?! Willkommen im Chaos, typisch alter Kurzschluss-und-Planlos-FC!“ Mit etwas Abstand und Analyse stelle ich mir dir Frage: Warum eigentlich?
    Was ist so schlimm an DB? Ich denke, die Abwehrhaltung der meisten hat mit einer negativen Assoziationskette zu tun, die da lautet: „HSV!-Kühne!-Pleite-dauerhaft im Tabellenkeller!-Beiersdorfer=Versager“. Bei genauer Betrachtung sind jedoch nur die letzte Phase und das Ende von DB beim HSV unrühmlich. Kommt uns doch mit Schmadtke relativ bekannt vor. Man könnte ebenso gegenüber Allolfs solche Bedenken haben. Oder gegen Sammer. Immerhin sind die ja bei den unbeliebten Wolfsburgern respektive Bayern „gescheitert“.

    Es kommt immer auf die Konstellation und das Umfeld und die Kombination der handelnden Personen an, ob ein Projekt gelingt. Siehe die letzten vier Jahre beim FC! Es hat einfach gepasst! Bei so einer Fallhöhe hat man logischwerweise akut das Gefühl, es ist alles kaputt und desolat und wird nicht so schnell wieder gut. Es geht ja darum, ein stimmiges Team aus Trainern, Sportmanagement und ggf. neuen Spielern zu finden, die nichts weniger als ein Wunder schaffen sollen – und ggf. einen Neuanfang in Liga 2 in Angriff nehmen, ohne sich bis Mai komplett in Köln die Finger zu verbrennen….

    • Elke L.
      Elke L. says:

      Ich finde Aussagen von JB und Olli ebenfalls gut und ja dieser Artikel der Geissblogger hat mir nicht gefallen, obwohl ich vor allem das Auftreten bzw. Nichtauftreten unseres Präsidenten auch nicht gut finde.
      Als das erste Mal der Name Beiersdorfer aufgetaucht ist, habe ich auch erst einmal nach Luft geschnappt und habe gedacht, jetzt machen wir uns gänzlich zur Lachnummer der Liga, wenn der auch noch kommt. – Inzwischen habe ich ähnliche Beurteilungen von Kommentaren zu kicker Artikeln zu unserem FC gelesen und frage mich, warum müssen Lesern positive Bemerkungen zu Beiersdorfer machen und warum machen sich die Journalisten, deren Beruf das nunmehr ist, nicht ähnliche Hinweise. – Aber klar, das andere generiert mehr Klicks.
      Ähnliches ist es mit der Info St. Ruthenbeck zu seinen Jungs. Versetzen wir uns doch mal in seine Situation. Er soll Peter Stöger vorrübergehend ersetzen und steht jetzt vor dem Problem: sollen meine Jungs jetzt aus den Nachrichten erfahren, dass ihr Trainer vorübergehend nicht für sie da ist. Ich bereite sie etwas vor und sage ihnen „egal was passiert, ändert nichts an den Zielen, die wir uns für die U19 gesetzt haben“ (so hat er sich jedenfalls dazu geäußert, wie das abgelaufen ist). Er hätte sich eigentlich denken können, dass der eine oder andere dann zu Hause das weitergibt und dass das dann bei den Eltern oder anderen Personen im Umfeld der jungen Leute hohe Wellen schlägt. Blöd gelaufen, aber so ist es nun mal. – Darüber redet aber kaum noch einer, es wird gleich drauf gehauen, auch von Werner Spinner. – Hätte St. Ruthenbeck gar nichts gesagt, wäre danach wohl sein Handy bombadiert worden, was denn jetzt nun aus seinen Jungs wird….

      Und jetzt erst Recht: ich bin und bleibe Mitglied, diese Zeiten stehe ich jetzt mit unserem FC durch und es werden auch wieder bessere Zeiten kommen.

  4. Horst Simon
    Horst Simon says:

    Warum müssen es die großen Namen sein. Wir befinden uns auf den Weg in die 2. Liga.
    DB hat in der 2. Liga keinerlei Erfahrung. Warum z. Bsp. nicht ein Manager, welcher
    bereits in der 2. und 1. Liga gearbeitet hat. Ich denke hier an Thomas Linke.
    Wäre m. E. eine Überlegung wert, zumal er in Ingolstadt auch als Mensch einen guten
    Eindruck hinterlassen hat. Oder aber ein Georg Heitz.

    • Ottla
      Ottla says:

      Exakt! Beiersdorfer wird deshalb abgelehnt, weil er eine „typisch-alter-FC-Prestige-Lösung“ wäre und nicht eine den Umständen entsprechende angemessene bzw. fachlich gute und auch kreative Lösung! Wir brauchen einen, der da scoutet, wo man noch einen Vorsprung durch Fleiß und Ehrgeiz erreichen kann und nicht einen, der sich im Zweifel zum Edel-Italiener setzt und auf seine drei Handys guckt, weil er im Prinzip schon alles hat. Ein Linke bspw. will noch was beweisen, der hat doch gerade erst angefangen! So Leute braucht der FC jetzt. Hungrige und junge Leute – wie ja auch Wehrle einer ist!

  5. ralf brostewitz
    ralf brostewitz says:

    …es wurde bisher viel geschrieben und jeder hat und darf natürlich seine meinung kund tun, nur was mir fehlt ist eine sachliche objektive analyse der jetzigen situation – wie konnte es nur dazu kommen ?? nach fast 5jähriger erfolgreicher zusammenarbeit soll das jetzt alles nix mehr wert sein ? auf einmal sind sich alle spinnefeind ??? ein unmöglicher zeitpunkt der trennung von peter stöger!? dem ich hiermit ebenso mani schmid meinen dank ausspreche für die hervorragend geleistete arbeit und ihnen auf ihrem weiteren privaten und sportlichen lebensweg alles erdenklich gute wünsche bei bester gesundheit ! sind wir nicht alle EIN VEREIN !? wieso muss jetzt der interimstrainer seine “ EIGENEN “ leute mitbringen – hat kugel und co. jahrelang schlecht gearbeitet ? und bei aller wertschätzung für schmadtke – ich glaube er war letztendlich der totengräber für den EFFZEH ! ich bin unsagbar traurig das wir wieder in alte zeiten zurückgefallen sind ……

    • J B
      J B says:

      Nein, Kugel und Co. haben sicher nicht schlecht gearbeitet. Wenn man sich aber in die Rolle von Ruthenbeck versetzt ist es legitim. Er hat jetzt 3 Wochen Zeit zu performen, sich vielleicht sogar für die Cheftrainerposition ins Spiel zu bringen. Da ist es voll ok mit dem Team zusammenzuarbeiten das er kennt und dem er 100% vertraut. Es reicht dass er die Mannschaft kennenlernen muss.
      Zugegeben, die Betreuung der Langzeitverletzten würde ich weiterhin Kugel und Co. übertragen. Die haben dort den besseren Überblick.

    • Elke L.
      Elke L. says:

      wenn der Kicker mit dem Recht hat, was in der Printausgabe von gestern zu lesen ist, dann haben seit Ende 2016 wohl eher Neid, Eifersucht aus Schmadtkes Ecke gegenüber unserem Trainer bestanden und das hätte die gemeinsame Zusammenarbeit zunehmend belastet; sie hätten mich mehr zusammen gesprochen und daher auch keine Meldung von Schmadtke -nach dessen Rückzug vom FC- an Stöger. KEINE Ahnung, ob das so alles stimmt; wäre aber eine Möglichkeit, was einiges erklären würde. – Also dass sie nicht mehr miteinander geredet haben?? – beim Trainingsauftakt im Sommer standen sie jedenfalls alle zusammen und haben geredet – aber wer weiß schon WIE? – Der Kicker schreibt weiter, dass sich die beiden auch nicht einig waren mit der Transferpolitik im Sommer, außer Cordoba, den hätten beiden gewollt.

      Das jetzt Ruthenbeck seine vertrauten Leute, auch aus dem Fitnessbereich, um sich schart, kann ich schon verstehen. Seine Aufgabe ist schon schwer genug.

  6. Simon Schmitz
    Simon Schmitz says:

    Warum taucht der Name Jan Schindelmeiser eigentlich in keiner Diskussion mehr auf?

    Er hat m.E. erstklassige Arbeit in Stuttgart nach dem Abstieg in die 2. Liga geleistet (Schnäppchen und Talente geholt, nach dem Aufstieg noch Akolo, Zieler und Badstuber!) und beim Hoffenheimer Durchmarsch vor einigen Jahren von Rangnick gelernt, wie man langfristig und konzeptionell arbeitet.

    Allofs und Beiersdorfer sind ausgebrannt.

    Sammer wäre natürlich ein Knaller, ich weiss aber nicht, ob er nicht zu hart ist für die Kölner Wohlfühlwolke…

  7. NICK
    NICK says:

    Dietmar Beiersdorfer wäre jetzt vom Auftreten und der Person auch nicht mein Favorit, aber letztenendes haben sie ihn beim HSV, nach einer erfolgreichen Zeit inklusive Uefa-Cup Halbfinalspielen, als Messias zurück geholt. Das Rückholaktionen nicht immer so klappen, wie man sich das vorstelltm sollten wir beim Effzeh ja alle wissen. Für mich wärs kein Drama, wenn es Beiersdorfer wird, wobei ich andere Namen wie Rosen, Schindelmeiser oder Heitz auch besser finden würde.

    Ich schenke hier dem Vorstand aber Vertrauen, die haben Schmadtke, Wehrle und auch Stöger geholt, ich denke, dass sie wieder zwei gute Leute holen werden…

  8. Dieter Verl
    Dieter Verl says:

    Es spricht sehr viel dafür, dass Eichin und Keller ab Winter hier aufkreuzen werden. Der Express sitzt auch schon mit im Boot, sonst würde er den Braten anders verkaufen. Aber er verkauft es langsam und positiv.

    Ich denke, dass die beiden eine gute Lösung sind und mit ihnen auch in die zweite Liga gegangen würde. Aber gerade deshalb passen die beiden ja zu der Aufgabe. Nicht abgehoben und mit Potenzial.

  9. Dieter
    Dieter says:

    Jens Keller wäre sicherlich eine gute Entscheidung für den FC.
    Was er auf Schalke geleistet hat ist mehr als beeindruckend, obwohl ihm wiederholt starken Gegenwind von der Presse entgegengeschlagen ist.
    Er hat es verstanden, mit den hohen Erwartungen umzugehen und hat trotz alle dem die Mannschaft beflügelt. Das er den FC kennt ist sicherlich auch kein Fehler.
    Jetzt noch einen sehr guten Geschäftsführer Sport; vielleicht aus dem benachbarten Ausland, dann würde die Aufholjagd offiziell als eröffnet ausgerufen werden.
    Was könnte dem FC und seinen Anhängern besseres passieren.

  10. Norbert Neuheisel
    Norbert Neuheisel says:

    Der Artikel zeichnet sich als wenig konstruktiver Beitrag und vielmehr als Katastrophen beschreibung aus. Aber auch das scheint typisch kölsch zu sein – zwischen Defätismus und übersteigertem Enthusiasmus liegt oft nur ein kurzer Zeitraum. Da bleibt oft die Professionalität auf der Strecke.

  11. Peter Stangier
    Peter Stangier says:

    Was jetzt kommt, ist mein voller Ernst, und es ist eine bessere Idee, als es sich bei den ersten beiden Gedanken anhört.
    Wie wäre es denn, wenn wir Peter Stöger als Sportdirektor verpflichten. Das kann er auch, und wir hätten unsere einzige glaubhafte „spürbar anders“ Persönlichkeit zurück. Es ist wirklich mein Ernst.

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