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Zwischen Jugendwahn und „Führich gebe ich nicht mehr her“

Erst Not, dann Tugend - und in der Zukunft?

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Erst Not, dann Tugend – und in der Zukunft?

Manchmal heißt es, diejenigen, die den Karren in den Dreck gefahren hätten, sollten ihn auch wieder rausziehen. Manchmal heißt es aber auch, sie hätten sich diese Chance nicht mehr verdient. Weder die eine noch die andere Seite kann die Wahrheit uneingeschränkt für sich reklamieren. Sicher ist nur: Misserfolg regt auch immer den Konkurrenzkampf neu an. Kaum eine Position ist mehr unumstritten. Und so dürfen sich diverse Talente beim FC auch in der Rückrunde berechtigte Hoffnungen machen, weiterhin ein wichtiger Teil der Mannschaft zu bleiben.

Das sieht auch Trainer Stefan Ruthenbeck so, der wie zuvor schon Peter Stöger vermehrt auf junge Spieler setzt. Doch der 45-Jährige, kommend aus der U19, tut dies mit einer etwas anderen Überzeugung. Ihm eilt der Ruf des Nachwuchscoaches voraus. „Fakt ist, dass ich einen Chris Führich nicht mehr hergeben werde oder dass Lukas Klünter jetzt eine Rolle hat, in der wir ihn weiterentwickeln wollen“, sagt der FC-Coach, der auch in der Rückrunde in dieser Position bleiben könnte. „Auch Salih Özcan ist ein Eigengewächs, der das Gesicht der Zukunft werden könnte. Auch ihn wollen wir weiterentwickeln. Es muss meine Aufgabe sein, die Jungs auf das nächste Level zu hieven.“

Ich habe selten einen Spieler wie Salih gesehen

Ruthenbeck ist sich der Gratwanderung allerdings durchaus bewusst. Er versucht deshalb auch bewusst die älteren Spieler nicht nur bei der Stange zu halten, sondern ihnen eine wichtige Rolle zu verleihen. „Das heißt nicht, dass wir jetzt in Jugendwahn verfallen sollten. Wir haben auch ältere Spieler, die wir brauchen, damit sie als Häuptlinge helfen die jungen Spieler zu entwickeln. Nur mit jungen Spielern wird es nicht funktionieren.“ Das gilt für diese Saison, noch mehr aber wird dies für die nächste Saison gelten, falls es tatsächlich in die Zweite Liga gehen sollte und falls dann einige der arrivierten Kräfte den Klub verlassen sollten. Dann könnten Spieler wie Dominic Maroh oder Simon Zoller wichtige Säulen darstellen, an denen sich die Talente orientieren können.

Ein Spieler hat es Ruthenbeck bereits angetan: Salih Özcan. Er wird auch am Dienstagabend auf Schalke von Beginn an auflaufen, das hat der FC-Trainer verraten. „Er macht hier eine Top-Entwicklung durch. Ich habe selten einen Spieler mit 19 Jahren gesehen, der in Zweikämpfen so robust ist. Er schont sich nicht, tut sich und seinen Gegenspielern weh, ist fleißig, ein richtig guter Junge.“ Özcans Spiel ist noch fehlerbehaftet, wie die Elfmetersituation gegen Freiburg zeigte. Doch der zentrale Mittelfeldspieler zeigt sich lernwillig und einsichtig. „Ich musste Salih nicht sagen, dass er gegen Freiburg zu aggressiv verteidigt hat. Er hat noch immer wieder einen Bock drin, aber wenn wir auf junge Spieler setzen, müssen wir Fehler verzeihen. Was ich nicht verzeihe, ist, wenn ein Spieler nicht mehr nachgeht, wenn er nicht versucht, den Fehler gutzumachen.“

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