,

Derbyheld: Terodde lässt Podolskis Worten Taten folgen

Im Sommer 2017 wollte Borussia Mönchengladbach für Simon Terodde keine sechs Millionen Euro überweisen. Am 14. Januar 2018 nun krönte er sich gegen die Fohlen zum Derbyhelden für den 1. FC Köln. Der Stürmer mutierte am Sonntag zum Grenzgänger in jeder Hinsicht.

Köln – Das Lob kam von allen Seiten. Sportchef Armin Veh sagte: „Terodde hat unheimlich viel gearbeitet. Ich halte ihn für einen Erstliga-Stürmer. Nicht nur wegen seines Tores.“ Dominique Heintz fügte an: „Er hat seine Klasse mit seinem super Kopfball gezeigt.“ Und Timo Horn schloss ab: „Wie Simon das Ding gegen Vestergaard reinköpft, der normalerweise alles aus der Luft abräumt, das ist sensationell.“

Zweites Pflichtspiel-Tor für den Effzeh

Simon Terodde hätte sich keinen besseren Tag für sein erstes Bundesliga-Tor im Trikot der Geissböcke aussuchen können. Er traf ja schon einmal für den FC, damals, im Dezember 2010 im DFB-Pokal gegen den MSV Duisburg. Das Spiel ging verloren, Terodde hatte nichts von seinem Tor und suchte bald das Weite. Nun kehrte er zum Effzeh zurück. Mit Erfolg. Gegen Gladbach mutierte er zum Derbyhelden und versetzte den Großteil der 50.000 Zuschauer in einen Freudentaumel.

„Ich habe heute morgen noch ein paar Worte von Podolski gelesen“, erzählte der Torschütze zum 2:1 nach dem Spiel. „Er hat gesagt, dass Gladbach gegen Köln zu den größten Derbys der Welt gehört – und auch zu den lautesten. Das hat man heute gesehen. In so einem Spiel in der 95. Minute das entscheidende Tor zu erzielen, ist natürlich besonders schön.“ Als die Flanke von Konstantin Rausch perfekt auf Teroddes Stirn fiel und der 29-Jährige den Ball ins lange Eck verlängerte, machte er Podolskis Worte wahr. In Müngersdorf war die Hölle los. Ein Tor wie eine Erlösung für die vielen FC-Fans, die noch an den Klassenerhalt glauben.

Terodde entgeht Platzverweis

Terodde glaubt daran. Auch, weil er eine Mannschaft mit „sehr schöner Grundstimmung“ vorgefunden habe, als er am 2. Januar seine Arbeit am Geißbockheim aufnahm. „Es war keine Weltuntergangs-Stimmung.“ Dank des Stürmers ist der FC von einer solchen nun zumindest eine Woche lang weit entfernt. Die Hoffnung lebt, auch, weil der nächste Gegner HSV heißt. Die Hamburger verloren ihren Rückrundenauftakt gegen Augsburg. Sollte der FC tatsächlich einen Dreier bei den Hanseaten landen, wäre der HSV nur noch drei Punkte weg. Und Bremen, aktuell sieben Zähler vor Köln, muss am nächsten Spieltag zum FC Bayern…

Terodde wird auch gegen den Hamburger SV wieder in der Startformation stehen, sollte er sich in den kommenden Tagen nicht verletzen oder erkranken. Allerdings kann er darüber durchaus froh sein, denn sein Einsatz gegen Matthias Ginter in der 69. Minute, für den er die Gelbe Karte sah, bewerteten die Gladbacher im Nachhinein als Einsatz am Rande einer Tätlichkeit. Doch so lief Teroddes gesamtes Spiel, und auch dafür hatte der FC ihn geholt. „Simon hat heute auch stark gegen den Ball gearbeitet. Er hat immer wieder nachgesetzt“, lobte Chefcoach Stefan Ruthenbeck. „Er ist ein Typ, den wir gebraucht haben. Auch seine Ansagen in der Kabine. Wenn er dann auch noch die entscheidenden Tore macht, umso besser.“ Nun darf der Mittelstürmer gerne gegen Hamburg nachlegen.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar