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Fahnenklau: Gladbach-Ultras widersprechen Borussia-Boss


Auch über eine Woche nach dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach bleibt der Fahnenklau durch Fans des 1. FC Köln in der Halbzeitpause ein großes Gesprächsthema. Nun haben sich die Gladbach-Ultras der „Sottocultura“ in einem Spieltagsflyer zu den Geschehnissen in Köln zu Wort gemeldet. Sie widersprachen dabei dem Geschäftsführer ihres eigenen Klubs.

Köln/Mönchengladbach – Am 18. Januar hatte der GEISSBLOG.KOELN über ein Interview mit Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers berichtet. Darin hatte er den 1. FC Köln scharf angegriffen und mit falschen Aussagen über die Geschehnisse rund um das Derby überrascht. Nun waren es ausgerechnet die eigenen Fans, die Schippers widerlegten und die Mär der stets friedlichen Borussia-Anhänger ad absurdum führten.

Über die Vorfälle vor dem Derby

In dem Spieltagsflyer der „Sottocultura“ berichtete die Ultra-Gruppierung von den Geschehnissen rund um das Derby. Schon bei der Anreise nach Köln war rund 350 von ihnen die unbemerkte Fahrt in unmittelbare Nähe des Stadions gelungen: „So gelang es uns mit etwa 350 Mann in den frühen Morgenstunden ohne Bullenbegleitung die Kölner Stadtgrenzen zu überqueren und unentdeckt von Polizei oder Feind das noch geschlossene Bistro am Alten Militärring zu besuchen“, zitiert die „Faszination Fankurve“ aus dem Flyer. Die Kreuzung Alter Militärring ist bekanntermaßen ein Treff der Effzeh-Ultraszene. „Dort erfreute man sich an der unbekannten Freiheit, schmetterte den ein oder anderen Gesang durch diese hässliche Stadt und bedankte sich beim panisch abschließenden Wirt für Freigetränke.“

Weiter bestätigten die Ultras, dass ihr Aufkreuzen einen Polizeieinsatz auslöste. „Dass diese Aktion nicht lange von den Bullen unbemerkt bleiben werden würde, war allen Beteiligten klar, so dass nach einigen Minuten die Schweine anrückten und uns großräumig umstellten. Halb so wild, der Punkt der Anreise konnte an diesem Tag eindeutig für Mönchengladbach verbucht werden.“

Gute Aktion, die wir so nicht auf dem Schirm hatten

Im Kern der Äußerungen ging es jedoch um den Fahnenklau, den drei FC-Fans in orangefarbenen Westen vollführt hatten. Sie hatten die Stadionordner durch ihr Outfit getäuscht und sich so vor den Gladbacher Fanblock geschlichen. Dort konnten sie die Fahne des „Scenario Fanatico“ entwenden und über den Rasen in Richtung Südkurve flüchten. „In der Halbzeit kam es zu dem bekannten Vorfall. Drei als Ordner verkleidete Aidsköter rissen eine unserer Fahnen vom Zaun. Gute Aktion, die wir so nicht auf dem Schirm hatten“, hieß es wortwörtlich im Flyer.

Anschließend kam es zum Widerspruch mit den Aussagen Schippers‘. Dieser hatte behauptet, dass sich die Gladbach-Fans „nicht dazu haben verleiten lassen, den Innenraum zu stürmen oder sich zu einer anderen Revanchehandlung hinreißen zu lassen“. Das klang in den Worten der „Sottocultura“ etwas anders. „Auch wenn unsere Reaktion angemessen und entschlossen war, war eine Rückeroberung der Fahne aufgrund zeitlichem Rückstand und anrückenden Bullen nicht möglich.“ Tatsächlich belegen Videos, Fotos und Aussagen der Polizei, dass über 20 Borussia-Anhänger unmittelbar nach dem Fahnenklau den Innenraum betreten hatten, um über den Rasen zu Südkurve zu gelangen.

Den Feind mit aller Härte und Entschlossenheit bekämpfen

Schließlich wurde in dem Flyer bestätigt, dass es nach Spielende noch zu einem weiteren Vorfall kam, ausgelöst durch die Gästefans. „Nach dem Spiel ging es mit geknickten Köpfen zum Gästeparkplatz. Auf dem Weg dorthin konnte immerhin noch eine etwa 30-köpfige Truppe Domstädter laufen geschickt werden.“ Schippers‘ Worte klangen in diesem Zuge wie Hohn, zumal die Fohlen-Anhänger verkündeten, die Geschehnisse nicht auf sich beruhen lassen zu wollen. „Auf die Vorfälle gilt es für die Ultraszene Mönchengladbach angemessen zu reagieren und den Feind mit aller Härte und Entschlossenheit zu bekämpfen.“

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