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Der fragwürdige Deal vor der emotionalen Rückkehr


Nun ist das Trainerteam bei Borussia Dortmund also komplett. Peter Stöger, Manfred Schmid und Alexander Bade sind nach zwei Monaten wiedervereint. Die Zeitabfolge der Vereinswechsel vom 1. FC Köln zum BVB lassen Fragen offen. Beim Effzeh hält man sich bedeckt.

Köln – Es begab sich, dass Alexander Bade am Mittwoch noch einmal am Geißbockheim vorbeischaute. Der ehemalige Torwarttrainer brachte seinen Dienstwagen zurück, führte ein paar lockere Gespräche. Über seine Zukunft schwieg er sich aus, verabschiedete sich schließlich und tauchte doch noch mal in der Geschäftsstelle auf – als Meldung in den Nachrichten.

Streitpunkt Abfindung mit BVB-Klausel

Noch am selben Tag, an dem sich Bade vom FC ohne ein weiteres Wort zu seiner Zukunft verabschiedete, gab Borussia Dortmund den Bade-Wechsel bekannt. Und das zwei Tage vor dem Spiel der beiden Klubs. Eine interessante Konstellation, vor allem, weil inzwischen durchgesickert ist, dass genau dieser Wechsel ein Streitthema zwischen Bade und dessen Berater Jörg Neblung einerseits und der FC-Geschäftsführung andererseits war.

Nach GBK-Informationen waren die Geissböcke bereit, Bade eine Abfindung für dessen unbefristeten Vertrag zu zahlen. Allerdings unter der Bedingung, dass er diese anteilig zurückzahlen müsste, sollte er explizit bei Borussia Dortmund in den kommenden Monaten unterschreiben. Schließlich hatte schon der Stöger-Wechsel zum BVB ein Geschmäckle bekommen, nachdem Michael Zorc ausgeplaudert hatte, zum FC-Coach schon früher als ursprünglich kommuniziert Kontakt aufgenommen zu haben. Und weil Stöger der Patenonkel von Bades Sohn ist, befürchteten die FC-Bosse, Bade könnte die Abfindung nehmen, um sich sofort Dortmund anzuschließen. So, wie es schließlich tatsächlich geschah.

Verhältnis aller Beteiligten abgekühlt

Peter Stöger äußerte sich am Donnerstag auf der BVB-Pressekonferenz zu der Personalie und erklärte: „Es gab die überraschende Situation, dass man in Köln keinen Wert mehr auf Alex Bade gelegt hat.“ Dass Bade selbst erklärt hatte, unter Stefan Ruthenbeck nicht mehr Torwarttrainer sein zu wollen, ließ er dagegen unerwähnt. Entsprechend kurz angebunden reagierte Alexander Wehrle, als der GEISSBLOG.KOELN den FC-Geschäftsführer darauf ansprach. „Wir waren überrascht, als wir davon hörten. In den Gesprächen mit Alexander Bade hatte nichts darauf hingedeutet, dass er sofort eine neue Aufgabe übernehmen will.“ Die genauen Umstände der Personalie werden sich also wohl weiterhin im Bereich persönlicher Interpretationen bewegen. Doch der inhaltliche und zeitliche Verlauf der Bade-Posse so kurz vor dem emotionalen Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften dürfte dazu geführt haben, dass sich das Verhältnis aller Beteiligten noch einmal abgekühlt hat. Aus Sicht der Geissböcke wäre ein entsprechendes Ergebnis auf dem Rasen wohl der beste Schlussstrich unter dieses Kapitel.

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